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Apple: Auch iPhone-Apps übertragen Standortverläufe an Werbefirmen

Apple: Auch iPhone-Apps übertragen Standortverläufe an Werbefirmen
Apple: Auch iPhone-Apps übertragen Standortverläufe an Werbefirmen
Sicherheitsforscher von GuardianApp haben in einer Analyse herausgefunden, dass viele beliebte iPhone-Apps von Drittherstellern den Aufenthaltsort ihrer Nutzer tracken und die GPS-Daten an Werbefirmen weiterleiten. Auch die Daten weiterer Sensoren werden dabei übertragen.

Das Team hinter The GuardianApp listet insgesamt 24 mehr oder weniger populäre iOS-Apps auf, welche die Standortdaten von Millionen von Apple-Geräten und ihrer Nutzer an Werbefirmen weiterleitet. Dort freut man sich über das gewinnbringende Geschäft mit den begehrten Standortdaten.

Die Apps nutzen dabei scheinbar vorgefertigten Code, der von Firmen stammt, welche mit dem Verkauf von Nutzerdaten ihr Geschäft machen. Dabei wird meistens ein plausibler Grund für die Datenerhebung vorgeschoben, wie beispielsweise in einer Wetter-App, die den Standort für eine zugeschnittene Wettervorschau benötigt. Allerdings gibt es meist keine oder nur wenig Informationen darüber, dass die Daten auch an Dritte weitergeleitet werden, geschweige denn an Werbefirmen.

Im letzten Monat hatte das Bundesjustizministerium Google kritisiert, da Google innerhalb von Android auch bei deaktivierter Aufzeichnung des Standortverlaufs weiterhin Standortdaten sammelt. Apple ist hier offensichtlich nicht von der Kritik auszunehmen, schließlich gibt es diesbezüglich kaum Überprüfungen von Drittapps. Unklar ist noch, ob das Vorgehen der iOS-Apps gegen die DSGVO verstößt, im Falle Googles hatte der Verbraucherschutz dies angemahnt.

Die Apple-Sicherheitsforscher raten dazu bestimmten Apps gleich die Ortsfreigabe zu verweigern, sofern dies überhaupt möglich ist (siehe Wetter-App). Insbesondere bei den Apps, die im Dialog zur GPS-Datenerhebung gleich auf die Datenschutzbestimmungen verweisen. In den Datenschutzeinstellungen sollte man zudem unter Werbung angeben, dass man kein Ad-Tracking wünscht. Auch Bluetooth sollte bei Nichtgebrauch deaktiviert werden.

Auf der Seite von GuardianApp kann man sich über die fragwürdigen Apps informieren, außerdem listet das Team die Hostnames aller bekannten Daten-Monetarisierungs-Unternehmen auf, sodass sich die Verbindung damit gezielt blockieren lässt.

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Autor: Christian Hintze, 12.09.2018 (Update: 12.09.2018)
Christian Hintze
Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).