"Kann so gar nicht funktionieren": Steam-Machine-Klon aus China verwirrt Fans

Die Steam Machine ist umstritten. Während der Preis für einige aufgrund des speziellen und besonders kompakten Wohnzimmer-Konzepts gerechtfertigt zu sein scheint, ist Valves Wohnzimmer-PC für andere schlichtweg zu teuer und zu schwach. Nachdem schon der französische Hersteller LDLC mit der „Stim Machine“ einen provokanten Klon der Steam Machine auf den Markt gebracht hat, zieht China nun offenbar nach – und zwar mit einem deutlichen Preisvorteil.
Wie aktuell auf Reddit diskutiert wird, ist auf Taobao ein weißer Mini-PC aufgetaucht, der optisch stark an Valves Steam Machine erinnert. Laut Screenshot soll das Gerät mit SteamOS laufen und in einer Variante mit Radeon RX 6750 GRE, Ryzen 5 5500, 16 Gigabyte RAM und 2 Terabyte Speicher angeboten werden. Der Preis liegt demnach bei 4.680 Yuan, umgerechnet also rund 605 Euro – deutlich günstiger als die Steam Machine, die in China umgerechnet bei etwa 905 Euro für die 512-GB-Version und rund 1.164 Euro für die 2-TB-Version liegen dürfte. Einen offiziellen China-Preis gibt es offenbar nicht; Grundlage sind die US-Preise von 1.049 US-Dollar und 1.349 US-Dollar.
"Ryzen 5 5500 mit DDR5?"
Auf Reddit sorgt das Angebot für Stirnrunzeln. „Das kann gar nicht funktionieren“, schreiben Nutzer und weisen darauf hin, dass der Ryzen 5 5500 auf AM4 basiert und offiziell ausschließlich DDR4 unterstützt. DDR5 wäre mit diesem Prozessor gar nicht möglich. Andere zweifeln zusätzlich daran, dass eine Radeon RX 6750 GRE überhaupt in das auf den Bildern gezeigte Mini-Gehäuse passen würde. Auch Lautstärke, Kühlung und Stromversorgung werden infrage gestellt. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken. Einige Nutzer würden einen solchen Mini-PC niemals direkt mit ihrem Steam-Account verbinden, solange unklar ist, welche Hardware und welches Betriebssystem tatsächlich ausgeliefert werden.
Eine Erklärung für die Verwirrung will Reddit-Nutzer u/survfate haben, der laut eigenen Angaben häufiger auf Taobao einkauft:
„Die Verwirrung entsteht dadurch, dass im Titel sämtliche Produkte aufgelistet werden, obwohl sich dahinter mehrere verschiedene Varianten verbergen. Der auf dem Bild gezeigte Mini-PC ist nicht die Version mit der RX 6750 GRE – diese steckt stattdessen in einem individuell zusammengestellten ITX-System.“
Eindeutig verifizieren lässt sich das nicht, da das Listing offenbar wieder entfernt wurde. Spannend ist der Fall trotzdem: Er zeigt, dass Valves SteamOS-Offensive Früchte trägt. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere Steam-Machine-Alternativen auf den Markt kommen.












