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Keine Chance für High-End-Gaming-Notebooks: AMD Ryzen Renoir bindet Grafikchips nur mit PCIe 3.0 x8 an

Eine maßgebliche technische Einschränkung verhindert, dass AMD Ryzen Renoir im Gaming-Sektor dominiert. (Bild: AMD)
Eine maßgebliche technische Einschränkung verhindert, dass AMD Ryzen Renoir im Gaming-Sektor dominiert. (Bild: AMD)
Auch Monate nach dem Release der enorm leistungsstarken AMD Ryzen Renoir APUs gibt es noch kein Gaming-Notebook, das einen solchen Prozessor mit einem High-End-Grafikchip kombiniert. Dabei handelt es sich aber offenbar weder um eine Verschwörung noch um eine Business-Entscheidung, die aktuellen Ryzen-Chips besitzen schlicht eine maßgebliche technische Einschränkung.
Hannes Brecher,

Sowohl Intel Ice Lake als auch Tiger Lake bieten gerade einmal vier Kerne – das dürfte für viele Kunden Grund genug sein, ein Notebook auf Basis von AMD Ryzen Renoir zu bevorzugen. Immerhin bietet ein Ryzen 7 4800U dank der Zen 2-Architektur acht Kerne, 16 Threads und Taktfrequenzen von bis zu 4,2 GHz bei einer TDP von nur 15 Watt.

Sieht man sich auf dem Notebook-Markt um, so findet man aber keine Geräte, die diesen eindrucksvollen Prozessor mit einer Grafikkarte kombinieren, die schneller als eine Nvidia GeForce RTX 2060 ist. Igor Wallossek von Igor's Lab hat nun endlich die Erklärung dafür gefunden: Im unten eingebetteten Plattform-Diagram, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, zeigt AMD, wie die insgesamt 20 PCIe 3.0 Lanes aufgeteilt werden.

Dabei stehen nur acht Lanes für die GPU zur Verfügung – dadurch entsteht ein Bandbreiten-Flaschenhals, der die Bildrate in Spielen schon bei 1.080p-Auflösung einschränken kann. Je schneller der verbaute Grafikchip, desto stärker fällt dieser Flaschenhals ins Gewicht, weswegen die derzeit schnellsten mobilen GPUs stets nur in Verbindung mit Intel-Prozessoren verbaut werden.

Der Grund für diese technische Einschränkung ist nicht bekannt, Igor Wallossek spekuliert, dass AMD so die Effizienz verbessern konnte. Dieses Problem dürfte aber spätestens dann gelöst sein, wenn AMD endlich PCIe 4.0 auch in seine mobilen APUs integriert, durch die effektiv verdoppelte Bandbreite dürften dann selbst acht Lanes für deutlich anspruchsvollere Anwendungen ausreichen.

Dieses interne Diagramm von AMD zeigt wie die 20 PCIe Lanes von Ryzen Renoir genutzt werden. (Bild: AMD, via Igor's Lab)
Dieses interne Diagramm von AMD zeigt wie die 20 PCIe Lanes von Ryzen Renoir genutzt werden. (Bild: AMD, via Igor's Lab)

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Autor: Hannes Brecher, 23.07.2020 (Update: 23.07.2020)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.