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AMD Ryzen 4000G: Die bislang schnellsten Desktop-APUs lassen Intel alt aussehen

Die neuesten Desktop-APUs von AMD können ihren Vorsprung gegenüber Intel weiter ausbauen. (Bild: AMD)
Die neuesten Desktop-APUs von AMD können ihren Vorsprung gegenüber Intel weiter ausbauen. (Bild: AMD)
AMD hat soeben seine neuesten 7 nm Desktop-APUs enthüllt, die einen ordentlichen Leistungssprung bieten, vor allem was die integrierte Vega-GPU angeht. AMD hat viele Vergleiche zur Konkurrenz aus dem Hause Intel gezogen, die teils vernichtend sind.
Hannes Brecher,

Erst gestern haben wir ein erstes Benchmark-Ergebnis geteilt, bei dem der Ryzen 7 4700G fast die Grafikleistung einer Nvidia GeForce GTX 1050 erreichen konnte, heute hat AMD die neuen APUs auch schon offiziell vorgestellt. Wie erwartet kommen die Chips je nach Modell mit vier bis acht Prozessorkernen auf Basis der Zen 2-Architektur sowie mit integrierten Grafikchips, die eine um 60 Prozent höhere Leistung pro Compute Unit (CU) bieten sollen.

AMD hält das Produkt-Portfolio dabei recht überschaubar. Zu den neuen Chips gehören ein Ryzen 3 4300G mit vier Kernen und einer Vega 6 iGPU, ein Ryzen 5 4600G mit sechs Kernen und einer Vega 7 sowie ein Ryzen 7 4700G mit acht Prozessorkernen und einer Vega 8 iGPU. Alle drei APUs sind auf eine TDP von 65 Watt ausgelegt, AMD bietet allerdings jeweils auch eine "GE"-Variante an, die sich mit 35 Watt begnügt. Alle Informationen zu den Taktfrequenzen hat AMD in der unten eingebetteten Tabelle zusammengefasst.

AMD hat im Pressematerial keinerlei Vergleiche zu älteren Ryzen-Chips gemacht, stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Vorzüge gegenüber der Konkurrenz zu demonstrieren. Bevor man sich die Benchmark-Ergebnisse ansieht sollte man allerdings ein paar Dinge beachten.

Einerseits vergleicht AMD seine Chips zu Intel-Prozessoren der 9. Generation – Comet Lake brachte zwar keine großen Fortschritte, die aktuellsten Intel-Chips hätten aber vermutlich zumindest ein klein wenig besser abgeschnitten. Andererseits stattet Intel seine Desktop-Prozessoren nach wie vor nur mit der lahmen Intel UHD Graphics 630 aus, während die Iris Plus iGPUs bei Ice Lake oder vor allem die Xe DG1 iGPU, die für Tiger Lake erwartet wird, deutlich näher an der Leistung von AMDs Vega-iGPU liegen. Da Intel diese Grafikchips allerdings nur für Notebooks anbietet sind die Vergleiche von AMD durchaus gerechtfertigt.

Wirft man allerdings einen Blick auf die Benchmark-Ergebnisse, die AMD geliefert hat, so wird schnell klar, dass selbst die Prozessorleistung weit vor dem liegt, das vergleichbare Intel-Prozessoren leisten können. Ein Ryzen 7 4700G liegt im Cinebench R20 Multi-Core-Benchmark stolze 55 Prozent vor dem Intel Core i7-9700, selbst bei der Nutzung von nur einem Kern kann AMD einen kleinen Vorsprung herausarbeiten.

Sieht man sich dagegen das 3DMark Time Spy-Resultat an, so wird schnell klar, dass der integrierte Grafikchip der Konkurrenz um Lichtjahre voraus ist. Um diesen Vorsprung noch deutlicher zu machen hat AMD eine ganze Reihe an Spiele-Benchmarks geliefert, in denen der neue Ryzen 7 4700G das Gegenstück von Intel mit gigantischem Abstand übertreffen kann.

In Counter-Strike: Global Offensive können die Bildraten verdoppelt werden, während in aufwändigeren Titeln wie beispielsweise bei Sid Meier's Civilization VI fast die vierfache Framerate erreicht wird. Wie üblich sollte man Benchmarks, die von einem Hardware-Hersteller stammen, mit ein wenig Vorsicht genießen, doch derzeit scheint klar zu sein: Wer einen Computer ohne dedizierte Grafikkarte bauen möchte, für den ist Ryzen aktuell die bessere Wahl.

Dasselbe gilt auch für produktivere Anwendungen: AMD gibt an, dass der Ryzen 7 4700G bei PCMark 10 72 Prozent schneller ist als ein vergleichbarer Intel-Prozessor, bei einem 4K-Render-Test in DaVinci Resolve konnte die APU sogar einen Vorsprung von 89 Prozent erreichen.

Quelle(n)

AMD

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Autor: Hannes Brecher, 21.07.2020 (Update: 21.07.2020)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.