„Stim Machine“: Steam-Machine-Konter bietet mehr Leistung zum gleichen Preis

Nachdem die Steam Machine über Monate sehnsüchtig erwartet wurde, war die offizielle Enthüllung für viele eher ernüchternd. Valves Wohnzimmer PC ist teurer als erwartet und reicht kaum an die Leistung der PS5 heran. Andere Hersteller dürften darin eine Gelegenheit sehen, selbst vom Hype um die Steam Machine zu positionieren – so zum Beispiel der französische Hardware-Anbieter LDLC, der keinen Hehl daraus macht, ein direktes Konkrrenzgerät zur Steam Machine anzubieten und dieses mit nicht gerade subtiler Anspielung „Stim Machine“ nennt.
Die Steam-Machine-Alternative kann derzeit über den französischen Händler LDLC bestellt werden – zumindest als unmontierter Bausatz. Das Kit kostet 999,99 Euro und wird laut offizieller Produktseite mit einer Lieferzeit von rund sieben Tagen angegeben. Eine fertig montierte Version für 1.039,99 Euro ist auf der LDLC-Seite aktuell nicht öffentlich auffindbar, wird aber sowohl in einem Artikel von Frandroid erwähnt. Damit läge die vormontierte Stim Machine exakt auf dem Preisniveau von Valves Steam Machine. Ob das System auch in andere Länder versendet wird, ist allerdings unklar. Bislang ist der Mini-PC nur auf der französischen Seite des Anbieters gelistet. Ein internationales Listing fehlt derzeit.

Bessere Leistung bei gleichem Preis, aber ohne SteamOS
Der größte technische Unterschied steckt in der Grafikeinheit. Während Valve auf eine semi-custom RDNA-3-GPU mit 28 Compute Units setzt, verbaut LDLC eine Radeon RX 9060 XT auf RDNA-4-Basis. Laut LDLC soll diese in Full HD deutlich schneller sein als eine Radeon RX 7600, während Valves Grafikchip eher knapp darunter liegen soll. Damit dürfte die Stim Machine zumindest auf dem Papier mehr Grafikleistung bieten.
Auch beim restlichen Aufbau gibt es Unterschiede, die allerdings erst auf den zweiten Blick auffallen. LDLC verbaut einen Ryzen 5 8400F, 16 GB DDR5-5600 und eine 500 GB große NVMe-SSD. Da die Stim Machine auf Standard-Mini-ITX-Hardware basiert, lassen sich Arbeitsspeicher, Grafikkarte oder Massenspeicher später vergleichsweise einfach aufrüsten oder austauschen. Die Steam Machine setzt hingegen auf ein speziell entwickeltes Gehäuse mit Semi-Custom-Hardware, wodurch spätere Hardware-Upgrades nur eingeschränkt möglich ist.
Ein weiterer Pluspunkt der Steam Machine: Sie ist deutlich kleiner. Valves Wohnzimmer-PC misst rund 156 × 152 × 162 mm, während die Stim Machine im SilverStone-Gehäuse auf 222 × 181 × 285 mm kommt.
Community gespalten
In der Reddit-Community polarisiert die Stim Machine. Viele sehen in LDLCs Alternative den deutlich attraktiveren Deal. Gegenstimmen verweisen darauf, dass Valves Steam Machine nicht als klassischer Mini-PC, sondern als konsolenähnliches Komplettpaket gedacht sei. Vorinstalliertes SteamOS, optimierte Treiber und eine einfache Einrichtung sind einigen Nutzern den Preis offenbar wert. Interessant ist auch der Top-Kommentar des Thread, der darauf hinweist, dass es für Valve vermutlich keine große Rolle spielt, für welches Gerät sich Nutzer entscheiden würden. Denn aktive SteamOS-Nutzer sind für Valve möglicherweise wichtiger als Steam Machine-Verkäufe.
„Valves Strategie geht bereits auf: Sie wollen, dass die Leute Steam OS nutzen, mehr noch als sie Steam Machines verkaufen wollen.“










