SpaceX nennt technische Details zu AI1-Satelliten und Kühlung für das Starmind-Rechenzentrum im All

Nachdem SpaceX seine geplante Konstellation orbitaler Rechenzentren auf den Namen Starmind getauft hat, treibt das Unternehmen sein Vorhaben weiter voran, KI-Rechenleistung von der Erde ins All zu verlagern.
Dazu hat SpaceX nun eine eigene Website für Starmind veröffentlicht. Dort werden erstmals nähere Details zu den AI1-Satelliten genannt, die die Konstellation mit bis zu einer Million Einheiten bilden sollen. Laut SpaceX können die Satelliten KI-Chips beliebiger Hersteller aufnehmen – von Nvidia bis hin zu Chips aus Teslas eigener Terafab-2-nm-Fertigung.
Technische Daten des SpaceX Starmind AI1-Satelliten
Jeder AI1-Satellit ist für eine durchschnittliche KI-Rechenleistung von 120 kW ausgelegt und soll kurzfristig bis zu 150 kW erreichen. Damit entspricht die Leistung eines einzelnen Satelliten in etwa der eines modernen Server-Racks in einem herkömmlichen Rechenzentrum. Kompakt ist die Hardware allerdings nicht: Der Satellit misst im ausgeklappten Zustand rund 20 Meter Höhe und erreicht mit vollständig entfalteten Solarpaneelen eine Spannweite von 70 Metern – breiter als der Rumpf einer Boeing 747. Deshalb soll für den Start die künftige Starship-Rakete von SpaceX eingesetzt werden.
Der Großteil der Abmessungen entfällt auf die Solaranlagen, die den hohen Energiebedarf der KI-Hardware decken sollen. Die Satelliten sollen in einer Höhe von etwa 600 Kilometern betrieben werden, um nicht mit den bis zu 100.000 Starlink-Gen3-Satelliten zu kollidieren, die sich auf niedrigeren Umlaufbahnen befinden und selbst etwa die Größe einer Boeing 737 erreichen.
Im Gegensatz zu den Starlink-Satelliten der zweiten und dritten Generation, die Internetdaten zu Starlink-Mini-Antennen übertragen, sollen die Starmind-Satelliten KI-Inferenzberechnungen direkt im Orbit ausführen. Die Ergebnisse werden anschließend per Laserverbindung zwischen den Satelliten weitergereicht und schließlich über das Starlink-Netz an Bodenstationen übertragen.
Auf der Starmind-Website hebt SpaceX zudem die Vorteile des Weltraums hervor: kostenlose Solarenergie rund um die Uhr, natürliche Kühlung durch das Vakuum sowie den Wegfall von Flächen- und Wasserversorgungsproblemen, mit denen terrestrische KI-Rechenzentren zunehmend zu kämpfen haben. Die Kühlung soll über 110 Quadratmeter große Flüssigkeitsradiatoren erfolgen, die Wärme in das Vakuum des Weltraums abstrahlen. Redundante Kühlkreisläufe sowie Schutzvorrichtungen gegen Mikrometeoriten und Weltraumschrott sollen dabei für einen zuverlässigen Betrieb sorgen.
Experten und konkurrierende Unternehmen äußern allerdings Bedenken – insbesondere hinsichtlich der geplanten Kühlung im Vakuum sowie der enormen Anzahl zusätzlicher Satelliten in einer ohnehin stark ausgelasteten Erdumlaufbahn. SpaceX scheint jedoch entschlossen zu sein, diese Herausforderungen parallel zum Aufbau der Konstellation und dem Start der AI1-Satelliten zu bewältigen.
Die ersten AI1-Prototypen sollen Anfang 2027 starten. Noch im selben Jahr soll die Serienproduktion in einer neuen Fabrik namens Gigasat beginnen. Ob SpaceX die in den FCC-Unterlagen angekündigte Konstellation mit bis zu einer Million Satelliten tatsächlich realisieren kann, bleibt abzuwarten. Mit einer eigenen Starmind-Website und den finanziellen Mitteln aus dem Börsengang hat das Projekt die reine Konzeptphase jedoch offensichtlich bereits hinter sich gelassen.













