
Preiswerte Powerstation für Camping, Notstrom & Co: Oscal PowerMax 1800 SE im Praxis-Test
1 kWh & 1.800 W.
Die Oscal PowerMax 1800 SE ist eine 1 kWh große Powerstation im handlichen Format zu einem attraktiven Preis. Unser Test verrät, was der Solargenerator bietet und kann - und was nicht.Marcus Schwarten Veröffentlicht am 🇺🇸
Oscal PowerMax 1800 SE Testfazit: Handliche Powerstation
Insgesamt hat die Oscal PowerMax 1800 SE im Test einen soliden Eindruck hinterlassen. Sie ist relativ handlich, bietet eine ordentliche Ausgangsleistung und ist über die recht rudimentäre App auch aus der Ferne steuerbar. Ein paar Kritikpunkte mussten wir in der Praxis aber leider auch feststellen, unter anderem der nicht deaktivierbare, nervige Piepton.
Im Vergleich zu anderen Modellen wie beispielsweise der Anker Solix C1000 Gen 2, die im Handel teils kaum mehr kostet, hat sie aber in einigen Punkten das Nachsehen, unter anderem bei der Leistung und dem Gewicht. Wer ein gutes Angebot zum attraktiven Preis für die PowerMax 1800 SE findet, kann aber auch hier getrost zugreifen - wenn mit den im Test erwähnten Kritikpunkten gelebt werden kann.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für die Oscal PowerMax 1800 SE beträgt 659,99 Euro. Sie ist allerdings in der Regel direkt beim Hersteller sowie bei Amazon für deutlich weniger erhältlich.
Mit dem Boom der Powerstations seit einigen Jahren sind auch immer mehr Hersteller auf den Zug aufgesprungen. Neben den bekannten Marken wie Anker Solix, Bluetti, EcoFlow oder Zendure gibt es noch viele weitere Hersteller. Dazu zählt Oscal, die ebenfalls eine Reihe von Solargeneratoren unterschiedlicher Kapazität offerieren.
Die Oscal PowerMax 1800 SE ist eines der kompakteren Modelle. Dieses zählt in die 1-kWh-Klasse und wird zu einem relativ günstigen Preis angeboten. Was die Powerstation bietet und was sie taugt, haben wir in der Praxis ausprobiert.
Datenblatt Oscal PowerMax 1800 SE
| Eigenschaft/Model | Oscal PowerMax 1800 SE |
| Kapazität | 1.024 Wh (LiFePO₄) |
| erweiterbar | nein |
| Dauer-/Spitzenleistung | 1.800 W / 3.600 W |
| Ausgänge | 3xAC, 2xUSB-C, 2xUSB-A, 1xKfz, 2xDC5521 |
| Ladeleistung AC | 800 W |
| Ladeleistung DC (Solar) | 800 W |
| Eingänge | 1xAC, 1xXT60 |
| Licht | ja |
| App | ja |
| Gewicht | ca. 15 kg |
| Abmessungen | 39 x 23 x 25,4 cm |
| UVP | 659,99 Euro |
| erhältlich bei | Amazon |
Ausstattung: Handliche Powerstation mit 1 kWh
Die solide verarbeitete Oscal PowerMax 1800 SE wartet nicht mit 1,8 kWh auf, wie man beim Namen vermuten könnte. Stattdessen sind es 1.024 Wh, wobei der Hersteller auf die übliche, langlebige LiFePO4-Batterietechnologie setzt. Die "1800" im Namen steht für die Ausgangsleistung, die bei 1.800 W liegt. Kurzzeitig sind sogar bis zu 3.600 W (Spitzenleistung) möglich.
Abgegeben wird die Leistung primär über drei AC-Steckdosen, die hinter Gummiabdeckungen in der Front versteckt sind. Dazu kommen eine ganze Reihe von Gleichstromanschlüssen. Über zwei USB-C-Ports lassen sich bis zu 100 W abrufen, über zweimal USB-A sind es 18 und 15 W. Dazu kommen die obligatorische 12V-Autosteckdose mit 120 W (Zigarettenanzünder) sowie zwei hierzulande eher seltener anzutreffende DC5521-Ports mit jeweils 60 W.
Auf der Eingangsseite sind bis zu 800 W möglich, wobei die Ladeleistung sowohl über das Stromnetz, über Solarpanels als auch kombiniert erreichbar ist. Dazu runden eine USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung), ein großes Display sowie eine breite LED-Leuchte die Ausstattung ab. Verpackt ist dies alles in einem gut 15 kg wiegenden und rund 39 x 23 x 25 cm messenden Gerät.
App & Bedienung: Rudimentäre App
Die Oscal PowerMax 1800 SE unterstützt WLAN sowie Bluetooth und lässt sich so aus der Nähe und Ferne via Smartphone steuern. Allerdings bietet Oscal keine eigene App an, sondern setzt auf die von vielen Herstellern genutzte SmartLife App. Diese gibt es kostenlos für iOS und Android, erfordert vor der Nutzung aber eine Registrierung.
Der Verbindungsaufbau hat im Test problemlos funktioniert. Anschließend lassen sich über die App nicht nur die aktuellen Energieströme beim Entladen und Laden einsehen. Sondern es können auch über das Smartphone die AC- und DC-Ausgänge sowie die Leuchte mit ihren verschiedenen Helligkeiten und Blinkmodi ein- und ausgeschaltet werden.
Ansonsten sind die Möglichkeiten relativ begrenzt. In den Einstellungen lassen sich Lade- und Entladegrenzen sowie das automatische Ausschalten von AC und Display regeln. Vor allem eines haben wir aber vermisst. Bei jeder Aktivität, kurz der Entladegrenze und bei Überlastung piept die Powerstation relativ laut und unangenehm, was sich in der App leider nicht ausstellen lässt. Es gibt nur eine Option zum Dauerpiepen, um die Powerstation zu orten. Auch die deutsche Lokalisierung lässt an mancher Stelle zu wünschen übrig.
Neben der rudimentären App ist die Bedienung natürlich direkt am Gerät möglich. Neben Ein-/Ausschalter und einer Taste zum (De-)Aktivieren von WLAN und Bluetooth gibt es auch Schalter für die AC- und DC-Ausgänge sowie das Licht. Jedes Drücken wird mit dem besagten und nicht deaktivierbaren Piepgeräusch quittiert. Das mittig platzierte Display informiert alternativ zur App ebenfalls über die aktuellen Zustände.
Wichtig ist, dass der AC-Wechselrichter, die Konnektivität sowie im Idealfall die komplette Powerstation bei Nichtnutzung ausgeschaltet werden. Nicht nur, dass die eingeschaltete PowerMax 1800 SE bei aktiviertem Wechselstrom selbst ohne angeschlossene Geräte gelegentlich recht laut mit ihrem Lüfter rauscht. Auch der Akku entleert sich so automatisch ziemlich zügig, sodass sich die Powerstation bei Aktiviertem AC und WLAN ohne einen einzigen versorgten Verbrauchern nach rund eineinhalb Tagen selbst leergesaugt hat. Hier sind einige andere Modelle effizienter.
Praxis: PowerMax 1800 SE zeigt Stärken und Schwächen
In der Praxis hat die PowerMax 1800 SE im Test die viele gängige Geräte zuverlässig mit Strom versorgt. Mehrere starke Verbraucher gleichzeitig sind aber nicht möglich - zum einen aufgrund der Ausgangsleistung, zum anderen wegen der überschaubaren Kapazität. Hier empfehlen sich eher größere und stärkere Modelle wie die Anker Solix C2000 Gen 2 oder die Bluetti Elite 300.
Selbst ein leistungsstarker Föhn kann beispielsweise schnell an die 1.800-W-Marke herankommen - oder diese sogar übersteigen. Dank der kurzzeitigen Spitzenleistung lässt sich das Gerät dennoch eine Weile nutzen, allerdings begleitet von ständigem Piepen als Hinweis auf die Überlastung. Wer sich für die PowerMax 1800 SE entscheidet, sollte also vorher gut überlegen, was für Verbraucher er daran anschließen und betreiben möchte. Sie ist eher für Camping und das mobile Laden von Smartphones, Notebooks oder Kühlboxen ausgelegt, weniger für Werkzeuge und andere energiehungrige Verbraucher.
Beim Einsatz unterwegs spielt dann auch das Gewicht einen entscheidenden Faktor. Während die Abmessungen im Vergleich zur Konkurrenz im Rahmen sind, ist das Gewicht mit seinen rund 15 kg doch etwas höher als manch Wettbewerber. So bringt die vergleichbare Anker Solix C1000 Gen 2 rund 4 kg weniger auf die Waage. Ein echtes Schwergewicht ist die Oscal PowerMax 1800 SE aber auch nicht, zumal sie mit ihren zwei massiven Griffen gut zu tragen ist. Zudem hat sie eine integrierte LED-Leuchte, die beim Camping und Stromausfall praktisch ist. Die kann in mehreren Helligkeitsstufen leuchten sowie diversen Modi wie SOS blinken.
Einer der weiteren wesentlichen Punkte, wie "weit" man mit der Kapazität kommt, ist die Effizienz. Hierfür haben wir die Powerstation konstant mit rund 250 W über eine der AC-Steckdosen von 100% auf 0% leerlaufen lassen. Hierbei haben wir knapp 920 Wh entnehmen können, was einer Effizienz von knapp 90 Prozent ergibt. Das ist ein absolut solider Wert. In die entgegengesetzte Richtung sind beim AC-Laden mit bis zu 800 W gut 1.160 Wh ins Gerät geflossen, womit gut 88 Prozent im Akku angekommen sind.
Beim Laden fällt aber das geringe Tempo auf. Maximal 800 W selbst bei AC und DC kombiniert sind schon relativ langsam. So ist gut eineinhalb Stunden Geduld gefragt, bis die Powerstation trotz ihrer überschaubaren Kapazität wieder komplett geladen ist. Das können manch andere schneller, beispielsweise die bereits erwähnte Anker Solix C1000 Gen 2. Während des Ladevorgangs rauscht die PowerMax 1800 SE mit rund 44 dB. Bei der Entladung unter Volllast können es je nach Last auch mal über 50 dB (jeweils gemessen aus 1 m Entfernung) werden.
Ebenfalls negativ im Test aufgefallen ist uns, dass der AC-Ausgang auf dem Display im Vergleich zu unserem Messgerät zu hoch angegeben wurde. Beim Effizienztest haben wir nur rund 250 W bezogen, angezeigt wurden aber 350 W. Das unterstützt nicht gerade das Vertrauen und macht auch die Kalkulation der angezeigten Restlaufzeit ungenau.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
























