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Datenschutz-Grundveraordnung: Nur 13 % der deutschen Unternehmen halbwegs vorbereitet

Datenschutz-Grundveraordnung: Nur 13 % der deutschen Unternehmen halbwegs vorbereitet
Datenschutz-Grundveraordnung: Nur 13 % der deutschen Unternehmen halbwegs vorbereitet
Das Online-Consulting-Unternehmen absolit hat eine Umfrage unter 606 mittleren und großen deutschen Unternehmen durchgeführt. Es ging dabei um die Umsetzungen der Richtlinien der neuen Datenschutz-Grundverordnung, welche ab dem 25. Mai 2018 in Kraft tritt. Dabei stellte sich heraus, dass die deutschen Unternehmen bisher unzureichende Vorbereitungen in Sachen Datenschutzanpassungen getroffen haben.

Die neue Datenschutz-Grundveraordnung der EU, kurz DSGVO, soll ab dem 25. Mai in Kraft treten. Bekannt geworden ist sie aktuell vor allem in Zusammenhang mit dem derzeitigen Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica. Sie soll Unternehmen dazu bewegen Daten transparenter und sparsamer zu erheben, zu verarbeiten und weiterzugeben als es bisher der Fall ist.

Facebook ist bereits in einem großen Umwälzprozess, um den teils heftigen Strafzahlungen zu entgehen, die bei Mißachtung drohen. Aber wie sieht es eigentlich mit den deutschen Unternehmen aus? Das Marktanalyse-Unternehmen absolit hat dafür, in Zusammenarbeit mit dem eco Verband, 606 mittlere und große Unternehmen in Deutschland befragt. Stellen sich die Konzerne auf die neuen Spielregeln um?

Erschreckenderweise geben nur 13 % aller Unternehmen an sich bereits an die neuen Regularien angepasst zu haben. Aber auch hier ist bei detaillierten Nachfragen herausgekommen, dass weniger als die Hälfte der 13 % auch wirklich alle neuen Vorgaben erfüllen. Immerhin weitere 56 % der Firmen geben an sich mitten im Anpassungsprozess zu befinden.

27 % haben noch gar keine Maßnahmen getroffen, in der Pharmabranche liegt dieser Wert gar bei bedenklichen 48 %. Und viel Zeit bleibt ja nicht mehr. In Sachen Werbemails ergab sich, dass für 50 % aller gespeicherten Kundenmails keine saubere Einwilligungserklärung zum Empfang von Werbemails vorliegt, trotzdem diese versendet werden. 21 % wollen diese Kunden ungeachtet dessen auch weiterhin anschreiben. Damit riskieren sie Strafen in Höhe bis zu 20 Millionen Euro oder aber 4 % der weltweiten Einnahmen und das, obwohl 81 % die Folgen eines Verstoßes kennen.

Immerhin die Transparenzpflichten werden von ca. 75 % der Befragten eingehalten und auch die geforderte Datensparsamkeit wird von vielen beachtet (68 %). Dennoch gibt es etliche Baustellen. Nur 43 % haben die automatische Datenverarbeitung anhand der neuen Richtlinien überprüft. Besonders der Pharmabranche werfen die Forscher planlosigkeit in der Umsetzung vor.

Umfrageergebnis; Quelle: absolit
Umfrageergebnis; Quelle: absolit

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Autor: Christian Hintze, 20.04.2018 (Update: 20.04.2018)
Christian Hintze
Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).