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Google bestätigt: Huawei Mate 30 ohne Google-Services wegen US-Bann

Das Huawei Mate 30 Pro wird ohne Google-Apps ausgeliefert, sagt Google. Konzeptbild auf Basis des Promo-Poster-Leaks.
Das Huawei Mate 30 Pro wird ohne Google-Apps ausgeliefert, sagt Google. Konzeptbild auf Basis des Promo-Poster-Leaks.
Google sagt, die sehnlichst erwarteten Huawei-Flaggschiffe Mate 30 Pro sowie Mate 30 können aufgrund des US-Banns aktuell nicht mit Google Apps wie dem Play Store ausgeliefert werden, die temporäre Ausnahme vom US-Bann gelte nicht für neue Smartphones. Ohne Google-Services wird sich das Mate 30 aber international nicht verkaufen lassen, ein echtes Dilemma für Huawei.
Alexander Fagot,

Das sei der Grund, warum wir aktuell immer noch keine offiziellen Renderbilder des Mate 30 Pro hätten, schreibt langjähriger Tech-Journalist und Leaker Roland Quandt via Twitter - und meint damit einen aktuellen Reuters-Bericht, in dem ein Google-Sprecher ungewöhnlicherweise Stellung zu einem nicht veröffentlichten Smartphones eines Android-OEMS nimmt. Das Mate 30 Pro von Huawei, hier in einem als offiziell geltenden Promo-Poster aus China bereits zu sehen, könne nicht mit einer Lizenz für die Google-Services wie Google Play und Co. ausgeliefert werden, weil die erst vergangene Woche verlängerte Ausnahme nur bereits veröffentlichte Produkte betreffe, nicht aber neue Smartphones.

Diese recht offene Art Googles, mit dem leider immer noch akuten US-Technologie-Bann der Trump-Regierung umzugehen, wurde auch in einer separaten Anfrage der Tech-Webseite TheVerge bestätigt und spiegelt wohl die Verzweiflung wieder, die mittlerweile auch beim Android-Entwickler vorherrscht, immerhin hat Google durch den internationalen Erfolg Huaweis in den vergangenen Jahren nicht gerade schlecht an den Chinesen verdient. Einer vergangenen Aussage Donald Trumps zufolge, sollten die US-Sanktionen gegenüber Huawei ja eigentlich mittlerweile nur mehr spezielle Bereiche wie etwa Netzwerkequipment betreffen, doch wie Reuters schreibt, schaut die Realität ganz anders aus.

130 Anfragen zu Ausnahmen vom US-Bann seien bis dato beim US-Handelsministerium eingelangt, keine einzige davon sei genehmigt worden, einzig eine weitere temporäre Ausnahme für Android-Updates auf bereits ausgelieferte Smartphone-Modelle von Huawei sei tatsächlich gewährt worden, nachdem die ursprüngliche 90 Tage-Frist Ende August ausgelaufen wäre. Als potentieller Ausweg stehen nun entweder Harmony OS im Raum oder eine Open Source-Android-Version ohne Google-Apps. Letzteres ist wohl der wahrscheinlichste Weg, sollte sich bis zum Launch des Mate 30, früheren Leaks zufolge vielleicht schon Ende September, nichts an der Situation ändern.

Dies hätte jedoch massive Auswirkungen auf den Verkaufserfolg, wird der Analyst Richard Windsor von Reuters zitiert. "Niemand (außerhalb Chinas) würde ein Mate 30 Pro ohne Google-Apps kaufen." Der Huawei App-Store wäre ohne darin vertretende Apps aus den USA wie Facebook, Instagram, Whatsapp und Co. wohl ebenfalls keine echte Alternative womit Huawei im Moment vor einem echten Dilemma steht. Aktuell zeichnet sich zumindest noch keine Lösung ab, auch wenn sich in dem unsäglichen Handelskonflikt zwischen den USA und China immer wieder auch Lichtblicke in letzter Minute zeigen. Vielleicht wird bis zum Launch des Mate 30 ja doch noch eine Google-Lizenz genehmigt. 

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Autor: Alexander Fagot, 29.08.2019 (Update: 29.08.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.