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Offener Brief an Apple: Macht die iPhones billiger!

Die iPhones sind zu teuer, Apple denkt nicht langfristig genug, meinen Analysten.
Die iPhones sind zu teuer, Apple denkt nicht langfristig genug, meinen Analysten.
In einem offenen Brief wendet sich der Business Insider an Apple-Boss Tim Cook und ruft ihn zu einer Senkung des hohen iPhone-Preisniveaus auf - einen der Hauptgründe für die der Analyse zufolge schwächelnden Absatzzahlen und damit sinkenden Aktienkurse des ehemals wertvollsten Unternehmens der Welt.

Es ist kein Geheimnis mehr: Die Tech-Unternehmen sind aktuell in einer kleinen Krise, zumindest will uns das der Aktienmarkt mit seinen volatilen und sehr durch Stimmungen geprägten Kursen sagen, die derzeit primär den Weg Richtung Boden nehmen, auch und besonders ausgeprägt beim kürzlich noch hochgelobten wertvollsten Unternehmen der Welt, Apple. Insbesondere seit den letzten Quartalszahlen und der Ankündigung keine Absatzzahlen mehr nennen zu wollen, weil die für die Gesundheit eines Unternehmens angeblich nicht mehr aussagekräftig genug seien, ist die Apple-Aktie nicht mehr das Liebkind der Anleger.

Verkaufswarnungen und sinkende Absatzzahlen

Zumindest laut Troy Wolverton, Tech-Journalist beim Business Insider, gäbe es allerdings eine recht simple Lösung für das Problem der sinkenden Absatzzahlen. In einem offenen Brief an den CEO des Unternehmens fordert der Analyst Tim Cook zur Reduktion der hohen iPhone-Preise auf und kritisiert Apple für die, seiner Meinung nach, viel zu kurzsichtige Politik der höheren Gewinne durch konsequent steigende Endverkaufspreise. All die Verkaufswarnungen der Analysten, Geschäftspartner und Zulieferer ließen sich nicht durch stärkere Marketing-Aktivitäten sondern primär durch Preissenkungen korrigieren - die iPhones seien aktuell einfach viel zu teuer.

Das Preisniveau der iPhones ist viel zu hoch

So erinnert Troy beispielsweise an die 449 US-Dollar, die das erste iPhone anfangs gekostet habe, selbst inflationsbereinigt wären das nur etwa 600 US-Dollar, weit davon entfernt, was Apple selbst für das "Budget-iPhone Xr" aktuell verlangt, von den iPhone Xs-Versionen weit über 1.000 US-Dollar einmal ganz abgesehen. Im aktuellen Smartphone-Markt mit seinen vielen, teils deutlich günstigeren Alternativen und gesättigten Konsumenten würden selbst treue Apple-Fans ihre iPhones einfach länger behalten oder teilweise mit der Konkurrenz liebäugeln - günstigere iPhones würden den Absatz dagegen langfristig ganz von alleine ankurbeln.

Apple denkt zu kurzsichtig und schadet sich selbst

Zudem weist der Business Insider-Brief an Apple auch darauf hin, dass sich der Konzern niedrigere Preisniveaus durchaus leisten könnte - die Gewinnmargen wären mehr als hoch genug und einen Teil der potentiellen Gewinnverluste durch niedrigere Einstiegspreise ließen sich beispielsweise durch neu gewonnene Kunden hereinholen, die fortan im Apple-Universum für die Premium-Services wie iCloud oder Apple Music bezahlen, ganz abgesehen davon, dass niedrigere Preise auch moralisch der bessere Weg für die besonders treuen Apple-Fans wäre und in sich entwickelnden Märkten wie Indien weniger potentielle Neukunden ausschließen würde. Ob Apple sich wohl den Rat zu Herzen nimmt? 

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Autor: Alexander Fagot, 10.12.2018 (Update: 10.12.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.