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OnePlus 6-Macher: Lernt, die Notch zu lieben! (1. offizielles Bild)

Fakt: Das OnePlus 6 kommt mit Notch, der Chef erklärt warum. (Bild: OnePlus/The Verge)
Fakt: Das OnePlus 6 kommt mit Notch, der Chef erklärt warum. (Bild: OnePlus/The Verge)
Im Interview erklärt der OnePlus-Mitbegründer Carl Pei, warum sich OnePlus für eine Notch im kommenden OnePlus 6 entschieden hat, und alle Android-Phones untenrum einen dickeren Rand haben als das iPhone X. Einige kleine Infohäppchen zum OnePlus 6 fallen ebenso.

Hier ist es also, das erste offizielle Bild des OnePlus 6. Zusammen mit der gestern von Evan Blass geleakten Rückseite, sind die bereits vor Wochen gezeigten Bilder des künftigen OnePlus-Flaggschiffs also praktisch bestätigt. Und ja, nicht nur Oppo, Vivo, Huawei und viele andere prominente Smartphone-Hersteller, auch OnePlus setzt in diesem Jahr auf das von Apple populär gemachte aber auch sehr umstrittene Notch-Design mit Displayeinbuchtung für Kamera und Sensoren.

90 Prozent Screen-to-Body-Ratio im OP6

Im Interview mit der Webseite The Verge erklärt der Mitbegründer von OnePlus, warum sich das Unternehmen trotz aller Vorbehalte vieler Android-Fans für eine Notch entschieden hat. Primär geht es um die Reduktion der Ränder und eine Maximierung der Bildschirmfläche für den Content der Nutzer, die beim OnePlus 6 auf 90 Prozent der gesamten Fläche an der Front steigen soll. Das ist ohne Notch derzeit nicht möglich, meinte Pei, und liefert weitere Argumente: De facto habe OnePlus die Statusleiste in Android nach oben neben die Notch und damit außerhalb des FullHD-Rasters verschoben, was dem User mehr Bildschirmfläche als vorher bietet. Um mehr Platz für Status-Icons zu haben, ist die Uhrzeit künftig an der linken Ecke zu finden.

Notch wird beim Videoschauen versteckt

Auch aus den Fehlern der Konkurrenz habe man gelernt, versichert Pei. So werde die Notch beim Videoschauen im Querformat versteckt, etwas was beim iPhone X am meisten gestört habe, meinte er. Weiters habe sich OnePlus die Mühe gemacht, die Top 1000 Android-Apps im Google Play Store auf Kompatibilität zu testen und nötigenfalls entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Ein Grund, warum die Notch so einen schlechten Ruf habe, sei die lieblose Implementierung in den ersten iPhone X-Klonen gewesen, erklärte der OnePlus-Boss. Insgesamt werde die Einbuchtung beim OnePlus 6 zwar nicht so klein wie beim Essential Phone, aber immerhin deutlich weniger auffällig als beim iPhone X.

Navigations-Gesten statt Navigations-Buttons

Auch wenn Carl Pei im Interview vermied, das iPhone X als großes Vorbild für das OnePlus 6 zu sehen, einige weitere Eigenschaften sind doch eindeutig vom aktuellen Apple-iPhone inspiriert. So wird es im nächsten OnePlus-Flaggschiff auch Navigations-Gesten statt der herkömmlichen Buttons geben, beispielsweise das Hochwischen von unten, um zum Home Screen zu gelangen. Auch dadurch wird Platz am Display für die eigentlichen Inhalte freigeschaufelt. Diese Gestensteuerung kommt übrigens auch für frühere OnePlus-Smartphones, beispielsweise das OnePlus 5T. Wie das funktionieren wird, kann man in einem Hands-On-Video zur Betaversion bereits sehen:


Warum alle Android-Phones ein Kinn haben

Bleibt noch die Frage, warum OnePlus es, so wie alle anderen Android-OEMs bisher, nicht geschafft hat, den unteren Rand zu eliminieren, etwas, was Apple im iPhone X durchaus gelungen ist. Carl Pei gibt darauf eine technische Erklärung: Alle Display-Panels müssen an der Unterseite mittels Kabel mit dem Mainboard verbunden werden, ein minimaler Platz ist also immer nötig. Apple hat das nur deswegen umgehen können, weil das OLED-Display an der Unterseite nach hinten gebogen ist, das Kabel schaut also Richtung Rückseite, was das iPhone X nicht nur teurer sondern auch dicker macht. Bis auf weiteres dürfte das Kinn bei Android-Handys also nicht verschwinden. 

Möglicherweise ein früherer Start für das OnePlus 6

Viele Details zum nächsten Flaggschiff wurden im Interview nicht genannt, auch eine Bestätigung der bereits geleakten Spezifikationen gab es seitens Carl Pei nicht zu hören. Das Design dürfte allerdings nicht ganz dem von Oppo und Vivo entsprechen, soviel konnte The Verge dem Unternehmensgründer noch entlocken, zudem deutet derzeit alles auf ein früheres Launchdatum als im Vorjahr. Nicht nur das Interview und die vielen Leaks, auch die Tatsache, dass das noch aktuelle Modell in den USA bereits ausverkauft ist, spricht für einen möglichen Frühstart im Mai. Als letzten Tipp gibt uns der OnePlus-Boss noch den Rat, die Notch lieben zu lernen - sie dürfte uns wohl noch eine Zeitlang erhalten bleiben.

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Autor: Alexander Fagot, 28.03.2018 (Update: 28.03.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.