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Wall Street Journal: Apples Abhängigkeit von China rächt sich in Coronavirus-Zeiten

Das Wall Street Journal beleuchtet Apples Abhängigkeit von China, die sich spätestens in Coronavirus-Zeiten rächt.
Das Wall Street Journal beleuchtet Apples Abhängigkeit von China, die sich spätestens in Coronavirus-Zeiten rächt.
Das Wall Street Journal beleuchtet in einer aktuellen Analyse Apples Abhängigkeit von China als Werkbank und Zulieferer, die in den letzten Monaten nicht nur durch den Handelskrieg der Trump-Regierung sondern vor allem auch durch die aktuelle Coronavirus-Pandemie zum potentiell bedrohlichen Problem für die iPhone-Macher wird. Auch Firmen-intern schwelte offenbar schon länger Kritik an Tim Cook und Co.
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Dass Apple seit Jahren, im zunehmenden Maße nach Tim Cooks Übernahme als CEO des Unternehmens, derart von Chinas Fabriken und Zulieferern abhängig ist, sorgte offenbar schon 2015 für Unmut innerhalb des Managements, schreiben Wall Street Journal-Redakteure Tripp Mickle und Yoko Kubota. Bereits vor 5 Jahren war also einigen durchaus bewusst, dass es Jahre dauern würde, außerhalb Chinas einen Pool an ausreichend geschulten Arbeitern und Komponentenherstellern zu rekrutieren um zumindest eines der Mainstream-Produkte aus Apples erfolgreichem Produktsortiment völlig unabhängig von China zu produzieren.

Damals wurden die Bedenken der operativen Manager größtenteils ignoriert, wie interne Quellen gegenüber den Journalisten erwähnen. Nichtsdestrotrotz hat sich Apple in den vergangenen Jahren bemüht, einige weniger relevante Produkte außerhalb Chinas zu produzieren, die bekanntesten sind das iPhone SE, das, vor allem wegen der hohen Importgebühren, teils in Indien produziert wurde oder neuerdings die AirPods Pro, die aus einer Fabrik in Vietnam stammen. Bei der Produktion des iPhone 11 hat sich Apple aber dennoch wieder für eine Foxconn-Fabrik in China entschieden, was sich spätestens jetzt angesichts der Coronavirus-Pandemie rächt, in der viele Fabriken bestenfalls mit etwa 30 bis 50 Prozent der maximalen Auslastung produzieren.

Apple hat deswegen bereits eine Umsatzwarnung für das erste Quartal des Jahres angekündigt, auch die zeitgerechte Produktion des für Ende März erwarteten iPhone SE-Nachfolgers im iPhone 8-Design, vermutlich schlicht "iPhone genannt", dürfte sich verzögern. Natürlich ist Apple nicht der einzige, stark von China abhängige Tech-Konzern, das Wall Street Journal beleuchtet aber einige Unterschiede im Vergleich zur Konkurrenz, etwa Samsung. Die Nummer 1 im weltweiten Smartphone-Verkaufsranking hat viele seiner essentiellen Produktionsstätten für Smartphones schon vor Jahren auf Länder wie Vietnam, Indien und teils Südkorea verteilt und setzt zudem viel mehr auf automatisiertes Assembling als Apple.

Während Samsung-Phones durch die Bank aus vorgefertigten Modulen assembliert und zusammengeklebt werden, setzt Apple, laut Bericht, nach wie vor stark auf die menschliche Arbeitskraft, das allerdings in rauen Mengen. Drei Millionen Arbeiter in China sind indirekt via Foxconn für Apple tätig, schreibt das Wall Street Journal, davon abertausende saisonal beschäftigte, die im Vorfeld eines iPhone-Rollouts händisch winzige Schrauben und Mainboards assemblieren - überwacht von tausenden erfahrenen Technikern. Diese Praxis in andere Länder auszulagern sei alleine schon aufgrund der viel niedrigeren Bevölkerungszahlen ein Ding der Unmöglichkeit. 

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Autor: Alexander Fagot,  4.03.2020 (Update:  4.03.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.