Li Auto im Xiaomi-Schock: Neue Global-Strategie, OTTC-Zertifizierung und Antwort auf den Hype-Stromer SU7

Der chinesische Aufsteiger Li Auto zündet die nächste Stufe seiner Expansion. Wie das Unternehmen bekannt gab, haben die drei Range-Extender-SUVs Li L9, Li L7 und Li L6 erfolgreich die OTTC-Zertifizierung durchlaufen. Damit ist der Weg frei für den offiziellen Markteintritt in Kasachstan und Usbekistan. Das ist mehr als Symbolpolitik, denn mit der Zertifizierung verabschiedet sich Li Auto vom reinen Grauimport. Kunden in diesen Märkten profitieren künftig von einem offiziellen Händlernetz, zertifiziertem Service und, ganz wichtig für moderne Smart Cars, von garantierten Over-the-Air-Updates (OTA).
Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Einem internen Bericht zufolge hat das Management in einem dreitägigen Krisengipfel strategische Fehler eingestanden. Der Grund für die Unruhe hat vier Räder und kommt vom Smartphone-Giganten Xiaomi. Deren Erstlingswerk, der SU7, ist als virales Phänomen durch die Decke gegangen und hat die Verkaufs-Charts schlichtweg gesprengt. Li Auto gab zu, diesen "Hype-Stromer" und dessen mediale Wucht massiv unterschätzt zu haben. Die Konsequenz ist eine Flucht nach vorn. Die Produktzyklen für neue Plattformen sollen von vier auf zwei Jahre halbiert werden, um technologisch am Puls der Zeit zu bleiben. Auch das Design soll künftig individueller werden, statt der bisherigen Einheits-Optik.
Dass Li Auto den Kampf aber annehmen kann, beweist derweil der neue Li i6. Das rein elektrische SUV löste in China jüngst selbst einen wahren Kaufrausch aus (wir berichteten). Mit über 20.000 Bestellungen in wenigen Stunden, 5C-Superschnellladung und einer luxuriösen Vollausstattung zum Kampfpreis von umgerechnet 30.000 Euro zeigt der i6, dass man verstanden hat. Während die L-Serie mit Range Extendern nun die Export-Märkte testet, steht mit dem i6 und der neuen Turbo-Strategie bereits die nächste Generation bereit, um den viralen Hits der Konkurrenz Paroli zu bieten.














