
So leicht waren 2 Kilowattstunden noch nie: Anker Solix S2000 Powerstation im Praxis-Test
Gewicht einer 1-kWh-Powerstation.
Die Anker Solix S2000 wiegt kaum mehr als eine 1-kWh-Powerstation, bietet mit 2 kWh aber doppelt so viel Kapazität. Welche weitere Stärken der Solargenerator bietet und was für Kompromisse erforderlich sind, verrät unser Test.Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Anker Solix S2000 Testfazit: 2-kWh-Powerstation für unterwegs
Gut 16 kg sind für eine Powerstation mit 2 kWh Kapazität extrem leicht. Auch bei den Abmessungen präsentiert sich die Anker Solix S2000 ultrakompakt, vor allem bei der Stellfläche. Damit ist der Solargenerator die perfekte Stromversorgung für Camping und andere Outdoor-Aktivitäten.
Der große Vorteil kommt aber nicht ohne Einschränkungen. Die 1.500 AC-Ausgangsleistung sind nicht sonderlich üppig, für viele mobile Anwendungsszenarien aber ausreichend. Verzichten müssen Käufer zudem auf eine integrierte LED-Leuchte sowie den einen oder anderen Port. Mit vier Steckdosen und dreimal USB sind die wichtigsten Anschlüsse aber vorhanden.
In der Praxis lässt sich viel Energie aus der Anker Solix S2000 herausholen, was zu mehr Laufzeit führt. Beim Laden ist sie hingegen nicht nur langsamer, sondern benötigt über das AC-Netz auch etwas mehr Strom als manch andere 2-kWh-Powerstation.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für die Anker Solix S2000 beträgt 1.199 Euro. Im Handel ist sie aber zumeist bereits für deutlich weniger erhältlich, beispielsweise direkt beim Hersteller oder bei Amazon.
Mit der Anker Solix C2000 Gen 2 (ca. 950 Euro bei Amazon) hatte Anker Solix vor rund einem Jahr eine nur 18,9 kg wiegende Powerstation mit 2 kWh Kapazität auf den Markt gebracht. Nun unterbietet man diesen Wert noch einmal um mehr als 2,5 kg. Zur IFA 2026 ist die Anker Solix S2000 auch in Europa angekommen, nachdem diese bereits einige Monate zuvor in den USA erschienen war.
Die Anker Solix S2000 ist laut Hersteller die kompakteste 2-kWh-Powerstation überhaupt. Dem können wir beipflichten - zumindest ist uns kein kompakteres und leichteres Modell in dieser Klasse bekannt. Welche Kompromisse das geringe Gewicht mit sich bringt, zeigt unser Anker Solix S2000 Test.
Datenblatt Anker Solix S2000
| Kapazität | 2.000 Wh |
| erweiterbar | nein |
| Dauer-/Spitzenleistung AC | 1.500 W (3.000 W) |
| Ausgänge | 4xAC, 2xUSB-C, 1xUSB-A |
| Ladeleistung AC | 1.150 W (1.500 W) |
| Ladeleistung DC (Solar) | 400 W |
| Eingänge | 1xAC, 1xXT60i |
| Licht | nein |
| App | ja |
| Gewicht | 16,2 kg |
| Abmessungen | 20,8 × 28,2 × 32,3 cm |
| UVP | 1.199 Euro |
| erhältlich bei | u.a. Amazon |
Ausstattung: 16,2 kg leichte 2-kWh-Powerstation
Fangen wir mit den auffälligsten Merkmalen der Anker Solix S2000 an: Größe und Gewicht. Mit 20,8 × 28,2 × 32,3 cm in Breite, Tiefe und Höhe fällt die Powerstation für ein Modell mit 2.000 Wh Kapazität äußerst kompakt aus und ist damit auch noch einmal handlicher als die Anker Solix C2000 Gen 2.
Noch extremer ist es beim Gewicht. Mit nur 16,2 kg ist die Anker Solix S2000 die leichteste 2-kWh-Powerstation, die uns bisher untergekommen ist. Sie wiegt noch einmal 2,7 kg weniger als die C2000 Gen2. Zum Vergleich: Die erst kürzlich von uns getestete Oscal PowerMax 1800 SE (ca. 370 Euro bei Amazon) wiegt nur gut 1 kg weniger als die S2000, bietet aber halb so viel Akkukapazität. Hierbei setzt Anker Solix auf die üblichen LFP-Zellen, die mit einer Lebensdauer von 6.000 Ladezyklen bis 80 Prozent angegeben sind.
Kompaktheit und Leichtigkeit bedeuten natürlich gewisse Kompromisse. So liegt unter anderem die AC-Ausgangsleistung mit 1.500 W (kurzzeitige Spitzenleistung 3.000 W, Bypass-Modus 2.300 W) auf einem überschaubaren Niveau, fällt damit deutlich geringer aus als bei vielen anderen 2-kWh-Powerstations.
Keine Abstriche muss mit vier Stück bei der Anzahl der AC-Steckdosen gemacht werden - auch wenn diese mit zwei Stück in der Front und zwei auf der Rückseite etwas ungewöhnlich verteilt sind. Hinten findet sich auch der AC-Eingang, durch den ebenfalls überschaubare 1.150 W in den Akku fließen. Wem das zu langsam ist, kann über die App den UltraFast-Modus mit 1.500 W aktivieren.
In der Front sind neben einem XT60i-Eingang, über den die Powerstation mit maximal 400 W über Solarpanel(s), Lichtmaschine und Co geladen werden kann, zudem noch weitere Anschlüsse untergebracht. Hier fällt die Auswahl mit zweimal USB-C (1x 100 W, 1x 15 W) sowie einmal USB-A (12 W) aber überschaubar aus. Auf weitere DC-Ausgänge müssen Käufer der Anker Solix C2000 verzichten. Das gilt auch für die Erweiterbarkeit des Akkus und eine LED-Leuchte, nicht hingegen für ein Display. Im Lieferumfang ist nur ein AC-Ladekabel enthalten.
App & Bedienung: Diverse Optionen am Smartphone
Fangen wir mit der Bedienung am Gerät an, die sehr einfach gehalten ist. Neben der Powertaste oben rechts neben den USB-Ports gibt es nur noch einen weiteren Knopf. Der liegt auf der linken Seite der USB-Anschlüsse und dient zum Ein- und Ausschalten der AC-Steckdosen und damit dem 230-V-Wechselrichter. Dieser sollte möglichst immer nur bei Nutzung von 230 V eingeschaltet sein - wobei es bei der Anker Solix S2000 auch nicht ganz so gravierend ist, wenn das Ausschalten mal vergessen wird, wie wir weiter unten schildern.
Das große Display zeigt in gewohnter Manier nicht nur den aktuellen Akkustand, sondern auch die derzeitigen Energieflüsse sowie die entsprechende Restlaufzeit an. Alternativ lässt sich dies auch über die für iOS und Android verfügbare Anker App einsehen. Der Verbindungaufbau hat im Test problemlos funktioniert. Die Powerstation funkt sowohl mit Bluetooth als auch Wi-Fi, kann somit bei Vorhandensein eines WLAN-Netzwerkes auch aus großer Entfernung bedient werden.
Dazu ermöglicht die App eine Reihe von Einstellungen. Neben verschiedenen Betriebsmodi samt Notfall- und Schnellladeplan lässt sich hier unter anderem das schnellere Aufladen (1.500 W) aktivieren. Dies geht aber zulasten der Langlebigkeit. Beim Standard-Ladetempo ist der Solargenerator mit rund 35 dB kaum wahrnehmbar. Auch unter Ausgangslast bleibt der mobile Energiespeicher zumeist angenehm leise.
Zudem stehen im Menü der App noch weitere Optionen parat. So lassen sich unter anderem Gerät, AC und Bildschirm bei Nichtnutzung nach einer einstellbaren Zeit automatisch ausschalten, um Energie zu sparen. Dazu lassen sich die Lade- und Entladegrenze der Batteriezellen einstellen, Firmwareupdates (wenn verfügbar) installieren sowie im USV-Betrieb eine Benachrichtigung per Push im Falle eines Stromausfalls aktivieren.
Praxis: Effizienter Betrieb, aber auch Kompromisse
In der Praxis profitieren Nutzer vor allem vom geringen Gewicht und Platzbedarf. Das ist beispielsweise ideal beim Camping oder anderen Gelegenheiten, bei denen die Powerstation mobil eingesetzt werden soll. Gut 16 kg dürften - auch dank der zwei Griffmulden links und rechts - für viele noch recht gut zu heben sein.
Negativ beim Außen- oder Notstromeinsatz mag hingegen dem einen oder anderen die fehlende LED-Lampe auffallen, die Anker Solix aus Gewichtsgründen nicht das erste Mal eingespart hat - sich in alten und anderen Modellen aber gelegentlich als praktisch erweist. Auch die fehlende Kfz-Steckdose mag dem einen oder anderen fehlen, beispielsweise für den Betrieb einer Kühlbox.
Vor dem Kauf sollte aber in jedem Fall klar sein, dass 1.500 W Ausgangsleistung nicht sonderlich üppig sind. Ein Föhn lässt sich (je nach Modell) nicht zwingend dauerhaft auf höchster Stufe betreiben. Und auch einige andere Geräte wie Werkzeuge und Co bringen die Anker Solix S2000 im Test schnell an ihre Grenzen - oder darüber hinaus. Auch bei der im Test reaktionsschnell eingreifenden USV-Funktion für eine unterbrechungsfreie Versorgung ausgewählter Geräte bei einem Stromausfall schränkt das Leistungslimit etwas ein, langt für wichtige Verbraucher wie Kühl- und Gefrierschrank aber. Punkten kann die S2000 hierbei mit ihrem Bypass-Verbrauch von nur rund 3 Watt.
Auch sonst ist uns die Effizienz der S2000 im Test positiv aufgefallen. Beispielsweise verbraucht sie nur gut 10 Prozent Akkuladung pro 24 Stunden, wenn sie eingeschaltet mit aktiviertem AC herumsteht. Das ist deutlich weniger als bei vielen anderen Powerstations, die sich so meist nach wenigen Tagen leersaugen. Hier zeigt die Anker Solix S2000 viel Ausdauer.
Auch unter Last arbeitet sie sehr effizient. Von der angegebenen Kapazität von 2.000 Wh konnten wir bei rund 250 W AC-Dauerlast gut 1.900 Wh aus der Powerstation ziehen, was sehr gute 95 Prozent ergibt. Beim Nachladen mit maximal 1.100 W war sie aber leider nicht ganz so effizient. Hier sind gut 2.400 Wh durchs Messgerät geflossen, von denen gut 82 Prozent im Akku angekommen sind. Somit sind insgesamt ca. 78 Prozent der eingesetzten Energie auch wieder abrufbar.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.





















