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Nintendo zu 35 Millionen Euro Strafe wegen Stick-Drift verurteilt

Switch-Joy-Con-Controller vor französischer Flagge abgebildet
ⓘ Nintendo, Canva AI
Switch-Joy-Con-Controller vor französischer Flagge abgebildet
Eine französische Verbraucherschutzorganisation hat Nintendo zu 35 Millionen Euro Strafe veranlasst. Grund sind fehlerhafte Joy-Con-Controller und der Vorwurf, das Stick-Drift-Problem ignoriert zu haben, wodurch Nutzer neues Zubehör kaufen mussten.

Neun Jahre nach dem ursprünglichen Verkaufsstart der Switch kämpft Nintendo weiterhin mit den Folgen des Joy-Con-Stick-Drifts. Mit der Zeit können die Mechanismen der Analogsticks verschleißen und dadurch unbeabsichtigte Eingaben auslösen. Die französische Verbraucherschutzbehörde verhängte deshalb eine Geldstrafe von 35 Millionen Euro gegen den Spielekonzern.

Nintendo unter Druck wegen Fahrlässigkeit?

Nach einer Beschwerde einer Verbraucherschutzorganisation im Jahr 2020 leitete die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) eine Untersuchung ein. Dabei stellte sie fest, dass Nintendo zu langsam auf das Stick-Drift-Problem reagiert und eine offizielle Stellungnahme bis 2020 hinausgezögert habe.

Die französischen Behörden gehen davon aus, dass viele Verbraucher neue Switch-Controller kauften, anstatt sich an den Nintendo-Support zu wenden. Wegen „irreführender Geschäftspraktiken“ im Zeitraum zwischen 2018 und 2023 wurde das Unternehmen mit einer der höchsten Geldstrafen in der Geschichte der Behörde belegt. Nintendo akzeptierte das Urteil und verpflichtete sich, eine entsprechende Mitteilung zur Einigung auf seiner Website zu veröffentlichen.

In den USA sah sich Nintendo ebenfalls mit Sammelklagen wegen defekter Joy-Con-Controller konfrontiert. In den meisten Fällen blieben die Kläger jedoch erfolglos. Zwar erkannten die Gerichte das Problem grundsätzlich an, doch die von den Käufern unterzeichnete Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) schützte das Unternehmen häufig vor rechtlichen Konsequenzen oder finanziellen Strafen.

Spieler, deren Switch-Controller weiterhin Probleme bereiten, könnten unter Umständen Anspruch auf kostenlosen Ersatz haben. Auch nach Ablauf der regulären Garantiezeit bietet Nintendo auf seiner Support-Website entsprechende Registrierungsoptionen für Reparaturen und Austausch an.

Zuverlässigkeit der Joy-Con 2

Potentiometerbasierte Analogsticks sind aufgrund des mechanischen Verschleißes anfällig für Stick-Drift. Aus diesem Grund setzen Hersteller zunehmend auf Hall-Effekt- oder TMR-Technologien, die mit weniger mechanischem Verschleiß arbeiten. Zur Enttäuschung vieler Fans wurden diese Verbesserungen jedoch nicht in den Joy-Con 2 der Switch 2 übernommen.

Da die neuen Controller noch relativ frisch auf dem Markt sind, bleibt unklar, ob sie ebenfalls von ähnlichen Problemen betroffen sein werden. Nintendo gibt an, die besonders anfälligen Komponenten verstärkt zu haben. Ob dies auch auf den eher klassischen Switch-2-Pro-Controller zutrifft, ist bislang offen. Unabhängig davon hat ein japanischer YouTuber bereits gezeigt, wie Konstruktionsmängel zu klemmenden Analogsticks führen können.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-06 > Nintendo zu 35 Millionen Euro Strafe wegen Stick-Drift verurteilt
Autor: Adam Corsetti,  8.06.2026 (Update:  8.06.2026)