Xbox Series X: Preise gehen wegen Engpass durch die Decke

Lieferengpässe bei Xbox-Konsolen sind in vielen Teilen der Welt nichts Neues. Die Lage hat sich jedoch nicht verbessert. In Europa und Lateinamerika sind die Geräte inzwischen sogar noch schwerer erhältlich. Wenn Händler die Xbox Series X auf Lager haben, verlangen sie teilweise bis zum Doppelten der unverbindlichen Preisempfehlung. Diese Knappheit weckt Zweifel daran, ob Microsofts Rückkehr zu Exklusivspielen erfolgreich sein kann.
Jez Corden von Windows Central hat Leser außerhalb der "angestammten englischsprachigen Märkte" nach der Verfügbarkeit von Xbox-Konsolen gefragt. Die Antworten bestätigen, dass die Xbox Series X|S in mehreren Regionen nicht mehr erhältlich sind. Laut MondoXbox sind in Spanien seit Monaten keine Geräte verfügbar. Zudem beklagt MondoXbox, dass Veranstaltungen wie das FanFest dort nicht mehr stattfinden.
Die Diskussion hat sich auch auf das ResetEra-Forum ausgeweitet, wo europäische Spieler die Preise der Xbox Series X in ihren Ländern genannt haben. Laut Firmus_Anguis bietet nur noch ein schwedischer Händler die Konsole an, und das zu einem ungewöhnlich hohen Preis. Im Microsoft-Store ist das ausverkaufte Modell mit 1TB Speicher und Disc-Laufwerk für umgerechnet rund 700 Euro gelistet. Der Händler verlangt dem Beitrag zufolge allerdings umgerechnet rund 1.430 Euro.
Mit der Preiserhöhung am 1. August ist die unverbindliche Preisempfehlung für dieselbe Konsole in anderen Teilen der EU von 600 auf 800 Euro gestiegen. Wandering Through berichtet jedoch, dass ein großer Händler derweil 1.325 Euro verlangt.
Auch in Lateinamerika hat Microsofts Präsenz im Gaming-Markt stark abgenommen. In den sozialen Medien behauptet Portuga, das Unternehmen habe "Brasilien in Sachen Hardware aufgegeben". Das stehe in starkem Gegensatz zum Beginn der aktuellen Konsolengeneration, als die Geräte noch vielerorts erhältlich gewesen seien.
In den USA haben Käufer beobachtet, dass weniger Händler Regalfläche für Xbox-Produkte vorsehen. Allerdings sind die Preisaufschläge bei der Series X geringer. Auch die Lagerbestände großer Händler wie Amazon und Best Buy sind weniger knapp.
Exklusivspiele ohne Konsolen?
Im Juni hat Microsoft eingeräumt, dass Engpässe bei Massenspeichern und Arbeitsspeicher die Produktion beeinträchtigen. Dennoch hat das Unternehmen wieder auf Xbox-Exklusivspiele gesetzt, zumindest vereinzelt. Als erster Test hat Gears of War E-Day gedient, das am 6. Oktober erschienen ist. Laut Schätzungen von Alinea Analytics sind auf Konsolen und Steam zusammen 230.000 Exemplare verkauft worden, was auf eher schwache Verkaufszahlen hindeutet.
Zwar sind Xbox-Konsolen deutlich weniger verbreitet als die PS5, dennoch verfügen sie bereits über eine beachtliche Nutzerbasis. Wenn neue Geräte kaum erhältlich sind, schränkt das allerdings auch die Spieleverkäufe ein. Die aktuelle Marktlage verstärkt zudem die Befürchtungen, dass Project Helix einen katastrophalen Launch erleben könnte.
















