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Huawei und Google: Ausnahmeregelung nochmal verlängert, aber nur mehr um 45 Tage

Die Huawei-Ausnahmeregelung für US-Unternehmen wie Google wurde nun noch einmal um 45 Tage verlängert.
Die Huawei-Ausnahmeregelung für US-Unternehmen wie Google wurde nun noch einmal um 45 Tage verlängert.
Die bereits zum zweiten Mal verlängerte Ausnahmeregelung der Trump-Regierung für US-Unternehmen, die Geschäfte mit Huawei machen, wurde kurz vor dem erneuten Auslaufen ein weiteres Mal verlängert, diesmal aber nur mehr um 45 statt 90 Tage. Was danach kommen soll, ist unklar - für Konsumenten ist das alles höchst unbefriedigend.

Kurz und knapp berichtete Reuters über die erneute Verlängerung der Ausnahmeregelung für US-Unternehmen, die Geschäfte mit Huawei machen, was ja seit Mai 2019 aufgrund der US-Sanktionen gegen den Technologiekonzern aus China von der Trump-Regierung eigentlich verboten wurde. Diese Ausnahmeregelung ermöglicht es Google etwa für bereits Google-zertifizierte Smartphones wie die beliebten Huawei P30-Smartphones (bei Amazon ab 500 Euro) Updates an Huawei zu liefern, nicht allerdings für neue Phones wie das im Herbst präsentierte Mate 30 Pro, das in Folge bis heute ohne Google-Services und Apps auskommen muss.

Diese Ausnahmeregelung wurde bereits zwei Mal um jeweils 90 Tage verlängert und sollte nun am 16. Februar 2020 erneut auslaufen, was durch die dritte Verlängerung abgewendet wurde - diesmal allerdings nur mehr um 45 Tage statt 90 Tage - möglicherweise also ein Zeichen an die Industrie, dass es die letzte Verlängerung war. Was danach kommt ist aktuell etwas unklar. Theoretisch darf Google dann keine Android-Updates mehr an Huawei liefern - für Besitzer älterer Huawei-Phones mit Google Play Store und Co. dürfte sich dennoch wenig ändern, denn Huawei kann die Android-Updates auch über die Open Source (AOSP)-Version von Android beziehen, das könnte nur jeweils etwas länger dauern als bisher. 

Eigentlich war ja im Vorjahr mehrmals von längerfristigen Handelslizenzen die Rede, die vom US-Handelsministerium an einzelne Unternehmen gewährt werden sollen - eine dieser Lizenzen ging etwa an Microsoft, wodurch Huawei seine MateBooks (die neue AMD-Generation steht vor der Tür) nun wieder mit Windows 10 ausliefern darf. Die Hoffnung unter Huawei-Fans war groß, dass letztlich auch Google eine solche Lizenz erhalten wird - was bis dato aber nicht der Fall war. Angesichts der jüngsten Verschärfungen der Spionagevorwürfe gegen Huawei ist es zudem unwahrscheinlicher geworden, dass hier noch eine befriedigende Lösung für die Konsumenten gefunden wird - kommende Huawei-Phones wie die für März geplante P40-Familie werden so weiterhin komplett ohne Google auskommen müssen und in Europa daher mit großem Handicap starten.

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Autor: Alexander Fagot, 14.02.2020 (Update: 14.02.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.