BYD-Schnelllader versorgt rekordverdächtige 74 Autos an einem Tag – Kinder nutzen Megawatt-Ladekabel als Schaukel

Laut BYDs Bericht zur Auslastung seines Ladenetzes während der Reisewelle rund um den chinesischen Nationalfeiertag wurden an einer seiner Megawatt-Ladestationen an nur einem Tag beeindruckende 160 Fahrzeuge geladen. BYD bietet mittlerweile sowohl Elektroautos als auch Ladesäulen an, die Ladezeiten von nur fünf Minuten ermöglichen. Das ausgeklügelte T-förmige Design mit hängenden Ladekabeln erlaubt es zudem, zwei Fahrzeuge gleichzeitig an einer einzigen Ladesäule schnellzuladen.
Leider haben die hängenden Kabel auch die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich gezogen, die dabei beobachtet wurden, wie sie die Hochspannungskabel als Schaukeln nutzten. Wenngleich die Ladestationen über zahlreiche Sicherheitsmechanismen verfügen, besteht dabei die Gefahr eines Stromschlags. Ebenso könnten die Kinder die Ladeausrüstung beschädigen, was wiederum Elektroautofahrer in der Umgebung beeinträchtigen würde.
Solange der Ladestecker in seiner Halterung steckt, bleiben die Gleichstromschütze geöffnet. Strom fließt also erst, wenn der Stecker mit einem Fahrzeug verbunden ist und sämtliche Sicherheitsprüfungen erfolgreich abgeschlossen wurden. Problematischer ist die mechanische Belastung: Das Kabel hängt an einer erhöhten Führungsschiene mit Federrückzug, während der Ladestecker rund 4,5 kg wiegt. Ein schaukelndes Kind verwandelt die Konstruktion damit praktisch in ein Pendel. Unter der Kabelummantelung befinden sich Kupferleiter, Kühlmittelkanäle und ein Schutzleiter, die durch wiederholte Belastung beschädigt werden könnten, ohne dass dies äußerlich erkennbar wäre.
Dennoch bewältigte BYDs Ladenetz am Nationalfeiertag einen Rekordwert von 188.344 Fahrzeugen. Die am stärksten frequentierte städtische Ladestation befand sich auf einem Parkplatz der Jindu Auto City in Peking, wo an einem einzigen Tag erstaunliche 160 Ladevorgänge durchgeführt wurden.
Die meistgenutzte Autobahn-Ladestation an der Schnellstraße zwischen Peking und Shanghai kam auf 144 Ladevorgänge. Einer ihrer Ladeanschlüsse versorgte dabei an einem einzigen Tag 74 Fahrzeuge und gab insgesamt 4.069 kWh Energie ab. Möglich werden solche Zahlen durch die hohe Ladeleistung der Blade Battery der zweiten Generation und das 1,5-MW-Ladenetz, das BYD derzeit in rasantem Tempo ausbaut.
BYD zufolge lässt sich der Akku an diesen 1.500-kW-Ladesäulen über einen einzigen Ladeanschluss innerhalb von fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent aufladen. Nach neun Minuten sollen bereits 97 Prozent erreicht sein. Das erklärt die enormen Nutzungszahlen während einer der verkehrsreichsten Reisezeiten des Jahres. Allerdings unterstützen bislang nur neuere BYD-Flaggschiffe mit Megawatt-Antriebsarchitektur, darunter der Han L und der Tang L, diese Ladegeschwindigkeiten.
BYD ergreift inzwischen auch Maßnahmen gegen den Trend, Ladekabel als Schaukeln zu missbrauchen. Die Sicherheitsstandards sehen Prüfungen mit einer Druckbelastung von 5.000 N und Zugkräften zwischen 200 und 400 N vor, nicht jedoch wiederholte Pendelbelastungen. Der Ladeanschluss, der an einem Tag bereits 74 Autos versorgt hat, ist schließlich auch ohne einen Nebenjob als Spielplatzgerät ausreichend beschäftigt.
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