Notebookcheck

Dem erfolgreichen Gemini PDA folgt der Cosmo Communicator

Endlich: Außendisplay, Kamera und Fingerprintsensor
Endlich: Außendisplay, Kamera und Fingerprintsensor
Der Nachfolger des Gemini PDAs mit Multi-Boot-Option für Android und Linux, nun auch endlich mit 24-MP-Kamera, Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und einem zweiten Touch-Display an der Außenseite. Mit dem Cosmo Communicator reagiert Planet Computers auf die Wünsche der Backer von der letzten Indiegogo-Kampagne.

Der Cosmo Communicator lässt sich mit keinem anderen Smartphone vergleichen, es ist einzigartig. Nach der erfolgreich umgesetzten Kampagne im Vorjahr mit dem Gemini PDA, die mit erreichten 2,18 Millionen Euro weit über das angepeilte Ziel hinausgeschossen ist und im Mai 2018, zwar mit einiger Verspätung aber doch, an die Backer ausgeliefert wurde, landet Planet Computers mit dem Cosmo Communicator wohl den nächsten Clou. 

Janko Mrsic-Flogel, CEO von Planet Computers und Martin Riddiford, Chef-Designer
Janko Mrsic-Flogel, CEO von Planet Computers und Martin Riddiford, Chef-Designer
Der Cosmo Communicator erinnert ein wenig an den Nokia Communicator 9500 (2008)
Der Cosmo Communicator erinnert ein wenig an den Nokia Communicator 9500 (2008)

Wir sprechen hier nicht von einem "normalen" Smartphone, sondern von PDAs, wie von der Firma Palm, HP Jornada oder das Microsoft Pocket, die in den 90er-Jahren bis in die frühen 2000er Jahre hinein sehr populär waren. Nach und nach wurden diese dann von Smartphones, wie wir sie heutzutage kennen, abgelöst.

Planet Computers hat 2017 mit der Gemini PDA-Kampagne diesen Markt wieder reaktiviert, denn bei den heutigen Handys vermissen wir die Auswahlmöglichkeit einer vollwertigen Tastatur im Clamshell-Design. Das Gemini PDA ist vom Aussehen her der Psion Serie 5 von 1997 nachempfunden, kam aber mit einigen Tücken und Schwächen. Denn nicht nur hat die Qualitätskontrolle in China bei der ersten Fertigungsserie geschlafen und eine mehr schlecht als recht klapprige Tastatur mit schiefen Tasten erreichte die Kunden, auch viele Usability-Abstriche mussten hingenommen werden. 

Die holprige Tastatur bei der Erstauslieferung des Gemini PDA stellte nicht alle User zufrieden. (Bild: Facebook)
Die holprige Tastatur bei der Erstauslieferung des Gemini PDA stellte nicht alle User zufrieden. (Bild: Facebook)

Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung oder fehlende Kamera an der Gehäuseaußenseite sind kleine Mankos des Gemini PDAs. Auch hat man nicht an ein Außendisplay gedacht, für hereinkommende Anrufe muss das Gerät also zuerst aufgeklappt werden, wenn man wissen will, wer anruft. Zwar haben die Ingenieure von Planet Computers ein recht umfangreich programmierbares LED-System außen angebracht, das in mehreren Farben und Leuchtvarianten je nach Anrufer konfiguriert werden kann, aber im Jahr 2018 ist diese Spielerei nun mal nicht mehr State of the Art.

Das Gemini PDA von 2017/2018: Kein Außendisplay, keine Kamera
Das Gemini PDA von 2017/2018: Kein Außendisplay, keine Kamera
Das Gemini PDA von 2017/2018: Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung
Das Gemini PDA von 2017/2018: Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung
Das Gemini PDA links, der Psion der Serie 5 vom Jahr 1997 rechts.
Das Gemini PDA links, der Psion der Serie 5 vom Jahr 1997 rechts.

Planet Computers scheint aber auf die Wünsche der Indiegogo-Backer gehört zu haben und verpasst dem Cosmo Communicator nun in einem neuen Versuch sowohl eine hintergrundbeleuchtete Tastatur, als auch zusätzlich zur 5-MP-Webcam eine 24-MP-Kamera am Gehäuse. Auch finden wir diesmal zwei Displays vor, ein 5,99-Zoll großes FHD-Innendisplay mit einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixel (403 ppi) und ein 2-Zoll-Außendisplay mit 570 x 240 Pixel (300 ppi), das sogar auf Touch-Eingaben reagiert. Auch ein Fingerprint-Sensor ist nun am Gehäusedeckel, kombiniert mit einer Funktionstaste, angebracht worden. Die Größe des eingebauten Speichers beträgt 128 GB, der sich durch den microSD-Kartenslot erweitern lässt, und der Arbeitsspeicher umfasst 6 GB.

Angetrieben wird der Cosmo mit einem Mediatek P70 8-Kern Prozessor mit separatem GPU- und AI-Prozessor und ist mit einem großzügig dimensionierten 4220-mAh-Akku ausgestattet. Auf dem Communicator läuft standardmäßig Android 9 (Pie), weitere Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder Sailfish lassen sich aber parallel dazu installieren und machen somit dieses Smartphone multiboot-fähig. Weiters unterstützt das Gerät Dual-SIM und eSIM. Links und rechts findet sich jeweils ein USB-Typ-C-Port und auch ein 3,5-mm-Klinkenanschluss. Ob diese USB-Ports ähnlich zickig funktionieren wie beim Gemini PDA, wo nur der linke Anschluss zum Aufladen gedacht ist und Kompatibilitätsprobleme mit handelsüblichen USB-Hubs bestehen, die die User zum Kauf eines 50 Euro teuren USB-Hubs im Planet Computers-Shop zwingt, wird sich erst herausstellen. 

Während dieser Artikel geschrieben wurde, ist übrigens innerhalb von vier Stunden am ersten Tag das Finanzierungsziel auf Indiegogo von 200.000 US-Dollar bereits mit 350.000 USD übertroffen worden. Den Cosmo Communicator gibts auf dieser Crowdfunding-Plattform ab sofort um 549 US-Dollar in der Early-Bird-Variante, danach wird der Preis wohl auf 799 US-Dollar angehoben werden. Wem das Grau zu langweilig erscheint, kann sich auch für die Gold-Edition um 2.000 US-Dollar entscheiden. Auf eine reine WIFI-Version wurde diesmal verzichtet.

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Autor: Daniel Puschina,  6.11.2018 (Update:  8.11.2018)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.