Test Dell Latitude E7440 Notebook

Till Schönborn , 21.11.2013

Geschäftlich unterwegs. Nicht nur im Consumer-Bereich geht der Trend zu immer dünneren Note- und Ultrabooks. Dells neues Latitude E7440 beweist: Mobilität, Anschlussvielfalt und Office-Qualitäten schließen sich auch bei einem Business-Notebook nicht länger aus. Wir testen das Einstiegsmodell mit Core-i5-Prozessor, 500-GB-Festplatte und WXGA-Display.
Update 30.01.2014: Nachtest (IPS FHD non-touch/touch, 4300U, 128/256 GB)

Latitude – dieser Name steht bei Dell für eine breit gefächerte Modellreihe zumeist recht kostspieliger Profi-Notebooks, mit denen sich der Hersteller über viele Jahre ein beachtliches Renommee bei der höchst anspruchsvollen Business-Kundschaft erarbeiten konnte.

In der bei vielen Anwendern besonders beliebten 14-Zoll-Klasse hat Dell in diesem Jahr nicht nur den üblichen Refresh bestehender Produkte zu bieten, sondern führt mit dem Latitude E7440 (kurz Latitude 14) auch ein gänzlich neues Modell ein. Mit optionalem Touchscreen-Display und extrem schlanker Bauweise greift dieses aktuelle Trends des Consumer-Marktes auf, soll aber dennoch mit vielfältigen Sicherheitsfeatures und bewährter Qualität hervorstechen.

Das uns für diesen Artikel zur Verfügung gestellte Testgerät setzt auf einen Haswell-basierten Core i5-4200U, dem 4 GB RAM sowie eine 500 GB große Festplatte zur Seite stehen. Im deutschen Onlineshop bietet Dell eine sehr ähnliche Konfiguration mit etwas stärkerer CPU (Core i5-4300U) für aktuell 1.059 Euro inklusive diverser Aktionsrabatte an. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie SSD, Breitband-Modul, Core-i7-Prozessor oder doppelter Arbeitsspeicher treiben den Grundpreis – der Business-typisch ohne Mehrwertsteuer angegeben wird – allerdings schnell bis auf 1.649 Euro in die Höhe.

Die härteste Konkurrenz des neuen Latitude stammt wie so oft von HP und Lenovo. Finden wir heraus, wie gut sich das E7440 gegen das EliteBook Folio 9470M sowie das ThinkPad T430u zur Wehr setzen kann.

Update 30.01.2014: Nachtest E7440 (IPS FHD Touch / Non-Touch, 4300U, 128/256 GB)

Wir hatten die Möglichkeit, ein E7440 mit IPS FHD (1.920 x 1.080 matt) bzw. mit IPS FHD Touch (Glare), i5 4300U und 128/256 GB SSD zu testen. Wir haben unter Display, Prozessor und Massenspeicher die entsprechenden Angaben ergänzt.

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Gehäuse aus Aluminium und Magnesium
Gehäuse aus Aluminium und Magnesium
vorbildliche Verarbeitung
vorbildliche Verarbeitung

Wer bereit ist selbst für ein nur durchschnittlich ausgestattetes Einstiegsmodell weit mehr als 1.000 Euro auf den Tisch zu legen, darf ohne Zweifel eine entsprechend makellose Gehäusequalität erwarten. Obwohl das E7440 auf den ersten Blick eher unscheinbar anmutet, versteckt sich hinter dem dezenten Business-Anzug ein echtes High-Tech-Produkt. Die mattschwarze Basiseinheit mit haptisch angenehmer Soft-Touch-Oberfläche wurde aus hochwertigen Leichtmetallen wie Aluminium und einer Magnesiumlegierung gefertigt, um so Mobilität und Stabilität bestmöglich miteinander zu verknüpfen.

Die Umsetzung dieser Zielstellung kann als gelungen bezeichnet werden. Mit lediglich 2,1 Zentimetern Dicke und einem Gewicht von 1,63 Kilogramm (inklusive 3-Zellen-Akku) erreicht das Latitude in seiner Klasse Bestwerte. Auch die Verwindungssteifigkeit geht für ein derart dünnes Notebook in Ordnung, liegt allerdings nicht ganz auf dem Niveau der besten Ultrabooks. Wir wollen diese leichte Flexibilität nicht überbewerten, zumal auch bei starker Belastung keine störenden Knarzgeräusche zu vernehmen sind.

Die Verbindung zwischen Basis und Display erfolgt über zwei massive Scharniere mit großzügigem Öffnungswinkel, die den Deckel auch bei leichten Erschütterungen sicher festhalten. Trotz ihrer geringen Dicke überzeugt die Anzeige mit ausgesprochen hoher Stabilität: Bei der Version mit zusätzlichem Touchscreen-Layer setzt Dell sogar auf Carbonfaser-Verstrebungen, während die Rückseite unseres Testgerätes mit Standard-Display "nur" aus Aluminium besteht. Dank dieser Maßnahme kommen beide Versionen auf ein in etwa identisches Abmaß und Gewicht.

Beinahe überflüssig erscheint die Beurteilung der Verarbeitung – hier gibt es schlichtweg nichts zu kritisieren. Passgenaue Materialübergänge und sorgfältig gefaste Kanten zeugen von dem hohen Qualitätsanspruch, den Kunden im Profi-Segment stellen. Das Latitude wird diesem ohne Einschränkungen gerecht und hat sich seine sehr gute Bewertung darum redlich verdient.

Ausstattung

Wie wir testen - Ausstattung

Mit besonderen Highlights wie Thunderbolt kann die Anschlussausstattung des E7440 zwar nicht aufwarten, doch stehen dem Anwender alle wichtigen Schnittstellen in ausreichender Stückzahl zur Verfügung. Neben drei USB-3.0-Ports, von denen einer auch bei ausgeschaltetem Notebook angeschlossene USB-Geräte laden kann, hat Dell auch an Gbit-LAN, einen SD-Kartenleser sowie gleich zwei digitale Displayausgänge gedacht. Hierbei handelt es sich um HDMI sowie einen Mini-DisplayPort, der auch die Ansteuerung extrem hochauflösender 27- oder 30-Zoll-Monitore erlaubt. Ein VGA-Ausgang steht dagegen nicht direkt bereit, kann aber per optionalem Adapter nachgerüstet werden. Noch viele weitere Schnittstellen offeriert der ab rund 180 Euro angebotene Dell Port-Replikator II, der sich einfach an die Docking-Station-Buchse an der Unterseite stecken lässt.

Mit Ausnahme des Headset- sowie eines USB-Anschlusses befinden sich alle Ports an der Rückseite des Gerätes. Dies mag zwar die Bedienung etwas umständlicher gestalten, ermöglicht dafür aber eine saubere und unauffällige Kabelführung.

Frontseite: keine Anschlüsse
Frontseite: keine Anschlüsse
linke Seite: Luftauslass, SD-Kartenleser, Smartcard-Reader (optional)
linke Seite: Luftauslass, SD-Kartenleser, Smartcard-Reader (optional)
Rückseite: Gbit-LAN, USB 3.0, Mini-DisplayPort, HDMI, USB 3.0, Netzteilanschluss
Rückseite: Gbit-LAN, USB 3.0, Mini-DisplayPort, HDMI, USB 3.0, Netzteilanschluss
rechte Seite: WLAN-Schalter, Headset-Anschluss, USB 3.0, Kensington Lock
rechte Seite: WLAN-Schalter, Headset-Anschluss, USB 3.0, Kensington Lock

Kommunikation

enttäuschende 0,9-Megapixel-Webcam
enttäuschende 0,9-Megapixel-Webcam

Je nach Konfiguration bietet Dell das Latitude mit einer Reihe verschiedener WLAN-Karten an, die vom Low-End-Modell Dell Wireless 1506 (802.11b/g/n, 1x1) bis hin zur High-End-Variante Intel Wireless-AC 7260 (802.11ac/a/b/g/n, 2x2) reichen. Hierzulande spendiert der Hersteller allen derzeit im Online-Shop angebotenen Versionen das schnelle AC-Modul; für unseren Test mussten wir hingegen auf das günstige Dell Wireless 1506 zurückgreifen. Obwohl Geschwindigkeit, Reichweite und Featureumfang (kein Bluetooth, WiGig oder WiDi) verständlicherweise hinter teureren Funkadaptern zurückbleiben, erfüllt auch dieses Modell seinen Zweck: Die maximale Bruttodatenrate von 150 Mbit/s wird auch über mehrere Meter Entfernung und einige Zimmerwände stabil gehalten.

Für den mobilen Internetzugriff stehen diverse WWAN-Optionen bereit, die mit HSPA(+)- und/oder LTE-Support sowie GPS hervorstechen. Im Kaufpreis bereits inkludiert ist ein Breitbandmodul, aber lediglich beim 1.650 Euro teuren Topmodell.

Wer das E7440 auch regelmäßig für Videochats nutzen möchte, dürfte sich über die mäßige Qualität der integrierten Webcam ärgern. Der 0,9-Megapixel-Sensor zeichnet nur sehr detailarme Bilder mit ausgewaschenen Farben auf, die bei abnehmender Umgebungshelligkeit zudem sichtbar rauschen. Einen besseren Eindruck hinterlässt dagegen das klare Array-Mikrofon mit guter Sprachverständlichkeit.

Sicherheit 

Dell hat das Latitude für Intels vPro-Technik vorbereitet, die eine Reihe verschiedener Sicherheits- und Fernwartungs-Features beinhaltet. Damit lassen sich beispielsweise im Falle eines Diebstahls sensible Daten löschen oder das gesamte Gerät aus der Ferne sperren (Intel Anti-Theft) – für viele Unternehmen ein immens wichtiger Punkt. Wer darüber hinaus auch einen Fingerabdruck-Scanner sowie einen Smart-Card-Reader benötigt, muss sich zumindest für die mittelere Konfiguration ab 1.229 Euro entscheiden.

Zubehör

Von passenden Taschen bis hin zum externen Monitor bietet Dell nahezu jedes erdenkliche Extra an, für das allerdings grundsätzlich ein erklecklicher Aufpreis fällig wird. Zum eigentlichen Lieferumfang gehören lediglich ein 65-Watt-Netzteil sowie einige Software-Tools, die der Anwender zum Beispiel für die Erstellung von Backups benötigt. Positiv hervorzuheben ist die Abwesenheit jeglicher Werbesoftware oder unnützer Testversionen.

Wartung

illustrierte Demontageanleitung
illustrierte Demontageanleitung

Wie üblich stellt Dell im Internet ein ausführliches Owner's Manual bereit, welches die Wartung des Notebooks in bebilderten Einzelschritten erklärt. Nach der Entnahme des Akkus müssen nur noch zwei kleine Schrauben gelöst werden, um anschließend die per Schiebe-Mechanismus gesicherte Bodenplatte lösen zu können. Darunter findet der Nutzer den Lüfter samt Kühlkörper, die beiden Speicherslots (1 von 2 belegt), den 2,5-Zoll-Schacht (7 Millimeter Bauhöhe, belegt), das WLAN-Modul sowie einen freien Mini-PCIe/mSATA-Slot. Achtung: Letzterer ist bei einigen Modellen bereits mit dem WWAN-Adapter besetzt.

Garantie

Bereits ab Werk verfügt das Latitude über 36 Monate Garantie, wobei es sich je nach Modell um einen Basis-Service oder den sogenannten ProSupport (Vor-Ort-Service, Telefon-Unterstützung und weitere Zusatzleistungen) handelt. Ein Upgrade auf höherwertige Pakete ist ebenso möglich wie eine Verlängerung der Laufzeit auf 4 oder 5 Jahre, wofür Dell Preise zwischen 23 und 170 Euro (zzgl. MwSt.) aufruft.

Eingabegeräte

Wie wir testen - Eingabegeräte

Tastatur

Die Qualität der Eingabegeräte zählt zweifellos zu den wichtigsten Merkmalen eines guten Office-Notebooks. Anders als die Konkurrenz setzt Dell beim E7440 nach wie vor auf ein klassisches Tastatur-Design und lässt den neumodischen Chiclet-Trend links liegen. Ob man dies nun positiv oder negativ sehen möchte, ist in erster Linie eine subjektive Frage; aus ergonomischer Sicht stellen die großzügigen Tasten mit stolzen 18 Millimetern Kantenlänge (14 Millimeter an der Oberseite) auf jeden Fall keine schlechte Wahl dar. 

Schon mit dem ersten Tastendruck macht das in schlichtem Schwarz gehaltene Keyboard deutlich, aus welchem sprichwörtlichen Holz es geschnitzt wurde. Im direkten Vergleich mit der vielgelobten ThinkPad-Tastatur fällt der Anschlag zwar etwas weicher, aber keineswegs weniger knackig oder exakt aus. In Verbindung mit einem für Notebook-Verhältnisse sehr großzügigen Hubweg ergibt sich so ein hervorragendes Schreibgefühl, welches kleinere Makel wie das minimale Nachfedern im mittleren Bereich schnell vergessen lässt. Das Pünktchen auf dem i ist schließlich die 4-stufig regelbare Hintergrundbeleuchtung, die auch bei absoluter Dunkelheit zielsicheres Tippen erlaubt.

Touchpad und Trackpoint

Das 9,0 x 4,7 Zentimeter messende Touchpad stammt vom Hersteller Alps Electric und bietet gängige Features wie diverse Multi-Touch-Gesten oder einen praktischen Handflächen-Sensor. Präzision und Gleitfreudigkeit der Eingabefläche geben keinen Anlass zur Kritik und adeln das Pad zu einem vollwertigen Mausersatz. Einen wichtigen Anteil daran haben die dedizierten, sanft und exakt klickenden Maustasten, die glücklicherweise nicht zugunsten eines vollintegrierten Clickpads gestrichen wurden.

Bei einem echten Profi-Gerät darf natürlich auch der traditionelle Trackpoint nicht fehlen. Für den geübten Anwender kann dieser eine durchaus interessante Alternative darstellen, obwohl die Feinfühligkeit des kleinen Joysticks subjektiv nicht ganz an das Pendant von Lenovo heranreicht. Dafür hinterlassen auch hier die drei zugehörigen Tasten (darunter ein Scroll-Button) einen äußerst hochwertigen und langlebigen Eindruck.

Tastatur
Tastatur
Touchpad und Trackpoint
Touchpad und Trackpoint

Display

Wie wir testen - Display

Das Latitude E7440 lässt sich mit insgesamt drei verschiedenen 14-Zoll-Displays bestellen: Die preiswerteste Option ist dabei ein mattes WXGA-Panel mit 1.366 x 768 Bildpunkten und 112 dpi, welches auch in unserem Testgerät verbaut wurde. Wer mehr Arbeitsfläche benötigt, sollte sich jedoch besser für eine der beiden FullHD-Anzeigen mit beziehungsweise ohne Touchscreen entscheiden. Ob die Touch-Option von der Business-Kundschaft wirklich angenommen wird, gilt es allerdings abzuwarten, geht die Wahl dieses Displays doch zwangsläufig mit einer verspiegelten Bildoberfläche einher.

Andererseits können wir aber auch das günstige WXGA-Display nicht unbedingt weiterempfehlen: Zur mageren Auflösung gesellt sich eine recht schwache Hintergrundbeleuchtung, die selbst in ihrer Maximaleinstellung nicht über dürftige 179 cd/m² hinauskommt. Der Fairness halber müssen wir aber betonen, dass auch das ThinkPad T430u sowie das EliteBook 9470m in dieser Disziplin kaum besser abschneiden.

184
cd/m²
164
cd/m²
164
cd/m²
198
cd/m²
182
cd/m²
183
cd/m²
185
cd/m²
176
cd/m²
176
cd/m²
Infos
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 198 cd/m²
Durchschnitt: 179.1 cd/m²
Ausleuchtung: 83 %
Helligkeit Akku: 182 cd/m²
Schwarzwert: 0.48 cd/m²
Kontrast: 379:1
Ausleuchtung des Bildschirms

Erwartungsgemäß handelt es sich bei dem von LG gefertigten Display mit der Bezeichnung 140WH2 nur um ein einfaches TN-Panel, dessen optische Qualitäten in etwa dem üblichen Standard entsprechen. In Zahlen bedeutet das einen Schwarzwert von 0,48 cd/m², woraus sich wiederum ein Kontrastverhältnis von 379:1 errechnet. Im Vergleich zu einem sehr guten IPS- oder VA-Panel, wo wir schon Werte von weit über 1.000:1 ermitteln konnten, erscheint das Bild dadurch recht blass und leblos.

Auch in puncto Farbwiedergabe bekleckert sich die Anzeige nicht gerade mit Ruhm. Ohne vorherige Kalibrierung messen wir über das gesamte Spektrum starke Farbabweichungen, die in einem sehr hohen Delta E von 12,8 deutlich werden. Optimal eingestellt lässt sich dieser Kennwert auf 4,8 reduzieren, wobei selbst dann noch ein leichter Blaustich zurückbleibt. Hinzu kommt der eingeschränkte Farbumfang, der wichtige Standards wie sRGB und AdobeRGB klar verfehlt – für professionelle Fotografen und Grafiker ein KO-Kriterium.

Latitude E7440 vs. AdobeRGB (t)
Latitude E7440 vs. AdobeRGB (t)
Latitude E7440 vs. sRGB (t)
Latitude E7440 vs. sRGB (t)
Latitude E7440 vs. T430u (t)
Latitude E7440 vs. T430u (t)
Farbtreue (unkalibriert)
Farbtreue (unkalibriert)
Farbsättigung (unkalibriert)
Farbsättigung (unkalibriert)
Graustufen (unkalibriert)
Graustufen (unkalibriert)
Farbtreue (kalibriert)
Farbtreue (kalibriert)
Farbsättigung (kalibriert)
Farbsättigung (kalibriert)
Graustufen (kalibriert)
Graustufen (kalibriert)

Dank seines entspiegelten Displays ist das Notebook prinzipiell auch für den Einsatz unter freiem Himmel geeignet. Prinzipiell deshalb, weil die niedrige Leuchtdichte den Kampf gegen direktes Sonnenlicht zumeist verliert. Wir würden uns deshalb ein LED-Backlight mit mindestens 250, besser noch 300 cd/m² oder mehr wünschen – bezogen auf den Gesamtpreis dürfte dies nur ein unwesentlicher Kostenfaktor sein, den Nutzwert des Gerätes aber deutlich steigern.

Update 30.01.2014: Nachtest E7440 (IPS FHD Touch)

Anders gestaltet sich das mit dem Glare Type Panel der Touch-Version. Die gute Helligkeit, die auch im Akkubetrieb nicht dimmt, sorgt für ein helles Bild. Allerdings stören, wie bei spiegelnden Touchpanels üblich, schon bei wenig Licht starke Reflexionen (Aufnahme: Bewölkt, Winter).

Außeneinsatz HD matt
Außeneinsatz
Bewölkt, Winter FHD Touch Glare
Bewölkt, Winter FHD Touch Glare
leuchtende Farben FHD Touch
leuchtende Farben FHD Touch

Um die optimale Bildqualität des Displays genießen zu können, sollte sich der Anwender möglichst mittig vor diesem platzieren. Auf schräge Blickwinkel, insbesondere von oben oder unten, reagiert die Anzeige ähnlich allergisch wie die meisten anderen TN-basierten Fabrikate. Trotz des seitlich etwas größeren Bewegungsspielraumes richtet sich das E7440 damit klar an Einzelnutzer; gemeinschaftliche Filmabende dürften aber ohnehin nicht zum bevorzugten Einsatzgebiet des Latitude zählen.

Blickwinkel Dell Latitude E7440 WXGA
Blickwinkel Dell Latitude E7440 WXGA
Dell Latitude E7440 Full HD IPS
Dell Latitude E7440 Full HD IPS
Latitude E7440 Full HD Touch Glare
Latitude E7440 Full HD Touch Glare


Update 20.11.2013: Nachtest E7440 (IPS FHD, 4300U, 128 GB)

Besser wird es mit dem matten FullHD-Panel, das leuchtet bis zu 313 cd/m² (Mitte, auch im Akkubetrieb). Die Pixeldichte erhöht sich damit auf 157 dpi. Damit erkauft sich der Kunde aber weit mehr als nur Pixel, sondern auch bessere Farben, einen höheren Kontrast (873:1) und perfekte Blickwinkel (IPS). Folgende Screenshots zeigen die Vermessung des FHD-Panels. 

281
cd/m²
282
cd/m²
284
cd/m²
308
cd/m²
313
cd/m²
303
cd/m²
318
cd/m²
310
cd/m²
321
cd/m²
Infos
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 321 cd/m²
Durchschnitt: 302.2 cd/m²
Ausleuchtung: 88 %
Helligkeit Akku: 313 cd/m²
Schwarzwert: 0.36 cd/m²
Kontrast: 869:1
Ausleuchtung des Bildschirms
Dell Latitude E7440
Intel Core i5-4200U, Intel HD Graphics 4400, Seagate Laptop Ultrathin ST500LT032
Dell Latitude E7440
Intel Core i5-4300U, Intel HD Graphics 4400, Samsung SSD SM841 128GB
Dell Latitude E7440 FHD SSD256
Intel Core i5-4300U, Intel HD Graphics 4400, Liteonit LMT-256M6M
Illumination
74%
101%
Brightness Center182313
72%
318
75%
Black *0.480.36
25%
0.24
50%
Contrast379869
129%
1325
250%
Colorchecker DeltaE2000 *12.794.54
65%
4.29
66%
Greyscale DeltaE2000 *13.282.67
80%
4.68
65%
Gamma *2.382.792.69
Color Space (Percent of AdobeRGB 199836
Total Average (Program / Settings)
74% / 74%
101% / 101%

* ... smaller is better

Der Farbraum ist zwar deutlich größer als beim WXGA-Panel, sRGB und AdobeRGB werden dennoch verfehlt. Wir haben das Panel vor und nach der Kalibrierung mit dem X-Rite i1 Pro 2 (Fotospektrometer) vermessen. Die ohnehin geringe Abweichung bei den Graustufen (deltaE 2,67) verringert sich sogar auf 1,24. Bei der Sättigung tritt eine solche Verbesserung nicht ein. Die dezenter Verschiebung in Richtung Magenta bleibt bestehen. Diese geringe Abweichung im Bezug auf die Referenz sRGB quittiert der ColorChecker mit einem Avg. deltaE von 4,54. Vergleiche die CalMAN-Screens oben: Das IPS-Panel ist dem WXGA-Modell Meilen vorraus. Dies setzt sich durch die deutlich höhere Helligkeit (313 cd/m²) bei der Outdoor-Nutzung fort. Die nahezu perfekten Blickwinkel aus allen Positionen sind dann die Kür.

ICC E7440 FHD vs. sRGB
ICC E7440 FHD vs. sRGB
ICC E7440 FHD vs. AdobeRGB
ICC E7440 FHD vs. AdobeRGB
ICC E7440 FHD vs. E7440 WXGA
ICC E7440 FHD vs. E7440 WXGA
CalMAN Graustufen
CalMAN Graustufen
CalMAN Farbsättigung
CalMAN Farbsättigung
CalMAN ColorChecker
CalMAN ColorChecker
Graustufen kalibriert
Graustufen kalibriert
Farbsättigung kalibriert
Farbsättigung kalibriert
ColorChecker kalibriert
ColorChecker kalibriert
ICC E7440 FHD Touch vs. sRGB
ICC E7440 FHD Touch vs. sRGB
ICC E7440 FHD Touch vs. AdobeRGB
ICC E7440 FHD Touch vs. AdobeRGB

Update 30.01.2014: Nachtest E7440 (IPS FHD Touch, 4300U, 256 GB)

Die Touch-Version des FHD-Panels leuchtet mittig mit 318 cd/m². Die Messwerte ähneln, bis auf den Kontrast, dem matten FHD-Panel. Der Kontrast fällt jetzt mit 1325:1 um ein vielfaches besser aus als beim farbschwachen HD-Panel. Ähnlich schlecht wie beim matten FHD-TFT sind die Abdeckungen der Farbräume sRGB und AdobeRGB. 

Auch das Touchpanel haben wir mit dem Fotospektrometer vermessen und kalibriert. Das Graustufen DeltaE wird etwas schlechter und liegt nicht mehr im Zielbereich (4,68). Nach der Kalibrierung verbessert sich das aber auf 2,64. Der kleine Colorchecker Delta (4,29) ist ident mit dem matten Non-Touch-Modell, was durch die Kalibrierung nicht nennenswert verbessert werden (3,51).

CalMAN Graustufen (FHD Touch)
CalMAN Graustufen (FHD Touch)
CalMAN Sättigung (FHD Touch)
CalMAN Sättigung (FHD Touch)
CalMAN ColorChecker (FHD Touch)
CalMAN ColorChecker (FHD Touch)
Graustufen (FHD Touch) kalibriert
Graustufen (FHD Touch) kalibriert
Sättigung (FHD Touch) kalibriert
Sättigung (FHD Touch) kalibriert
ColorChecker (FHD Touch) kalibriert
ColorChecker (FHD Touch) kalibriert

Leistung

Wie wir testen - Leistung

2,6 GHz maximale Turbo-Taktrate
2,6 GHz maximale Turbo-Taktrate

Entsprechend seiner mobilen Ausrichtung wird das Latitude ausschließlich mit sparsamen ULV-Prozessoren der aktuellen Haswell-Generation angeboten. Der in unserem Testgerät verbaute Core i5-4200U taktet mit 1,6 bis 2,6 GHz etwas langsamer als die alternativ erhältlichen Core i5-4300U (1,9 bis 2,9 GHz) und Core i7-4600U (2,1 bis 3,3 GHz), sollte für die meisten Anwendungen aber dennoch ausreichende Leistungsreserven bereithalten. Neben Turbo Boost und Hyper-Threading unterstützt die CPU auch die neue AVX2-Erweiterung, die von Intel zusammen mit Haswell eingeführt wurde. Eine weitere Besonderheit stellt die auf nur noch 15 Watt abgesenkte TDP dar (Ivy Bridge: 17 Watt), welche zudem bereits den Leistungsbedarf des nunmehr integrierten Chipsatzes beinhaltet.

In Ermangelung einer dedizierten GPU übernimmt die DirectX-11-fähige Intel HD Graphics 4400 die Grafikausgabe. Deren 20 sogenannte Execution Units (EUs) takten mit einer Frequenz von 200 bis maximal 1.000 MHz, was ein leichtes Performanceplus gegenüber der HD Graphics 4000 des Vorgängers verspricht.

Dell hat das Latitude mit 4 GB DDR3-Speicher bestückt, genauer gesagt einem sehr sparsamen DDR3L-1600-Modul. Dieses arbeitet mit einer abgesenkten Versorgungsspannung, was der Leistungsaufnahme und damit auch den Akkulaufzeiten zugutekommt. Leider bedeutet nur ein Speichermodul auch zwangsläufig Single-Channel-Betrieb – das erleichtert zwar mögliche Aufrüstpläne, kann die 3D-Leistung aber merklich beeinträchtigen. Als Datenspeicher dient eine einfache 500-GB-Festplatte; schnelle SSD-Laufwerke mit 128 respektive 256 GB Kapazität gehören dagegen nur bei den teureren Konfigurationen zur Standardausstattung.

Systeminformationen Dell Latitude E7440

Prozessor

Gerade bei besonders dünnen Notebooks ist es immer eine etwas kritische Frage, ob der volle Turbo Boost auch über längere Zeit gehalten werden kann. Derartige Bedenken können wir an dieser Stelle zerstreuen: Selbst bei konstanter Volllast rechnet der Core i5-4200U stets mit seiner maximalen Taktfrequenz von 2,3 (Multi-Thread-Anwendungen) beziehungsweise 2,6 GHz (Single-Thread-Anwendungen) – und das sowohl im Netz- als auch im Akkubetrieb.

Die Performance entspricht demzufolge nahezu exakt anderen Geräten mit der gleichen CPU. Im Cinebench R11.5 liefert sich der Core i5-4200U ein enges Duell mit dem etwas höher taktenden Vorgängermodell Core i5-3337U, was die um knapp 10 Prozent gestiegene Pro-MHz-Leistung der Haswell-Architektur verdeutlicht. In Anbetracht der verringerten Leistungsaufnahme kein schlechtes Ergebnis, so finden wir.

Viele potentielle Käufer dürften sich vor allem eine Frage stellen: Lohnt ein Upgrade auf den teureren Core i5-4300U oder gar Core i7-4600U? Auch wenn wir beide CPUs bislang noch nicht testen konnten, lässt sich die Mehrleistung anhand der Taktraten recht gut abschätzen: Je nach Anwendung verspricht der 4300U ein Plus von etwa 10 bis 15 Prozent, der 4600U bis zu 25 Prozent. Keine weltbewegende Differenz – was allerdings auch für die Mehrkosten in Relation zum ohnehin sehr hohen Grundpreis gilt.

Update 20.11.2013: Der Tester hatte recht, 12 bzw. 11 % Mehrleistung errechnet der Cinebench. Das dürfte für die Praxis kaum relevant sein.

Cinebench R11.5
CPU Multi 64Bit
Dell Latitude E7440
HD Graphics 4400, 4200U, Seagate Laptop Ultrathin ST500LT032
2.47 Points ∼21%
Lenovo ThinkPad T430u
GeForce GT 620M, 3317U, Toshiba THNSNF128GCSS
2.39 Points ∼20% -3%
HP EliteBook Folio 9470m H4P04EA
HD Graphics 4000, 3427U, Intel SSD 520 Series SSDSC2BW180A3L
2.6 Points ∼22% +5%
Lenovo ThinkPad S440
Radeon HD 8670M, 4500U, Samsung SSD 840 250GB MZ7TD256HAFV
2.74 Points ∼23% +11%
Dell Latitude E7440
HD Graphics 4400, 4300U, Samsung SSD SM841 128GB
2.77 Points ∼23% +12%
CPU Single 64Bit
Dell Latitude E7440
HD Graphics 4400, 4200U, Seagate Laptop Ultrathin ST500LT032
1.11 Points ∼1%
Lenovo ThinkPad T430u
GeForce GT 620M, 3317U, Toshiba THNSNF128GCSS
1.06 Points ∼1% -5%
HP EliteBook Folio 9470m H4P04EA
HD Graphics 4000, 3427U, Intel SSD 520 Series SSDSC2BW180A3L
1.13 Points ∼1% +2%
Lenovo ThinkPad S440
Radeon HD 8670M, 4500U, Samsung SSD 840 250GB MZ7TD256HAFV
1.33 Points ∼1% +20%
Dell Latitude E7440
HD Graphics 4400, 4300U, Samsung SSD SM841 128GB
1.23 Points ∼1% +11%
Cinebench R10 Rendering Single CPUs 64Bit
4929 Points
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 64Bit
9912 Points
Cinebench R10 Shading 64Bit
5682 Points
Cinebench R10 Rendering Single 32Bit
3716
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 32Bit
7546
Cinebench R10 Shading 32Bit
5835
Cinebench R11.5 CPU Single 64Bit
1.11 Points
Cinebench R11.5 CPU Multi 64Bit
2.47 Points
Cinebench R11.5 OpenGL 64Bit
13.27 fps
Hilfe

Massenspeicher

HD-Tune-Benchmark
HD-Tune-Benchmark

Keine SSD? Auch wenn wir hier ein vergleichsweise günstiges Einstiegsmodell testen, hätten wir uns zumindest über einen kleinen Flashspeicher oder SSD-Cache gefreut. Die stattdessen verbaute Seagate Laptop Ultrathin (5 Millimeter Bauhöhe) bietet mit 500 GB Kapazität natürlich ungleich mehr Speicherplatz, lässt als typische Standard-HDD mit 5.400 U/min und 16 MB Cache aber keine Leistungsrekorde erwarten.

Mittels HD Tune konnten wir eine durchschnittliche Übertragungsrate von 87,3 MB/s sowie eine Zugriffszeit von 18,9 Millisekunden ermitteln, womit sich das Laufwerk im oberen Drittel aktueller 2,5-Zoll-Festplatten einordnet. Gegenüber einem modernen Solid State Drive, welches insbesondere bei sehr kleinen Dateien mehrere Zehnerpotenzen schneller zu Werke geht, muten diese Werte aber dennoch recht bescheiden an.

Update 30.01.2014: Die Zugriffsraten der 256-GB-SSD (Liteonit LMT-256M6M) unterscheiden sich in den 4-K-Tests (Lesen kleiner, verstreuter Dateien) signifikant von denen der 128-GB-SSD. Das könnte die Differenz im Work-Score des PCMark 8 erklären.

Seagate Laptop Ultrathin ST500LT032
Minimale Transferrate: 45.6 MB/s
Maximale Transferrate: 111.9 MB/s
Durchschnittliche Transferrate: 87.3 MB/s
Zugriffszeit: 18.9 ms
Burst-Rate: 98 MB/s
CPU Benutzung: 5.3 %
Samsung SSD SM841 128GB
Sequential Read: 526.5 MB/s
Sequential Write: 377.2 MB/s
512K Read: 429.5 MB/s
512K Write: 314.1 MB/s
4K Read: 39.43 MB/s
4K Write: 121.9 MB/s
4K QD32 Read: 283.4 MB/s
4K QD32 Write: 306.2 MB/s
Liteonit LMT-256M6M
Minimale Transferrate: 115.1 MB/s
Maximale Transferrate: 407.1 MB/s
Durchschnittliche Transferrate: 369.8 MB/s
Zugriffszeit: 0.1 ms
Burst-Rate: 310.9 MB/s
CPU Benutzung: 2 %