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Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro: Tolle Hardware, kein Google, Null Info zur Verfügbarkeit (Hands-On)

Das Huawei Mate 30 Pro kommt überraschenderweise auch als "vegane" Leder-Variante statt mit Glasrückseite.
Das Huawei Mate 30 Pro kommt überraschenderweise auch als "vegane" Leder-Variante statt mit Glasrückseite.
(Update: Mehr Hands-On-Photos) Insbesondere beim Mate 30 Pro tobt sich Huawei in Sachen Hardware aus. Vom coolen neuen Display über die berührungslose Gesten-Erkennung bis zum neuen Standard beim Filmen mit dem Smartphone heißt es nicht Kleckern sondern Klotzen. Was die Themen Google und USA anbelangt, nimmt Huawei den Kampf auf und will für sein eigenes Ecosystem kämpfen.

Einmal mehr stand Huawei Mobile-CEO Richard Yu auf einer deutschen Bühne und präsentierte Neuigkeiten aus China, diesmal für die Präsentation von Mate 30 und Mate 30 Pro, die neuen Flaggschiffe der Mate-Serie. Die Spezifikationen wurden ja bereits vorab bekannt und sind in einer übersichtlichen Tabelle hier vergleichbar. Im Folgenden wollen wir uns deswegen auf die Highlights der neuen Mate-Generation konzentrieren und auf das Thema Preise, Verfügbarkeit und die leidige Sache mit den Google-Services eingehen.

Abgesehen von den neuen 40 Watt Fast-Charging und 27 Watt Wireless Fast Charging-Fähigkeiten beider Mate 30-Varianten standen natürlich die speziellen Videofähigkeiten des Mate 30 Pro durch dessen 1/1.54 Zoll große 40 Megapixel "Super-Sensing-Cine-Kamera" im 3:2-Format im Vordergrund. Hierzu zeigte Huawei im Rahmen der Präsentation jede Menge Videos, die mit dem neuen Mate 30 Pro aufgenommen wurden, teils verglich Huawei auch mit sündteuren Filmkameras, etwa beim Thema Ultra-Zeitlupe mit 7680 Frames pro Sekunde, die es etwa ermöglicht die schnellen Flügelschläge eines Kolibri im Detail zu beobachten.

Das Huawei Mate 30 (links) und das Huawei Mate 30 Pro (rechts).
Das Huawei Mate 30 (links) und das Huawei Mate 30 Pro (rechts).

Huawei Mate 30 Pro - der neue Standard beim Thema Smartphone-Video

Dies ist natürlich nur mit 720p-Auflösung möglich, bei 1080p schafft Huawei aber immerhin den aktuellen Standard von 960 fps. "Ultra-Slow-Motion" ist aber nicht der einzige Vorteil des Mate 30 Pro beim Thema Video. Auch die Ultra-Low-Light-Sensitivität von ISO 51200 soll Videoaufnahmen in besonders dunklen Umgebungen ermöglichen, de facto eine Art Nachtmodus für bewegte Bilder. 4K-Aufnahmen werden nun mit 60 Frames per Sekunde sowie mit HDR+-Dynamik aufgenommen, dank Dual-OIS und Huaweis elektronischer AIS-Stabilisierung besonders flüssig. Last but not least bietet das Huawei Mate 30 Pro ein Real-Time Bokeh-Feature, um Videoaufnahmen von Personen in Echtzeit professionell mit unscharfem Hintergrund aufzunehmen. Um Huaweis Engagement beim Thema Video zu untermauern, präsentierte Huawei auf der Münchner Bühne auch zwei Zubehörartikel, die ideal mit dem Mate 30 Pro zusammenarbeiten werden, das Osmo Mobile 3-Gimbal zur zusätzlichen Stabilisierung und die Profoto C1 und C1 Plus Studiolights, die beide in die Huawei Kamera-App integriert werden können und so eine deutlich bessere Nutzererfahrung beim Filmen bieten.

Das Mate 30 in Schwarz (Hands-On)

Mate 30 Pro in Blau (Hands-On)

Was ist sonst noch neu?

Abgesehen vom Thema Video gibt es beim Mate 30 Pro natürlich noch andere Dinge zu bewundern, etwa das um 88 Grad gekrümmter Waterfall-AMOLED-Display, das Huawei im Gegensatz zu Oppo aber anders und zwar "Horizon Display" nennt. Die Steuerung der Lautstärke erfolgt hier künftig über "Slide-Touch-Bereiche", virtuelle Buttons, die auch vom Nutzer in der Position geändert werden können. Die breite Notch des Vorgängers wurde etwas in der Größe reduziert und zusätzlich um einen Gesten-Sensor erweitert, ein direkter Schlag gegen Googles Pixel 4, das im Oktober ebenfalls mit berührungslosen Gesten steuerbar sein wird. Diesen Sensor nutzt Huawei nicht nur um etwa durch Webseiten zu scrollen oder einen Screenshot zu erstellen, eine recht spannende Funktion ist AI Auto-Rotate, die je nach Augenposition zwischen Querformat und Hochformat wechseln kann, was etwa beim Liegen auf der Couch oder im Bett super-angenehm sein dürfte. Abgesehen vom 40 Watt Super-Charge und dem 27 Watt Wireless Charging hat Huawei auch das Reverse Wireless Charging um das 3-fache im Vergleich zum Vorjahr beschleunigt. Neu ist auch ein kabelloser Supercharger für das Laden im Auto. 

Preise und Verfügbarkeit

Das Mate 30 mit Kirin 990, 8 GB RAM und 128 GB Speicher startet um 799 Euro, das Mate 30 Pro kostet mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher 1.099 Euro, beide allerdings überraschenderweise ohne 5G-Funktionalität. Hier verbaut Huawei dann wohl den etwas abgespeckten und auch langsamer taktenden (!) Kirin 990 ohne 5G-Modem. Wer 5G will, muss noch mehr ausgeben und zwar 1.199 Euro für das Mate 30 Pro 5G, ebenfalls für 8 GB RAM und 256 GB Speicher. Womit wir beim Thema Verfügbarkeit wären. Hier gab es ja gestern noch starke Hinweise in Richtung Verzögerung des Europa-Starts. Huawei hat sich im Rahmen der Pressekonferenz mit keinem Wort zum Thema Verfügbarkeit generell oder der Verfügbarkeit in Europa geäußert. Stattdessen wurde am Ende der Veranstaltung auf die Huawei Mobile-Services und das HMS-Ecosystem verwiesen, sprich Werbung für die Huawei App-Gallery, die Huawei-Apps und die anderen Google-Alternativen gemacht.

HMS statt GMS

Entwickler, die es sich künftig im Ecoysystem von Huawei gemütlich machen wollen, lockt der Hersteller mit einem neu ins Leben gerufenen Initiative, die insgesamt 1 Milliarde US-Dollar an Unterstützung verspricht, ganz eindeutig nimmt Huawei also den Kampf auf und will auch international eine Alternative zu Googles Mobile-Services (GMS) etablieren, die ja am Mate 30 und Mate 30 Pro nicht mehr lizenziert werden dürfen. Sobald wir mehr zum Thema Verfügbarkeit erfahren, werden wir natürlich entsprechende Informationen nachliefern. Ob Konsumenten die Google Services und Google Apps bequem nachinstallieren können, ist aktuell ebenfalls noch nicht geklärt, auch wenn der Huawei-Boss das ja im Vorfeld angedeutet hat. Kurz noch ein Wort zu den Farbvarianten: Hier hat Huawei zusätzlich zu den bereits im Vorfeld bekannten Optionen Space Silver, Cosmic Purple, Black und Emerald Green auch noch zwei "vegane" Varianten vorgestellt, die mit Leder in Orange oder Grün/Blau überzogen sind: Vegan Leather Forest Green sowie Vegan Leather Orange. Wir werden im Zuge der nächsten Stunden noch weitere Hands-On-Bilder vom Event nachliefern.

Ganz vegan: Das Mate 30 Pro in zwei speziellen Leder-Varianten.
Ganz vegan: Das Mate 30 Pro in zwei speziellen Leder-Varianten.

Quelle(n)

Eigene und Huawei Pressekonferenz

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Autor: Alexander Fagot, 19.09.2019 (Update: 19.09.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.