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Neuralink: Elon Musk will schon bald unser Gehirn mit dem Computer verbinden

Werden wir schon bald unser Gehirn an einen Computer anschließen und so auf das Wissen und die Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz zugreifen können?
Werden wir schon bald unser Gehirn an einen Computer anschließen und so auf das Wissen und die Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz zugreifen können?
Elon Musks Firma Neuralink will bereits in wenigen Monaten eine Schnittstelle vorstellen, die es ermöglichen soll, das menschliche Gehirn mit dem Computer zu verbinden. Wie wahrscheinlich das ist, welche Vorteile man sich davon verspricht und was die möglichen Nachteile sein könnten, soll im Folgenden kurz beschrieben werden.

Elon Musk ist ein wahrer Tausendsassa. Neben Tesla und SpaceX hat er mit OpenAI, Neuralink und The Boring Company weitere Firmen aus der Taufe gehoben. In einem Interview hat der Tesla-CEO nun angekündigt, dass wir schon in wenigen Monaten ein erstes Produkt seines 2016 zusammen mit einem Gehirnexperten, einem Biomediziner und einer Materialwissenschaftlerin gegründeten Start-ups Neuralink sehen könnten. Bei diesem Produkt handelt es sich um nichts Geringeres als um eine Schnittstelle, die das menschliche Gehirn mit einem Computer verbinden soll und die angeblich mindestens zehnmal besser ist als alle vergleichbaren Produkte.

Von der Behandlung neurologischer Krankheiten zum Übermenschen

Zunächst könnte das Produkt zur Behandlung oder Unterstützung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen dienen. Langfristig verfolgt das Unternehmen jedoch ein ganz anderes Ziel. Die zugrundeliegende Idee besteht darin, dass die Künstliche Intelligenz den Menschen in den meisten Bereichen überflüssig machen würde. Verbindet man jedoch das Gehirn direkt mit einem Computer, so könnte der Mensch umittelbar auf Künstliche Intelligenz zugreifen, mit ihr verschmelzen und letztlich von ihr profitieren. Musk fasst es mit dem Slogan zusammen "If you can't beat it, join it.", was übersetzt so viel heißt wie: "Wenn du nicht dagegen ankommst, dann mach mit." Das Resultat wäre, dass wir übermenschliche kognitive Fähigkeiten wie unbegrenztes Wissen, extreme Schnelligkeit des Denkens und alles, was sich daraus an Möglichkeiten und Konsequenzen ergibt, gewinnen.

Ein technischer Weg zur Unsterblichkeit?

Des Weiteren hoffen Musk und Neuralink, dass mit Hilfe ihres Produkts vielleicht sogar eines Tages der Tod überwunden werden kann. Es liegt nahe, dass, wenn eine Schnittstelle mit hoher Bandbreite zwischen Gehirn und Computer besteht, es irgendwann einmal möglich sein wird, dass wir unser Bewusstsein uploaden und es somit von unserem Körper unabhängig wird. Stirbt der Körper könnte das Bewusstsein in der Cloud oder in einem neuen Körper weiterexistieren.

Eine lange Liste offener Fragen

All das klingt wie ferne Zukunftsmusik. Falls es aber wirklich schon bald soweit sein sollte, gehen damit Fragen einher, die beantwortet werden müssen. Wäre der Mensch unter diesen Voraussetzungen noch ein Mensch, und man selbst wirklich noch man selbst, wenn er mit Künstlicher Intelligenz verschmilzt oder gar den eigenen Körper aufgibt? Ein weiteres Problem ist das der Doppelung: Wenn das eigene Bewusstsein in die Cloud geladen oder beispielsweise in einen Roboterkörper transferiert wird, dann ist es im ursprünglichen Körper ebenfalls noch vorhanden. Dazu kommt das Problem des Speicherplatzes und wie ein solcher Upload softwareseitig realisiert werden kann. Schließlich besteht noch ein ganz praktisches Problem der Schnittstelle, die Geist und Maschine verbinden soll: Auch wenn Neuralink an Alternativen zu arbeiten scheint, handelt es sich bei der angekündigten Schnittstelle wahrscheinlich zunächst um ein Implantat, für das eine Operation erforderlich wäre.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass man - wie bei allen Ankündigungen Musks - bezüglich des Zeitrahmens Vorsicht walten lassen sollte, da der Tesla-CEO für allzu optimistische Zeitangaben mittlerweile geradezu berühmt ist.

Im Folgenden könnt ihr euch das gesamte Interview anschauen, in dessen Verlauf Musk übrigens auch einen kräftigen Zug von einem Joint nimmt. Über Neuralink redet er ungefähr ab Minute 24.

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Autor: Tobias Häuser, 11.09.2018 (Update: 11.09.2018)
Tobias Häuser
Tobias Häuser - News Editor
Während meines Philosophiestudiums in Tübingen und New York habe ich mich mit ethischen Fragen des technischen Fortschritts, Künstlicher Intelligenz und der Zukunft einer digitalisierten und automatisierten Gesellschaft befasst. Technik fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Notebooks, umfasst aber letztlich das ganze Gebiet der Unterhaltungselektronik und darüber hinaus E-Mobilität, autonomes Fahren, KI und Raumfahrt. Wenn ich nicht gerade als freischaffender Journalist, Publizist und Online-Redakteur tätig bin, beschäftige ich mich mit Kunst und Literatur, gehe viel auf Reisen und wandern, aber vor allem schreibe ich in jeder freien Minute an meinen Büchern.