
49 Zoll, flach, Ultra-Wide und Mini-LED: Innocn E49M1R für CAD und Kreative im Test
Flach statt Curved.
Der Innocn E49M1R ist ein ungewöhnlicher 49-Zoll-Ultrawide: Statt einer Krümmung setzt der Monitor auf ein komplett flaches Panel mit 5.120 × 1.440 Pixeln und Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Das soll vor allem bei CAD, Bildbearbeitung und anderen kreativen Anwendungen Vorteile bringen. Funktioniert das?Christian Hintze 👁 Veröffentlicht am
Testfazit - Flaches 49-Zoll-Design für CAD und Kreative
Der Innocn E49M1R will mit seinem ungekrümmten Ultra-Wide-Design Creator und Professionelle von sich überzeugen. Kontrast und Helligkeit sind gut, die Mini-LEDs leuchten den Monitor recht gleichmäßig aus, zudem inkludiert der Monitor praktische Funktionen wie das Anzeigen mehrerer Quellen nebeneinander. Für alle, die technische Zeichnungen anfertigen und einen ultra-breiten Monitor dafür benötigen, könnte das Konzept also aufgehen.
Der helle, ultra-breite Innocn E49M1R verzerrt technische Zeichnungen nicht wie gekrümmte Monitore, das VA-Panel ist hinsichtlich Blickwinkelstabilität jedoch nicht perfekt.
Überall wo es hingegen auf genaue Farben ankommt, ist das Fazit weniger eindeutig. Denn mit der extremen Breite kommt es blickwinkelbedingt an den Rändern doch zu Helligkeitsverlusten und Sättigungsrückgang, man sieht nicht überall auf dem Monitor das exakt gleiche Bild. Hinzu kommt der dann doch etwas eingeschränkte Farbraum, Display P3 wird unseren Messungen nach nur zu 83 Prozent abgedeckt.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
In Deutschland ist der Monitor bislang noch nicht angekommen, das soll sich aber noch ändern.
Alternativ kann man den Bildschirm für $889,99 direkt vom Hersteller beziehen oder für $783,49 über die US-Seite von Amazon.
Der Innocn E49M1R vereint zwei herkömmliche 27-Zoll-16:9-Monitore in einem Gerät. Bei einer Ultra-Wide-Auflösung von 5.120 x 1440 Pixel sind nahezu alle Konkurrenten gekrümmt, damit die Bildschirmenden wenigstens annähernd den gleichen Abstand vom Betrachter haben wir die Bildschirmmitte. Nicht so beim komplett flachen Innocn-Monitor.
Das ist Absicht, sagt der Hersteller, denn Krümmungen haben optische Verzerrungen zur Folge, Editing von Bildern und Videos kann das negativ beeinflussen, ihr Monitor wäre hier besser geeignet. Oder anders gesagt: Krümmungen sorgen in Games für mehr Immersion, flache Monitore in CAD, Photoshop und Co für mehr Präzision und getreuere Darstellung. Wir haben uns selbst einen Eindruck vom 49-Zoll-Bildschirm verschafft.
Gehäuse & Verarbeitung - Stabiler Stand trotz XXL-Breite
Das ultra-breite Panel ist in einen schwarzen Plastikrahmen eingefasst. Seitlich sind die Ränder minimal und werden durch Glasrand ergänzt, nur unten gibt es eine etwas breitere Plastikschiene. Zentral unten sind die, anders als beim Innocn CB32U1, zum Glück beschrifteten Bedieneinheiten in Form von fünf Druckknöpfen.
Dafür ist der Standfuß aus Metall und sehr stabil. Das muss auch so sein, da die extreme Breite einiges von ihm abverlangt. Wackelt man am Monitor, so schwingt die Bildeinheit noch länger nach, der Standfuß bleibt jedoch total stabil. Dazu gibt es eine Öffnung im Ständer als Kabelführung.
Die Aufhängung erlaubt Kippen, Schwenken und eine Höhenverstellung, drehen lässt sich das Ultra-Wide-Format nicht.
Anschlüsse - 4 Bildquellen, USB-Hub
Alle Anschlüsse befinden sich hinten, auch Kabel werden nicht von unten oder der Seite sondern direkt von hinten eingesetzt.
Von vorne gesehen links sitzt der Stromanschluss für ein normales PC-Kabel, ein Adapter ist nicht nötig. Rechts befinden sich die restlichen Anschlüsse inklusive 2x USB-A (z.B. Maus und Tastatur) und USB-B (Datenkanal zum PC) für einen aufgeräumteren Schreibtisch und mehr freie Ports am PC.

Zubehör - HDMI- und DP-Kabel
Innocn packt neben dem Stromkabel noch ein HDMI- sowie ein DP-Kabel sowie eine Kurzanleitung plus Kalibrierzertifikat bei.

Specifications - Mini-LED, 1.760 Dimming-Zonen, bis zu 1.000 Nits
Bis zu 1.000 Nits Helligkeit soll das Panel bieten, die Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung kann in 1.760 Zonen dimmen. Dazu gibt es Funktionen wie Picture-by-Picture, sodass der Monitor in der Mitte geteilt das Bild zweier Bildeingänge anzeigen kann. Man kann also zwei PCs/Inputs anschließen und sich beide Bildausgaben nebeneinander anzeigen lassen.
Anders als beim Innocn CB32U1 (Test) verfügt der E49M1R über ein Lautsprecherpaar, das den Sound hinten ausgibt. Der Klang fällt mittelprächtig aus, aber es ist gut eine weitere Option für die Audioausgabe zu haben.
| Diagonale | 49 Zoll |
| Auflösung | 5.120 x 1.440 bei 32:9 |
| Bildwiederholrate | max. 165 Hz |
| Panel | VA-Panel mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung (1.760 Dimming Zones) |
| Helligkeit | bis zu 1.000 Nits |
| Farbräume | 100% sRGB, 96% DCI-P3 and 93% Adobe RGB; DeltaE<2 |
| Unterstützte Technologien | HDR1000, FreeSync, Picture-by-Picture 4-Screen Display Funktion |
| Preis | $899 |
Bildqualität - 500 Nits SDR, hoher Kontrast
In SDR messen wir eine Helligkeit von über 500 Nits. Unter HDR kann die Peak-Helligkeitsie nochmals deutlich höhere Werte erreichen, das Bild wirkt dann aber gleichzeitig etwas "ausgewaschen". Schwarzwert und Kontraste können sich in SDR aber sehen lassen.
Subjektiv kommt das VA-Panel trotz besserer Werte nicht ganz an die Darstellung des Innocn CB32U1 (Test) mit 4K-IPS-Display heran, dessen Farben wirken einfach satter. Aber für ein VA-Panel ist die Darstellung schon sehr gut, die Werte unterstreichen dies.
| |||||||||||||||||||||||||
Ausleuchtung: 93 %
Kontrast: 2842:1 (Schwarzwert: 0.19 cd/m²)
ΔE ColorChecker Calman: 3.51 | ∀{0.5-29.43 Ø4.69}
calibrated: 2.12
ΔE Greyscale Calman: 2.97 | ∀{0.09-98 Ø4.94}
81.9% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
100% sRGB (Argyll 3D)
83% Display P3 (Argyll 3D)
Gamma: 2.28
CCT: 6916 K
| Innocn E49M1R 5120x1440, 49", 165 Hz | Titan Army C49C1S 5120x1440, 49", 240 Hz | TITAN ARMY P275MV PLUS 3840x2160, 27", 160 Hz | KTC G27P6 OLED, 2560x1440, 27", 240 Hz | KTC H27P22s AUO 7.0, IPS, 3840x2160, 27", 160 Hz | MSI MAG 274QRF QD E2 MAG 274QRF QD E2, IPS, 2560x1440, 27", 180 Hz | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Display | 1% | 8% | 3% | 2% | 9% | |
| Display P3 Coverage (%) | 83 | 83.9 1% | 94.7 14% | 86.91 5% | 86.9 5% | 97.6 18% |
| sRGB Coverage (%) | 100 | 100 0% | 100 0% | 99.23 -1% | 99.8 0% | 99.7 0% |
| AdobeRGB 1998 Coverage (%) | 81.9 | 83 1% | 88.9 9% | 86.86 6% | 81.6 0% | 88.9 9% |
| Response Times | 71% | 47% | 96% | 45% | 69% | |
| Response Time Grey 50% / Grey 80% * (ms) | 16.3 ? | 5.2 ? 68% | 12.8 ? 21% | 0.8 ? 95% | 11.8 ? 28% | 5.76 ? 65% |
| Response Time Black / White * (ms) | 20.7 ? | 5.6 ? 73% | 5.6 ? 73% | 0.8 ? 96% | 8 ? 61% | 5.73 ? 72% |
| PWM Frequency (Hz) | 6670 | 240 | ||||
| PWM Amplitude * (%) | 11 | 14 | ||||
| Bildschirm | -49% | -15% | -16% | -42% | -62% | |
| Helligkeit Bildmitte (cd/m²) | 540 | 385 -29% | 305 -44% | 320 -41% | 454 -16% | 453 -16% |
| Brightness (cd/m²) | 522 | 342 -34% | 296 -43% | 310 -41% | 398 -24% | 404 -23% |
| Brightness Distribution (%) | 93 | 82 -12% | 92 -1% | 93 0% | 79 -15% | 84 -10% |
| Schwarzwert * (cd/m²) | 0.19 | 0.58 -205% | 0.34 -79% | 0.02 89% | 0.41 -116% | 0.28 -47% |
| Kontrast (:1) | 2842 | 664 -77% | 897 -68% | 16000 463% | 1107 -61% | 1618 -43% |
| Delta E Colorchecker * | 3.51 | 3.22 8% | 2.15 39% | 10.69 -205% | 4.61 -31% | 7.97 -127% |
| Colorchecker dE 2000 max. * | 6.15 | 7.73 -26% | 4.16 32% | 15.63 -154% | 8.04 -31% | 14.32 -133% |
| Colorchecker dE 2000 calibrated * | 2.12 | 1.55 27% | 1.29 39% | 4.11 -94% | 2.57 -21% | 1.71 19% |
| Delta E Graustufen * | 2.97 | 5.63 -90% | 3.21 -8% | 7.73 -160% | 4.77 -61% | 8.2 -176% |
| Gamma | 2.28 96% | 2.44 90% | 2.52 87% | 2.2 100% | 2.28 96% | 1.46 151% |
| CCT | 6916 94% | 7226 90% | 6617 98% | 8070 81% | 7540 86% | 7427 88% |
| Durchschnitt gesamt (Programm / Settings) | 8% /
-21% | 13% /
-1% | 28% /
4% | 2% /
-20% | 5% /
-28% |
* ... kleinere Werte sind besser
Kalibrierung - Reicht der E49M1R für professionelle Arbeit?
Ab Werk ist der E49M1R gut (für sRGB), aber nicht perfekt (für DCI-P3) kalibriert. Wir haben via Calman-Software und unserem X-Rite-Farbmessgerät nachgeholfen, das kalibrierte icc-Farbprofil steht weiter oben zum kostenlosen Download bereit.
Danach verbessern sich vor allem die Abweichungen in den Grauwerten auf wie vom Hersteller versprochen unter 2, bei den Farben liegt das DeltaE noch leicht darüber.
Farbraum - Volles sRGB, aber nur 83 % Display P3
Innocn spricht von 96 % DCI-P3 (digitale Kinoprojektion) und voller sRGB-Abdeckung. Tatsächlich wird sRGB nahezu vollständig abgedeckt, beim Display-P3-Farbraum (P3 für für Displays und Bilder) messen wir gut 83 Prozent, AdobeRGB noch rund 82 Prozent.
Ob das zusammen mit den DeltaE-Werten für professionelles Editing reicht, muss jeder Anwender selbst entscheiden, der Monitor bewegt sich hier eher an der Grenze.
OSD & Einstellungen - PIP, PBP und 15 Bildmodi
Das Monitor-Menü beinhaltet ganze 15 vordefinierte Bildmodi. Darunter fallen Farbmodi wie sRGB oder DCI-P3, aber auch ein Mac-, Nacht-, Augenschon-, Film-, MOBA-Modus usw.
Bildmodi und Helligkeit sind über das Schnellmenü aufrufbar, für alles andere muss man ins Hauptmenü. Zumindest die Einstellung für die Eingangsquelle /Source hätten wir uns ebenfalls per Schnellmenü gewünscht.
Im Hauptmenü gibt es dann eine ganze Reihe an Optionen: Über Bild-in-Bild, Bild-neben-Bild, diverse Bildverbesserungen,Gaming-Hilfen wie FPS-Zähler oder Fadenkreuz bis hin zum Aktivieren von Local Dimming in 5 Stufen, das ist standardmäßig im DCI-P3-Bildmodus deaktiviert.

Reaktionszeit & Gaming - 165 Hz, aber kein E-Sports-Monitor
Dass der flache Ultra-Wide-Monitor trotz 165 Hz nicht unbedingt fürs Gaming gedacht ist, zeigen die Reaktionszeiten: 21 ms und 16 ms sind nicht übermäßig schnell. Gamen kann man natürlich trotzdem gut darauf sofern man keine E-Sports-Ansprüche hat.

PWM wird nicht zur Helligkeitsregulierung eingesetzt. Ein kleinamplitudiges Flackern ist durch die Dimming-Schaltung dennoch auszumachen, das dürfte aber auch empfindlichen Personen kaum auffallen.
Reaktionszeiten (Response Times) des Displays
| ↔ Reaktionszeiten Schwarz zu Weiß | ||
|---|---|---|
| 20.7 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert | ↗ 15.07 ms steigend | |
| ↘ 5 ms fallend | ||
| Die gemessenen Reaktionszeiten sind gut, für anspruchsvolle Spieler könnten der Bildschirm jedoch zu langsam sein. Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.1 (Minimum) zu 240 (Maximum) ms. » 47 % aller Screens waren schneller als der getestete. Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten durchschnittlich (19.7 ms). | ||
| ↔ Reaktionszeiten 50% Grau zu 80% Grau | ||
| 16.3 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert | ↗ 6.5 ms steigend | |
| ↘ 9.8 ms fallend | ||
| Die gemessenen Reaktionszeiten sind gut, für anspruchsvolle Spieler könnten der Bildschirm jedoch zu langsam sein. Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.13 (Minimum) zu 636 (Maximum) ms. » 31 % aller Screens waren schneller als der getestete. Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten besser als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (30.7 ms). | ||
Bildschirm-Flackern / PWM (Pulse-Width Modulation)
| Flackern / PWM nicht festgestellt | |||
Im Vergleich: 52 % aller getesteten Geräte nutzten kein PWM um die Helligkeit zu reduzieren. Wenn PWM eingesetzt wurde, dann bei einer Frequenz von durchschnittlich 7625 (Minimum 5, Maximum 343500) Hz. | |||
Blickwinkel - Die größte Schwäche des flachen Ultrawide
Bei dieser Breite und ohne Krümmung sollten möglichst keinerlei Farb- oder Helligkeitsverluste an den weiter entfernten Rändern auftauchen.
Tatsächlich sind diese zwar gering, VA-Panel haben hier große Fortschritte erzielt, aber durchaus noch vorhanden. Unser subjektiver Blicktest mittig frontal auf eine vollweiße Browserfläche scheint den Monitor in drei Bereiche einzuteilen: Den Bereich direkt mittig vor uns sowie die beiden Bereiche jeweils daneben an den Rändern. Letztere wirken durchaus dunkler, nicht massiv, aber sichtbar.
Für Creator und das Editing bedeutet dies, dass man mittig vor dem Monitor nicht überall das exakt gleiche Bild hat, Helligkeit und Farben eines Bildes wirken zu den Rändern hin leicht anders als zentral.
Energieverbrauch - 100 W in SDR bei voller Helligkeit
Bei einer Helligkeit von 100 Prozent verbraucht der Monitor knapp unter 100 W in SDR. Bei 90 Prozent Helligkeit verringert sich der Verbrauch auf ca. 93 W.
Unter HDR sinkt der Durchschnittsverbrauch, die Verbrauchskurve wird je nach Inhalt volatiler.
INNOCN CB27U1 – Maximale Präzision in 4K für moderne Creator
Entwickelt für professionelles Design, Content-Erstellung und Produktivität kombiniert der INNOCN CB27U1 präzise Farben, vielseitige Konnektivität und intelligente Workflow-Funktionen in einem edlen, ultra-schlanken Design. Sein 27-Zoll-4K-UHD-Display liefert 10-Bit-Farbtiefe mit 100 % sRGB-, 99 % DCI-P3- und 99 % Adobe-RGB-Farbraumabdeckung, während bereits die Werkskalibrierung mit einem DeltaE <1 eine exakte Farbwiedergabe garantiert. Ein USB-C-Anschluss mit bis zu 90 W Power Delivery, ein integrierter USB-Hub sowie der Mac-View-Modus sorgen für eine nahtlose Einbindung von MacBooks und modernen Laptop-Workflows.
Mit 11 professionellen Farbraum-Modi, speziellen Programmier-Modi und einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz wurde der Monitor für anspruchsvolle kreative und berufliche Anwendungen entwickelt. Sein 15,5 mm ultra-schlankes Unibody-Design verleiht modernen Arbeitsplätzen ein elegantes Finish.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.



































