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IFA 2019 | Huawei Kirin 990: Der erste Mobilprozessor mit integriertem 5G kommt in zwei Varianten

Huawei hat heute zwei Kirin 990-SoC für Mate 30 und Co. vorgestellt, überraschenderweise gibt es 4G und 5G-Versionen.
Huawei hat heute zwei Kirin 990-SoC für Mate 30 und Co. vorgestellt, überraschenderweise gibt es 4G und 5G-Versionen.
Auf der IFA 2019 wurde der erste, in Kürze im Mate 30 kommerziell verfügbare Mobilprozessor mit integriertem 5G-Modem offiziell vorgestellt, die Rede ist natürlich vom Kirin 990-SoC der Huawei-Tochter HiSilicon. Überraschenderweise wird es zwei Varianten geben, die sich im Detail doch etwas voneinander unterscheiden.
Alexander Fagot,

Richard Yu, Huawei Mobile-Boss betonte natürlich das Industrie-führende 5G-Knowhow, nicht nur einmal im Rahmen der IFA-Pressenkonferenz anlässlich der Präsentation des neuen Kirin 990-Prozessors, der sich ab dem 19. September in Form des Mate 30 und Mate 30 Pro bereits breit machen wird. Immer mehr Komponenten werden in das System-on-a-Chip (SoC) gepackt, der neue 7 nm EUV-Prozess, in dem der Kirin 990 in der Top-Variante produziert wird, erlaubt es nun auch das bisher extra verbaute 5G-Modem ebenfalls gleich mit reinzupacken.

Warum das Huawei 5G besser ist

Viel Zeit verbrachte Richard mit der Erklärung, warum die hauseigene 5G-Lösung der Konkurrenz voraus ist, etwa aufgrund der Multi-Mode und SA (Stand Alone)-Fähigkeiten, auch wenn Qualcomm kürzlich ebenfalls den ersten SoC mit 5G-Modem angekündigt hat, dürfte Huawei jedenfalls der erste mit einem kommerziell erhältlichen Produkt (Mate 30 Pro) sein. Auch in anderen Bereichen erhebt Huawei den Anspruch, die Nummer 1 zu sein, beispielsweise beim 7 nm EUV-Prozess von TSMC, bei der neuen Big-Tiny-NPU-Architektur und der 16-Core Mali G76-GPU.

Warum der Kirin 990 insgesamt besser ist

Auch bei den noch frühen 5G-Implementierungen mit ihren diversen Herausforderungen will Huawei die eine oder andere Lösung implementiert haben, beispielsweise beim höheren Energieverbrauch der 5G Modems, der bis zu 20 Prozent niedriger als bei der Konkurrenz sein soll. Kurzum: Die Huawei 5G-Implementierung ist die beste am Markt, das ist das Credo der heutigen Präsentation. Das kann man durchaus auch auf die restlichen Features und Spezifikationen des Kirin 990-Designs umlegen, etwa die 6x schnellere KI, die 8x effizienter als bei der Konkurrenz sein und künftig auch mehrere Objekte in einem Bild in Echtzeit bearbeiten soll (Multi-Segment-Segmentation)

Mehr Performance, noch mehr Effizienz

Mit zwei 2,86 Ghz schnellen Cortex A-76-Kernen, zwei weiteren mit 2,36 Ghz und vier 1,95 Ghz Cortex A-55 Cores will Huawei 10 Prozent schnellere Single-Core und 9 Prozent schnellere Multi-Core-Performance als der Snapdragon 855 von Qualcomm bieten, interessanterweise vergleich sich Huawei hier nicht mit dem eigenen Vorgänger Kirin 980. Wichtiger noch als die Performance ist die Effizienz, die durch die Bank gleich zweistellig besser als bei Qualcomm sein soll, bei der GPU-Performance auf Basis der 16-Core-Grafikengine  soll der Kirin 990 6 Prozent schneller sein. 

Zwei Varianten des Kirin 990

Der neue ISP (Image Signal Processor) erlaubt DSLR-ähnliche Rauschunterdrückung, in Kombination mit der künstlichen Intelligenz bewirbt Huawei für die nahe Zukunft auch Features wie Herzfrequenz-Monitoring über die Kamera - diese Features wurden vor einigen Wochen schon mal auf der Huawei Entwicklerkonferenz im Zusammenhang mit 5G mmWave-Gesten angedeutet. Der Kirin 990 wird letztlich doch in zwei Varianten zu haben sein, einmal mit und einmal ohne 5G. Nur der erstgenannte wird im neuen 7nm+EUV-Verfahren produziert und erreicht die genannten Geschwindigkeiten. Der zweite Kirin 990 ohne 5G taktet etwas langsamer, ihm felt auch ein NPU-Core, Details sind den unten verlinkten Folien von der Präsentation zu entnehmen.

Quelle(n)

Eigene und Huawei

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Autor: Alexander Fagot,  6.09.2019 (Update:  6.09.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.