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Meinung: Apples iPad Pro mit dem Magic Keyboard ist der Laptop der Zukunft, den man heute nicht kaufen sollte

Das iPad Pro könnte der Laptop der Zukunft werden, doch bis dahin wird es noch einige Jahre dauern. (Bild: Notebookcheck)
Das iPad Pro könnte der Laptop der Zukunft werden, doch bis dahin wird es noch einige Jahre dauern. (Bild: Notebookcheck)
Mit iPadOS 13.4 und dem Magic Keyboard hat Apple das Notebook der Zukunft erschaffen. Doch taugt das iPad Pro damit heute schon als Laptop-Ersatz? Die Antwort ist für viele Nutzer leider nach wie vor nein – doch das könnte sich schon in wenigen Jahren ändern.
Hannes Brecher,
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Wer nur wenige Tage mit einem iPad Pro (ab 863 Euro auf Amazon) und dem Magic Keyboard verbringt, dem werden die vielen Parallelen zu einem MacBook kaum entgehen. Das kleine Trackpad unterstützt die meisten Gesten, die man bereits von macOS kennt, viele wichtige Tastatur-Shortcuts funktionieren problemlos, und sogar iPadOS hat sich über die letzten Jahre schleichend immer mehr an macOS angepasst. So werden etwa heruntergeladene Dokumente im „Downloads“-Ordner in der Dateien-App gespeichert, Safari-Plugins unterstützt und über USB-C lässt sich teils sogar dasselbe Zubehör verwenden.

Damit könnte das iPad Pro samt Magic Keyboard und Apple Pencil für viele Nutzer einen Laptop komplett ersetzen. Vor allem für jene, die einen Computer hauptsächlich zum im Web surfen, zum Schreiben von Dokumenten, für Tabellenkalkulation oder gar zum Bilder bearbeiten verwenden hat diese Kombination einiges zu bieten. Damit ist das Tablet aber kein vernünftiger Laptop-Ersatz – noch nicht.

Denn es fehlen noch immer grundlegende Funktionen, auf die man bei einem traditionellen Laptop zurückgreifen könnte. Kauft man etwa ein digitales Album auf Amazon, so kann man die MP3-Dateien zwar über die Amazon Music App abspielen, um sie in der nativen Musik-App wiedergeben zu können, benötigt man aber einen Computer. Will man etwa die Auflösung eines Bildes reduzieren, so kann man das nicht wie am Mac bequem über die Vorschau erledigen, sondern man muss auf eine separate App zurückgreifen. Apple arbeitet aber bereits daran, die meisten dieser Feature-Defizite auszugleichen. Ein prominentes Beispiel dafür ist etwa die „Kurzbefehle“-App, mit der viele Abläufe und Arbeitsschritte automatisiert werden können, ähnlich wie man das bereits vom Automator am Mac kennt.

Darüber hinaus ist das Angebot an professionellen Apps nach wie vor nicht vergleichbar mit Windows oder macOS. Wer auf Final Cut Pro X, Capture One, Logic Pro, Adobe XD, After Effects & co. angewiesen ist, der braucht neben dem iPad zwangsläufig noch einen anderen Computer. Auch das könnte sich in den nächsten Jahren ändern: Adobe Photoshop und Affinity Designer sind nur zwei von vielen Beispielen von professionellen Apps, die den Sprung auf das iPad bereits geschafft haben. Gerüchte gehen sogar davon aus, dass Xcode bald auf dem iPad läuft, sodass man neue Software direkt vom Tablet aus entwickeln können wird.

Trotz all dieser Einschränkungen ist das iPad Pro samt Magic Keyboard deutlich teurer und schwerer als etwa ein MacBook Air. Letzteres wiegt 1,29 Kilogramm, mit 256 GB Speicher bezahlt man 1.199 Euro. Das 12,9 Zoll iPad Pro mit dem Magic Keyboard hingegen wiegt 1,35 Kilogramm bei einem Preis von mindestens 1.498 Euro – mit nur 128 GB Speicher. Der Apple Pencil kostet nochmals 129 Euro obendrauf.

Das iPad Pro ist nach wie vor ein großartiges Zeichentablett und ein exzellentes Tablet, wie unser ausführlicher Test zeigt. Für die meisten Nutzer wird es einen Laptop aber noch nicht vollständig ersetzen können. Wer nur Budget oder Platz für einen Computer hat, für den ist ein MacBook Air (ab 1.137 Euro auf Amazon) oder gar ein günstiges Windows-Notebook nach wie vor die bessere Lösung – auch wenn alles darauf hindeutet, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern könnte. 

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Autor: Hannes Brecher, 26.04.2020 (Update: 19.05.2020)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.