Samsung One UI 9: Diesen Schutz schaltest du selbst ein

Seit Mitte September verteilt Samsung One UI 9 auf Basis von Android 17. Den Anfang macht die Reihe um das Galaxy S26 und das S26 Ultra, in Deutschland kam das Update dort Ende September an. Das Galaxy Z Fold8 und das Z Flip8 haben die Version ab Werk, für das Galaxy S25 und ältere Modelle hat Samsung eigene Termine genannt. Beworben wird das Update auch mit neuen Sicherheitsfunktionen. Ein Teil davon fehlt in Deutschland, ein anderer arbeitet erst nach einem Fingertipp.
Die Betrugserkennung für Anrufe fehlt in Deutschland
Die auffälligste Lücke betrifft die Betrugserkennung. Sie stammt von Google, läuft mit einem Gemini-Modell direkt auf dem Gerät und schlägt während eines Telefonats mit Ton und Vibration Alarm, wenn das Gespräch nach einer typischen Betrugsmasche klingt. Auf das Galaxy S26 kam sie im Februar, laut Google allerdings nur auf Englisch in den USA, und auch dort muss sie erst in den Einstellungen eingeschaltet werden. Mit One UI 9 erweitert Samsung die Funktion auf Japan, Kanada und Indien. Deutschland steht nicht auf der Liste. Die deutsche Pressemitteilung zum Update erwähnt die Betrugserkennung überhaupt nicht.
Ärgerlich ist das, weil Google die Funktion in Deutschland längst anbietet, allerdings in der eigenen Telefon-App auf dem Pixel 9 und neueren Pixel-Modellen. Selbst dort ist sie laut Google-Hilfe standardmäßig deaktiviert. Auf dem Galaxy S26 gibt es hierzulande stattdessen die Anrufprüfung. Ein KI-Assistent nimmt dabei Anrufe an, fragt nach Namen und Anliegen und zeigt das Gespräch als Text an. Das klappt auch auf Deutsch, braucht aber eine Internetverbindung, weil Transkription und KI online laufen. Einschalten lässt sich die Anrufprüfung in der Telefon-App über die drei Punkte, „Einstellungen“ und „Anrufprüfung“.
Den Diebstahlschutz musst du selbst aktivieren
Gegen Handydiebstahl bündelt Samsung seit One UI 7 mehrere Funktionen. Die Diebstahlerkennungssperre sperrt den Bildschirm, wenn das Telefon hektische Bewegungen registriert, wie sie beim Entreißen entstehen. Trennt jemand das Gerät länger vom Netz, greift die Offline-Gerätesperre. Mit der Remote-Sperre sperrst du das Smartphone aus der Ferne, dafür reichen laut Samsung die eigene Telefonnummer und ein kurzer Sicherheitscheck. Die Identitätsüberprüfung verlangt Gesicht oder Fingerabdruck, sobald jemand vertrauliche Sicherheitseinstellungen ändern will, und für solche Änderungen gilt zusätzlich eine Sicherheitsverzögerung von einer Stunde, in der du das Gerät noch sperren kannst.
Ob die Schalter ab Werk an sind, sagt Samsung nicht. Im Sommer 2025 hat der Hersteller Galaxy-Nutzer aber ausdrücklich aufgerufen, die Funktionen zu aktivieren, und seine Hilfe beschreibt für jede einzelne den Weg zum Schalter. Er führt über „Einstellungen“, „Sicherheit und Datenschutz“ und „Schutz für verlorene Geräte“ zum Punkt „Diebstahlschutz“. Voraussetzung sind ein Samsung-Konto und ein eingeschaltetes Find My Mobile.
Bei der Automatischen Sperre entscheidet das Kaufdatum
Gegen Schadsoftware über Umwege hat Samsung die Automatische Sperre eingebaut. Sie blockiert Apps aus nicht autorisierten Quellen, Befehle über das USB-Kabel, Malware-Bilder in Nachrichten-Apps und inoffizielle Software-Updates. Standardmäßig aktiv ist sie laut Samsung nur bei Smartphones, die ab Werk mit One UI 6.1.1 oder neuer ausgeliefert wurden. Das Galaxy S24 kam noch mit One UI 6.1 auf den Markt. Bei solchen Geräten legt ein späteres Update den Schalter nicht um, wenn er vorher aus war.
Nachsehen kannst du unter „Einstellungen“, „Sicherheit und Datenschutz“ und „Automatische Sperre“. Dort gibt es zusätzlich die Stufe „Maximale Einschränkungen“. Sie sperrt unter anderem USB-Verbindungen, 2G-Netze und die automatische Verbindung mit unsicheren WLANs und entfernt Standortdaten aus geteilten Bildern. Samsung schreibt selbst, dass die meisten Nutzer diese Stufe nicht brauchen, weil sich damit manche Apps und Verbindungen nicht mehr nutzen lassen.
Neue Geräte sperren strenger als aktualisierte
Wie groß der Unterschied zwischen neu gekauft und aktualisiert sein kann, zeigt die neue Regel für den Sperrbildschirm. Auf Geräten, die mit One UI 9 ausgeliefert werden, wächst die Wartezeit nach falschen Eingaben stufenweise, von einer Minute nach dem fünften Fehlversuch bis zu 24 Stunden nach dem zwölften. Beim 13. Fehlversuch sperrt sich das Galaxy dauerhaft und lässt sich nur noch durch ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen wieder nutzen, die Daten auf dem Gerät sind dann weg. Ab Werk gilt das vor allem für die neuen Foldables wie Fold8 und Flip8. Wer per Update auf One UI 9 wechselt, behält laut Samsung seine bisherigen Sicherheitseinstellungen. Die strengere Regel greift dort erst nach einem kompletten Zurücksetzen. Unabhängig davon verlangt Android mindestens alle 72 Stunden einmal PIN, Muster oder Passwort, auch wenn du sonst per Fingerabdruck entsperrst.
Security Brief und Datenschutzwarnungen laufen über Now Brief
Neu in One UI 9 sind der Security Brief und die Datenschutzwarnungen. Der Security Brief sammelt Hinweise auf Schadsoftware, Apps aus unbekannten Quellen und unnötige Berechtigungen. Die Datenschutzwarnungen erkennen mit KI auf dem Gerät, wenn Apps im Hintergrund unnötig auf Berechtigungen zugreifen wollen. Beides landet in Now Brief, und das setzt nach Samsungs Fußnoten ein angemeldetes Samsung-Konto voraus, personalisierte Inhalte gibt es nur mit deiner Zustimmung. Wer Now Brief abgeschaltet hat oder ohne Samsung-Konto arbeitet, sieht diese Hinweise also nicht. Für die Datenschutzwarnungen nennt Samsung Smartphones bis zurück ins Jahr 2023.
Direkt nach dem Update lohnt deshalb ein Blick in die Einstellungen. Ob Automatische Sperre und Diebstahlschutz laufen, siehst du in wenigen Sekunden, und im Alltag fallen beide kaum auf. Auf die Betrugserkennung brauchst du dagegen Geduld, einen Termin für Deutschland hat Samsung nicht genannt.
Quelle(n)
Samsung Newsroom: Offizieller Rollout von One UI 9 für die Galaxy-S26-Serie
Samsung Global Newsroom: One UI 9 und neue Länder für die Betrugserkennung (englisch)
Samsung Mobile Press: Fußnoten zu Now Brief und Datenschutzwarnungen (englisch)
WinFuture: One UI 9 startet in Deutschland
Google: Betrugserkennung in der Telefon-App des Galaxy S26 (englisch)
Google-Hilfe: Betrugserkennung in der Telefon-App
Samsung-Hilfe: Anrufprüfung auf der Galaxy-S26-Serie
Samsung-Hilfe: Sicherheitseinstellungen und Diebstahlschutz einrichten
Samsung Newsroom Schweiz: Neue Features für Diebstahlschutz aktivieren
Samsung-Hilfe: Galaxy-Smartphone mit der Automatischen Sperre schützen
Tom's Guide: Automatische Sperre nach Update auf One UI 6.1.1 (englisch)
Samsung-Support: Neue Sperrbildschirm-Regeln in One UI 9 (englisch)









