Fallout 3 Entwickler: Technische Grenzen verhinderten Bethesdas ursprüngliche Vision

Nachdem Bethesda die Entwicklung von Remaster zu Fallout 3 und Fallout New Vegas bestätigt hat, sind im Internet zahlreiche Diskussionen und Meinungen aufgekommen. Besonders aussagekräftig sind jedoch die Einschätzungen von Entwicklern, die bereits am Originalspiel aus dem Jahr 2008 mitgewirkt haben.
Nate Purkeypile hat bei Fallout 3 als World Artist und Lighting Artist gearbeitet, bevor er an Skyrim und Fallout 4 mitgewirkt, die frühe Entwicklung von Starfield unterstützt und schließlich die Position des Lead Artist bei Fallout 76 übernommen hat. Der Entwickler freut sich darüber, dass das Ödland der Hauptstadt eine verdiente zweite Chance erhält, denn seiner Ansicht nach "war es nicht das, was wir beabsichtigt hatten".
In einem Interview mit dem YouTuber Steven Lake für The Examined Game hat Purkeypile erklärt, er freue sich auf eine angemessene Überarbeitung des Ödlands der Hauptstadt. Das Team habe bei der Entwicklung von Fallout 3 nie die Möglichkeit gehabt, seine ursprünglichen Vorstellungen vollständig umzusetzen.
Im Interview hat er sich an die Entwicklung von Fallout 3 erinnert und erklärt:
Ich persönlich freue mich auf das Fallout-3-Remaster, weil wir bei der Entwicklung von Fallout 3 technisch extrem eingeschränkt waren. Man konnte nur eine begrenzte Zahl an Lichtquellen platzieren." Allein dadurch waren Nates Möglichkeiten bei der Lichtgestaltung stark begrenzt. Auch die Texturen waren selbst nach heutigen Maßstäben klein. Nach eigenen Angaben hat er während der Entwicklung von Fallout 3 einen Großteil seiner Zeit damit verbracht, sich "ständig Gedanken über das Speicherbudget und die Menge der gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellten Inhalte zu machen.
Kluft zwischen den Vorstellungen des Teams und dem Ergebnis
Im Rückblick auf die Detailqualität und Beleuchtung von Fallout 3 hat er offen eingeräumt, dass zwischen seinen Ambitionen und den tatsächlichen Möglichkeiten des Teams mit der Gamebryo-Engine eine deutliche Kluft bestanden hat. Dazu erklärte er:
Das entspricht zu 100 Prozent nicht dem, was wir beabsichtigt hatten, und wir waren sehr, sehr stark eingeschränkt. Ich verstehe, warum sich manche über Neuverfilmungen und Ähnliches ärgern. Bei Spielen und insbesondere bei der Grafik ist es jedoch zu 100 Prozent nicht das, was wir beabsichtigt hatten, weil die Einschränkungen sehr, sehr groß waren.
Für Nate löscht ein modernes Remake oder Remaster von Fallout 3 nicht die Vergangenheit aus, wie Skeptiker im Internet häufig behaupten. Stattdessen könnte es die ursprünglichen Vorstellungen des Teams für das Spiel von 2008 verwirklichen. Als Beispiel hat er jüngere Neuauflagen wie Capcoms Resident-Evil-Reihe genannt. Eine lieblos produzierte Neuveröffentlichung, die lediglich die Texturauflösung erhöht und einen Schärfefilter hinzufügt, wünscht er sich allerdings nicht.
Offen gesagt sind viele dieser Remakes inzwischen auch besser umgesetzt worden. Die Resident-Evil-Neuauflagen und ähnliche Projekte waren fantastisch. Eine Zeit lang bestanden viele dieser Aktualisierungen dagegen offenbar nur aus: 'Oh, wir haben die Texturen etwas vergrößert und in Photoshop einen Schärfefilter darübergelegt.
Bislang gibt es weder für das Fallout-3-Remaster noch für das mit Spannung erwartete Remaster von Fallout: New Vegas ein offizielles Veröffentlichungsfenster. Letzteres entsteht in Zusammenarbeit mit dem ursprünglichen Entwickler Obsidian. Sollte Purkeypiles Schilderung zutreffen, könnten Fans das Ödland der Hauptstadt aus Fallout 3 und das Mojave-Ödland aus Fallout: New Vegas letztlich so erleben, wie es sich die Studios ursprünglich vorgestellt hatten.













