Resident Evil Requiem performt mit Denuvo-Crack offenbar besser

Denuvo hat viele populäre Spiele vor Raubkopien geschützt. Inzwischen ist die Kopierschutz-Software von Irdeto jedoch angreifbar geworden. Etwas mehr als fünf Wochen nach dem Release von Resident Evil Requiem (bei Amazon bestellbar) ist eine gecrackte Version des Survival-Horror-Hits aufgetaucht. Eine Leistungsanalyse stützt zudem die Vorwürfe, dass der Kopierschutz die Performance verschlechtert.
Denuvo-Cracks kommen schneller
Bemerkenswert an diesem jüngsten Erfolg der Gegner des Kopierschutzes ist vor allem, wie schnell er erreicht worden ist. Häufig dauert es Monate oder sogar Jahre, bis Denuvo überwunden wird, einige ältere Spiele bleiben sogar weiterhin verschont. Ein Artikel von Tom's Hardware beschreibt, wie der Hacker voices38 den Prozess nach und nach beschleunigt hat.
Der Cracker hat bis 2025 an Bekanntheit gewonnen und spielbare Versionen zuvor geschützter Titel verbreitet. Berichten zufolge hat voices38 ein Toolkit und eine Vorgehensweise entwickelt, die bei vielen Zielen funktioniert. Sollte Irdeto keine Gegenmaßnahmen ergreifen, könnten auch weitere Neuerscheinungen wie Resident Evil 9 anfällig für Raubkopien werden.
Ein weiteres Problem für das Cybersicherheitsunternehmen ist die Hypervisor-Umgehung. Bei dieser Methode werden keine Codezeilen entfernt. Stattdessen täuscht eine Virtualisierungsebene den Spielen vor, dass ein System über die nötigen Rechte zum Starten des Spiels verfügt. Das hat der Szene rund um Raubkopien zwar Auftrieb gegeben, gleichzeitig müssen Spieler dafür aber die Sicherheitseinstellungen von Windows ändern und setzen sich damit womöglich einem höheren Angriffsrisiko aus.
Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Hypervisor-Umgehung künftig einfacher umsetzen lässt und weniger riskant wird. Unabhängig davon löst sie jedoch nicht die Kritik am Einfluss von Denuvo auf die Bildfrequenz. In einigen Fällen belastet der Schutz den Prozessor stärker oder beansprucht zusätzliche Ressourcen. Der YouTuber ChillyWillMD hat das veranschaulicht, indem er die Leistung von Resident Evil Requiem ohne den Kopierschutz gemessen hat.
Wie stark bremst der Kopierschutz die Performance von RE9?
Wie im Video zu sehen ist, hat die Version ohne Denuvo 5 Prozent mehr FPS erreicht. Im direkten Vergleich mit der Hypervisor-Alternative hat der PC außerdem bis zu 1GB weniger Arbeitsspeicher genutzt. In manchen Szenen hat die gecrackte Version zudem 2GB VRAM auf der GPU freigemacht, wodurch mehr Spielraum für anspruchsvolle Path-Tracing-Effekte geblieben ist.
Bei Systemen, die weniger anfällig für CPU-Limits sind, fällt der Unterschied womöglich nicht besonders groß aus. Capcom dürfte darüber hinaus kaum in Panik geraten sein, da sich Resident Evil Requiem zum Release stark verkauft hat. Dennoch könnte die Branche schon bald ähnliche Hacks erleben, die deutlich näher am Verkaufsstart neuer Spiele auftauchen.









