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Kommentar | Apple wird das iPhone 12 ohne Zubehör ausliefern, andere Hersteller sollten diesem Beispiel folgen

Die Verpackung eines iPhone könnte ohne Zubehör deutlich kleiner werden. (Bild: Daniel Romero, Unsplash)
Die Verpackung eines iPhone könnte ohne Zubehör deutlich kleiner werden. (Bild: Daniel Romero, Unsplash)
Aktuellen Bericht zufolge wird Apple das iPhone 12 fast komplett ohne Zubehör ausliefern – lediglich das Ladekabel ist unter Umständen in der Box, das restliche Zubehör wird für insgesamt rund 74 Euro separat angeboten. Das hat allerdings viele Vorteile, sowohl für Apple als auch für den Kunden, und natürlich nicht zuletzt für die Umwelt.
Hannes Brecher,
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Schon seit einigen Wochen gibt es Gerüchte, dass Apple den Lieferumfang des iPhone der nächsten Generation verkleinern wird, kürzlich hat auch Apple-Orakel Ming-Chi Kuo bestätigt, dass man wohl weder die verkabelten EarPods (ca. 19 Euro auf Amazon) noch das Netzteil in der Box des iPhone 12 finden wird. Kauft man die beiden Teile und den ehemals beigelegten AUX-Adapter im Apple Store, so bezahlt man 74 Euro extra.

Einige Konsumenten haben etwas ... verhalten auf diese Nachricht reagiert. Verständlich, immerhin wird Apple mit diesem Schritt definitiv Geld sparen. Der Konzern dürfte dadurch nämlich nicht nur mehr Netzteile und AirPods (ab 137 Euro auf Amazon) verkaufen, sondern vor allem ein wenig an den Produktionskosten sparen. Auch die Auslieferung könnte deutlich günstiger werden: Ohne Zubehör dürfte das Volumen der iPhone-Verpackung fast halbiert werden, sodass Apple viel mehr iPhones in ein Flugzeug packen kann – was der Umwelt zugute kommt.

Die Einwände von Kunden sind zum Teil berechtigt, da einige für Zubehör extra bezahlen werden müssen, das bisher bei sämtlichen iPhones mit dabei war. Allerdings gibt Apple offenbar einen Teil der Ersparnisse an den Kunden weiter: Das iPhone 12 soll Gerüchten zufolge nur noch 649 US-Dollar kosten statt der 699 US-Dollar des iPhone 11 – nach Apples üblicher Umrechnung dürfte das einer Ersparnis von über 50 Euro entsprechen, und das, obwohl künftig selbst das günstigste Modell auf ein OLED-Display setzen soll.

Das gesparte Geld reicht, um sich ein Ladegerät und EarPods zu kaufen, falls jemand dieses Zubehör tatsächlich noch benötigt. Im Hinblick auf die Unmenge an USB-Ladegeräten, die in den letzten Jahren mit allen möglichen Geräten geliefert wurden, und der enormen Beliebtheit von komplett drahtlosen Ohrhörern, ist aber anzunehmen, dass Millionen von EarPods und Ladegeräten auf dem Müll landen, ohne auch nur einmal verwendet worden zu sein.

Immerhin laden immer mehr Käufer ihr iPhone drahtlos auf, statt des mitgelieferten Ladegeräts gibt es deutlich vielseitigere Alternativen, die auch direkt einen Laptop aufladen können, wie etwa das 60 Watt GaN-Netzteil von Aukey (ca. 40 Euro auf Amazon). 

Kurz zusammengefasst wird Apples Vorgehensweise sowohl die Umwelt als auch die Geldbörse vieler Kunden schonen, der Rest kann die Ersparnis verwenden, um sich das "fehlende" Zubehör nachzukaufen. Dieser Schritt ist übrigens auch nicht neu: Apple hat bei seinen neueren iPods schon lange kein Netzteil mehr mitgeliefert, Nintendo hat selbst beim 3DS XL auf ein Ladegerät verzichtet, und das, obwohl der Handheld auf einen proprietären Ladeanschluss setzt, der weitaus weniger weit verbreitet ist als Lightning oder Qi.

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Quelle(n)

Ming-Chi Kuo, via 9to5Mac | Eigene

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Hannes Brecher
Hannes Brecher - Senior Tech Writer - 7087 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2018
Seit dem Jahr 2009 schreibe ich für unterschiedliche Publikationen im Technologiesektor, bis ich im Jahr 2018 zur News-Redaktion von Notebookcheck gestoßen bin. Seitdem verbinde ich meine langjährige Erfahrung im Bereich Notebooks und Smartphones mit meiner lebenslangen Leidenschaft für Technologie, um unsere Leser über neue Entwicklungen am Markt zu informieren. Mein Design-Hintergrund als Art Director einer Werbeagentur erlaubt mir darüber hinaus tiefe Einblicke in die Eigenheiten dieser Branche.
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Autor: Hannes Brecher, 29.06.2020 (Update: 29.06.2020)