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Qualcomm: Snapdragon 830 soll Quick Charge 4.0 bieten, Google dagegen

USB-C setzt sich durch, die Ladetechnologien der Hersteller bleiben aber inkompatibel zueinander.
USB-C setzt sich durch, die Ladetechnologien der Hersteller bleiben aber inkompatibel zueinander.
Qualcomm will kommendes Jahr im Snapdragon 830 mit der bis zu 28 Watt starken Quick Charge 4.0-Technologie aufwarten, doch Google empfiehlt, auf den USB-C PD-Standard zu setzen.

2016 gibt es im Mobilbereich ganze vier unterschiedliche proprietäre Schnellladetechnologien. Qualcomm ist mit seiner Quick Charge-Serie, die mittlerweile bei der Version 3.0 angelangt ist am populärsten, daneben gibt es noch MediaTek mit Pump Express sowie die ebenfalls proprietären Technologien VOOC von Oppo, die auch beim OnePlus 3 eingesetzt wird sowie Huawei's eben erst für das Mate 9 angekündigte Technologie SuperCharge. Mit dem USB-C Standard Power Delivery (PE), der auf Laptops bis zu 100 Watt bieten kann, ist aus obiger Liste nur MediaTeks Pump Express kompatibel, der Rest nicht.

Proprietäre Ladetechnologien

Das bedeutet, dass die Ladegeräte nicht beliebig austauschbar sind. Wenn man sein Smartphone mit einem inkompatiblen Adapter lädt, dann wird der kleinste gemeinsame Nenner herangezogen, und das ist die langsamste Variante mit 5 Volt und 2 Ampere, also maximal 10 Watt. Während Quick Charge 3.0 bis zu 18 Watt überträgt, geht VOOC bis zu 20 Watt, Huawei's SuperCharge sogar bis zu 22,5 Watt. Eine neue Version der Qualcomm-Technologie Quick Charge soll im kommenden Jahr bis zu 28 Watt bieten.

Quick Charge 4.0

Quick Charge 4.0 wird, Gerüchten zufolge, mit dem Snapdragon 830 Einzug in die Android-Flaggschiffe des kommenden Jahres halten und dank einer Qualcomm-Technologie namens Intelligent Negotiation for Optimum Voltage (INOV) die Ladeströme intelligent anpassen können. Google ist allerdings gegen den vermehrten Einsatz proprietärer Ladetechnologien und empfiehlt Herstellern stattdessen auf den Standard USB-PE zu setzen. Im Android Compatibility Definition Document (CDD) bittet Google die Smartphone-Produzenten, zukünftig  auf den Power Delivery-Standard zu setzen und warnt, dass dies demnächst für alle USB-C-Geräte zur Pflicht werden könnte.

Google empfiehlt Power Delivery

Vermutlich wird diese Empfehlung im kommenden Jahr allerdings noch nicht zu einer breiten Vereinheitlichung führen. Somit wird weiterhin je nach Hersteller ein proprietäres Ladegerät nötig sein, um jeweils mit der maximal möglichen Geschwindigkeit zu laden. Wie bei der ebenfalls anfangs nur empfohlenen Verschlüsselung auf Android-Phones, wird es wohl erst dann eine einheitliche Umsetzung geben, wenn Google dies auch als Pflicht vorschreibt, meint beispielsweise ArsTechnica.

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Autor: Alexander Fagot, 12.11.2016 (Update: 12.11.2016)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.