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Neuralink: So will das Unternehmen von Elon Musk das Gehirn mit KI verbinden

Neuralink will eine Verbindung zwischen Computer und Gehirn enwickeln (Quelle: Neuralink)
Neuralink will eine Verbindung zwischen Computer und Gehirn enwickeln (Quelle: Neuralink)
Mit seinem Startup Neuralink will Serienunternehmer Elon Musk in Zukunft das Gehirn mit künstlicher Intelligenz verbinden. Den ersten Schritt in diese Zukunft hat das Unternehmen jetzt bekannt gegeben. Dabei wollen die Forscher des Unternehmens den Schädel mit einem Laser durchbohren.

Neben SpaceX, Tesla und The Boring Company hat Elon Musk vor einigen Jahren noch ein weiteres Unternehmen gegründet, was deutlich seltener in den Medien auftaucht: Neuralink. Dabei ist das Ziel von diesem Startup nicht weniger revolutionär, als die Ambitionen der anderen Unternehmen. Es soll an einer Verbindung des menschlichen Gehirns mit Künstlicher Intelligenz forschen.

Jetzt haben Elon Musk und einige Mitarbeiter des Unternehmens in einem Livestream den ersten Schritt in eine solche Zukunft bekanntgegeben. Zwar soll die vorgestellte Technik den Menschen noch nicht in einen KI-Cyborg verwandeln, allerdings ist die neue Technologie kaum weniger beeindruckend. Doch was plant das Unternehmen genau? Die Kurzfassung lautet wie folgt: Das Unternehmen möchte künftig per Laser ein Loch in den Schädel bohren und dann durch dieses Loch 3.072 Elektroden im Hirn platzieren.

Die Fäden sind 11 Mal dünner als ein normales menschliches Haar (Quelle: Neuralink)
Die Fäden sind 11 Mal dünner als ein normales menschliches Haar (Quelle: Neuralink)

Das dürfte jetzt viele erschrecken, ist aber gar nicht mal so unglaublich, wenn man sich anschaut, was schon heute in dem Bereich möglich ist. So konnten in ersten Experimenten, die an großen Forschungsinstituten durchgeführt wurden, Probanten bereits Roboterarme etc. steuern. Was hierbei revolutionär ist, sind hauptsächlich die Elektroden und wie diese im Hirn platziert werden. Die Elektroden werden bei dieser Technik auf 96 Fäden verteilt, die jeweils gerade einmal 4 bis 6 μm dick sind. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist ungefähr 70 μm dick. Diese Fäden sollen dann im Hirn platziert werden und dort die Spannungsstöße in den Axonen der Synapsen messen, mit denen im Gehirn "Daten und Befehle" übertragen werden. Diese Spannungsunterschiede werden dann von einem Computer in einen Befehl umgerechnet, wodurch der Nutzer dann einen Computer oder ein Smartphone kontrollieren können soll.

Der Roboter für das Bohren und Verlegen der Fäden sieht zugegebenermaßen ein wenig gruselig aus (Quelle: Neuralink)
Der Roboter für das Bohren und Verlegen der Fäden sieht zugegebenermaßen ein wenig gruselig aus (Quelle: Neuralink)

Um zu verstehen, wie revolutionär diese Technik ist, muss man sich auch vor Augen führen, dass bisher im Normalfall gerade einmal 128 Elektroden im Hirn platziert werden konnten. 3.072 ist somit eine Steigerung um den Faktor 24! Durch die verwendeten Fäden wird auch ein weiteres Problem verhindert, was die bisherige Technik geplagt hat: Das Gehirn bewegt sich und die bisher verwendeten Elektroden waren starr im Gehirn verankert. Das konnte mit der Zeit zu Schäden führen. Die Fäden von Neuralink hingegen sind elastisch, so das weder die Technik, noch das Gehirn von den Elektroden gefährdet werden. Auch die Verwendung eines Lasers hat gegenüber einem klassischen Bohrer einige Vorteile. So ist das Bohren deutlich präziser, während die so erstellten Löcher wesentlich feiner sind. Der Roboter, der die Löcher automatisiert lasern und die Fäden verlegen wird, soll auch in der Lage sein, Blutgefäße automatisch zu "umfahren", was die Gefahr für den Patienten nochmal verringert.

Bisher wurde die Technik nur an Mäusen getestet (Quelle: Neuralink)
Bisher wurde die Technik nur an Mäusen getestet (Quelle: Neuralink)

Insgesamt handelt es sich hierbei um eine durchaus spannende Technik, die langfristig das Potential hat, das Menschsein neu zu definieren. Davor werden sich aber erstmal diverse Ethikräte mit der Technik auseinandersetzen müssen, um die Rahmenbedingungen dieser Technologie zu definieren. Sie können uns ihre Meinung zu dem Thema gerne in den Kommentaren mitteilen. Mittelfristig dürfte die Forschung in dem Bereich aber besonders gelähmten Personen eine Perspektive geben, irgendwann mit Hilfe eines Computers wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können.

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Autor: Cornelius Wolff, 17.07.2019 (Update: 17.07.2019)
Cornelius Wolff
Cornelius Wolff - News Editor
Nachdem ich mit 8 meinen ersten PC geschenkt bekommen habe (damals noch mit einem AMD Athlon Single-Kern-Prozessor) und ich dieses Gerät auch gleich munter auseinander gebaut habe, hat mich die Technik nie wieder losgelassen. So kam es, dass ich schon mit jungen Jahren immer weiter in die Welt der Computer-Technik eingetaucht bin. Als ich dann 2015 zum ersten Mal auf die Seite Notebookcheck gestoßen bin, war ich begeistert von dem Umfang den diese Seite bietet. Nun arbeite ich seit meiner erfolgreichen Bewerbung im Jahr 2016 als freier Mitarbeiter bei Notebookcheck als News- und Hardware-Redakteur.