Natrium-Ionen-Batterien im Elektroauto-Wintertest: CATL und BYD wappnen sich gegen steigende Lithiumpreise

Nachdem der Preis für Lithiumcarbonat in Batteriequalität im Jahr 2022 mit über $80.000 (etwa 68.000 Euro) pro Tonne einen Höchststand erreicht hatte, sank er im vergangenen Jahr auf unter $10.000 (etwa 8.500 Euro). Grund dafür war ein exponentiell steigendes Angebot bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.
Dieser Preissturz führte dazu, dass viele Lithium-Minenprojekte und die Produktion von Natrium-Ionen-Batterien unrentabel wurden und zum Stillstand kamen. Nun schießen die Lithiumpreise jedoch wieder in die Höhe, da das Angebot künstlich verknappt wird, beispielsweise durch Minenschließungen aufgrund regulatorischer Maßnahmen in China, während die Exporte in der Energiespeicher- und E-Auto-Industrie boomen.
So kletterte der Preis von $17.000 (etwa 14.400 Euro) im Dezember auf $26.000 (etwa 22.000 Euro) im Januar. Dies veranlasste die beiden größten Batteriehersteller BYD und CATL, ihre kommerziellen Natrium-Ionen-Projekte wieder „aufzutauen”. Passend zum Thema Frost hat CATL nun mit Kältetests seines Naxtra-Natrium-Ionen-Akkupacks in Serienfahrzeugen chinesischer Hersteller wie Changan begonnen. Changan kündigte an, dass die Ergebnisse der Kältetests in der Oshan-Limousinenserie am 5. Februar im Detail veröffentlicht werden.
Das Testgelände in Jakutien (Hulunbuir) verzeichnet derzeit Temperaturen von bis zu −35 °C, was etwa die Grenze für Ladetests von Natrium-Ionen-Batterien darstellt. CATL hat kürzlich ein Natrium-Ionen-Akkupack für Nutzfahrzeuge vorgestellt, das selbst bei -40 °C noch 90 % seiner Kapazität behält und bei -30 °C normal geladen werden kann. Dies ist das große Versprechen der Natrium-Ionen-Technologie: Sie soll für alle Wetterbedingungen geeignet sein.
Zudem gelten sie als sicherer, da sie kein flüchtiges Lithium enthalten. Durch die steigenden Lithiumpreise sind sie außerdem wieder kostengünstiger als LiFePO4-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Laut dem CEO von CATL könnten Natrium-Ionen-Batterien die Hälfte der derzeit im Massenmarkt für E-Autos beliebten LFP-Chemie ersetzen. Es bleibt also spannend, welche Fortschritte die Natrium-Ionen-Batterietests unter realen Bedingungen machen.


















