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Neue Huawei und Honor-Handys: Google warnt vor Nachinstallation der Google-Services und Apps

Google warnt davor, auf nicht offiziell von Google zertifizierten Huawei-Handys die fehlenden Google-Services zu installieren.
Google warnt davor, auf nicht offiziell von Google zertifizierten Huawei-Handys die fehlenden Google-Services zu installieren.
In der Android Help Community warnt Google nun offiziell vor dem Sideloading der Google-Services, des Play Stores und der bekannten Google-Apps auf neueren Huawei-Phones, die aufgrund der US-Sanktionen nicht mehr von Google zertifiziert wurden. Abgesehen vom Mate 30 Pro dürfte das in den nächsten Tagen und Wochen einige geplante Neuheiten von Honor und Huawei betreffen, bei denen man sich im Klaren sein sollte, dass Google wohl keine Option ist.
Alexander Fagot,

Google wird von Usern neuerer Huawei-Handys offenbar mit Fragen zur Nachinstallation der fehlenden Google-Services und Google-Apps wie dem Play Store bombardiert und hat sich nun in der Android Help Community ausführlich zu diesem Thema geäußert. Kurz zur Vorgeschichte: Neue Huawei-Phones, die seit dem 16. Mai 2019 neu auf den Markt gekommen sind, mit Ausnahme modifizierter Varianten früherer Modelle, etwa das im Herbst 2019 gestartete Honor 9X, dürfen aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei nicht mehr von Google zertifiziert und mit Google Mobile Services, Play Store und den allseits bekannten Google Apps bespielt werden.

Davor bereits zertifizierte Huawei-Handys, etwa die beliebte P30 Smartphone-Familie, erhalten aufgrund der mehrfach verlängerten Ausnahmegenehmigung weiterhin ihre Updates, alle tatsächlich neuen Smartphones von Huawei und Honor, etwa das Mate 30 Pro oder die kommende Woche auch in Europa erwarteten globalen Honor 9X Pro- und Honor V30 aka Honor View 30-Smartphones sowie die Ende März erwartete Huawei P40-Serie werden ohne jegliche proprietäre Google-Technologie ausgeliefert und bringen abgesehen von einem Huawei-modifizierten Open-Source Android mit EMUI-Oberfläche als mehr oder weniger vollwertigen Ersatz die Huawei-eigenen Huawei Mobile Services (HMS) sowie die Play Store-Alternative App Gallery mit.

Im erwähnten neuen Hilfe-Eintrag warnt Google nun explizit davor, sich die Google Services (GMS), den Play Store und Google-Apps wie Youtube, Maps oder Google Pay über dunkle Kanäle zu beziehen und selbst nachzuinstallieren (durch sogenanntes Sideloading). Als Gründe hierfür nennt Google zweierlei: Einerseits sei nicht sichergestellt, dass die Installationsdateien, die man sich irgendwo aus dem Netz besorgt, nicht etwa modifiziert und möglicherweise mit Schadsoftware "angereichert" wurden, was die Sicherheit und Privatsphäre des Nutzers dramatisch gefährden könnte, man denke hierbei nur an das Thema Mobile Banking. Andererseits wird es aufgrund der fehlenden Google Play Protect-Zertifizierung in vielen Fällen zu Problemen beim Einsatz der nachinstallierten Google-Apps kommen. 

Zumindest letzteres können Nutzer zwar theoretisch durch eine nachträgliche Registrierung ihres Handys bei Google umgehen - was ursprünglich nur für Nutzer alternativer Roms wie LineageOS gedacht war - ob das in jedem Fall klappt, ist aber nicht sicher und könnte künftig auch blockiert werden. Letztlich muss sich jeder Käufer eines neuen Huawei- und Honor-Smartphones darüber im Klaren sein, dass er praktisch auf Google-Services außerhalb der jeweiligen Web-Version verzichten und Alternativen suchen muss. Huawei dürfte das durch intensive Förderung von Entwicklern und rasche Weiterentwicklung der HMS zwar langfristig erleichtern, man sollte sich aber bewusst machen, dass eine Nachinstallation der Googe-Infrastruktur auf einem Huawei-Phone eigentlich ein unsicherer und nicht empfehlenswerter Hack ist.

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Autor: Alexander Fagot, 22.02.2020 (Update: 22.02.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.