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Tesla: Massive Preisfälle bei allen Modellen durch Ladenschließungen

Das Tesla Model S (Quelle: Tesla)
Das Tesla Model S (Quelle: Tesla)
Um Kosten zu sparen will Tesla künftig auf einen großen Teil seiner Läden verzichten und den Verkauf seiner Autos noch mehr ins Internet verlagern. Dafür senkt der Konzern aktuell wieder deutlich die Preise und kann das Tesla Model 3 jetzt auch für 35.000 Dollar anbieten, ohne den Preis schönrechnen zu müssen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben sich viele CEOs und andere Manager der großen Autofirmen der Welt über Tesla lustig gemacht. Diese Zeit ist seit der Veröffentlichung des Model 3 endgültig vorbei und mittlerweile entwickelt sich Tesla zu einem echten globalen Marktführer in Sachen Elektromobilität. So zeigten Statistiken zuletzt, dass Tesla mit seinen drei Automodellen den weltweiten Markt für Elektroautos dominiert.

Jetzt hat Tesla angekündigt, den Großteil seiner Läden in der wirklichen Welt zu schließen, um Kosten zu sparen. Dadurch wird der Verkauf der Autos künftig noch mehr ins Internet verlagert, als dies bei dem jungen Hersteller eh schon der Fall ist. Allerdings nutzt der Hersteller diesen Kostenschnitt nicht ausschließlich, um die eigene Profitabilität zu steigern. Vielmehr werden auch die Kunden davon profitieren, da im selben Atemzug die Preise nochmal massiv gesenkt werden. Und das nicht nur im Fall des Model 3: Auch das Model S und X fallen stark im Preis.

Die Hoffnung des Unternehmens - das Model 3

Das Tesla Model 3 (Quelle: Tesla)
Das Tesla Model 3 (Quelle: Tesla)

Das Model 3 bekommt man in der Basisversion in den USA jetzt tatsächlich schon für 35.000 Dollar, wie Teslas Gründer Elon Musk es ursprünglich versprochen hat. Dies war zuvor nur möglich, wenn man sich den Preis durch Einsparungen von Sprit usw. schöngerechnet hat. Damit fällt der Einstiegspreis in wenigen Wochen nochmal um 7.000 Dollar, was die Popularität des Autos weiter steigern dürfte. Auch diesseits des Atlantik wirkt sich diese Entwicklung positiv auf die Preise aus. So bekommt das Model 3 in der günstigsten Ausführung in Deutschland jetzt für knapp über 52.000 Euro, womit der Preis im Vergleich zum Marktstart um immerhin 6000 Euro gefallen ist.

Model S und X - Performance im Preisfall

Die Modelle S und X sind die beiden Premium-Modelle des Herstellers (Quelle: Tesla)
Die Modelle S und X sind die beiden Premium-Modelle des Herstellers (Quelle: Tesla)

Allerdings profitiert nicht nur das Model 3 von Preissenkungen. Auch Model S und X fallen im Preis, wenn auch nicht in der Einstiegsversion, die im Fall des Model S in Deutschland immer noch 81.000 Euro kostet. Allerdings kostet die Version mit erhöhter Reichweite jetzt nur noch 5000 Euro mehr, als die Einstiegsversion. Hierbei muss man sich allerdings die Frage stellen, ob die Einstiegsversion damit überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat, da die meisten Kunden wahrscheinlich gleich zur Version mit mehr Reichweite greifen werden. Noch deutlicher ist der Preisfall bei der Performance-Version des Model S, die jetzt "nur noch" 93.900 Euro kostet. Wenn man bedenkt, dass diese Version kürzlich noch weit über 100.000 Euro gekostet hat, dürfte das doch viele potentielle Kunden sehr freuen.

Auch das Model X hat eine ähnliche Preisentwicklung durchgemacht. Hier kostet die Einstiegsversion jetzt 90.400 Euro und die Performance-Version 98.3000 Euro.

Ist Tesla gekommen, um zu bleiben?

Die deutschen Hersteller sind in Sachen Elektromobilität immer noch hinterher (Quelle: Audi)
Die deutschen Hersteller sind in Sachen Elektromobilität immer noch hinterher (Quelle: Audi)

Diese Erfolge bleiben auch bei den Aktionären des Autoherstellers nicht unbemerkt. Auch wenn es hier in den letzten Monaten ein stetiges auf und ab gibt, schlägt sich der Konzern von Elon Musk doch sehr wacker und kann seinen Kurs größtenteils verteidigen, während viele Shortseller eingestehen müssen, dass sie mit ihren kurzfristigen Wetten auf Kursfälle eventuell doch nicht ganz richtig lagen. Nichts desto trotz gibt es noch große Probleme bei Tesla. So hat der Konzern über die letzten Jahre große Schulden angehäuft, die er jetzt langsam abbezahlen muss, während die Expansion in Asien weiter vorangetrieben werden soll. Hier gerät der Konzern in letzter Zeit unter Zeitdruck, da man eine Eskalation in Form von Autozöllen in dem Handelskonflikt zwischen China und den USA fürchtet, wodurch die Autos von Tesla im vermutlich größten Markt für e-Autos deutlich weniger konkurrenzfähig wären. Dies ließe sich verhindern, wenn Tesla seine Autos künftig in Asien produziert.

Insgesamt ist der Trend von Tesla ziemlich klar: Während andere Hersteller, wie BMW und Volkswagen aus Deutschland, nur zögerlich in den Markt für e-Autos einsteigen, hat Tesla schon jetzt einen aggressiven Preiskampf gestartet, mit welchem sich der Hersteller die Konkurrenz weiter auf Abstand halten kann. Es wird spannend sein zu sehen, wie die anderen Hersteller den Rückstand auf Tesla aufschließen werden und ob mit Tesla eventuell wirklich ein großer Autokonzern mit Zukunft entstanden ist.

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Autor: Cornelius Wolff,  1.03.2019 (Update:  1.03.2019)
Cornelius Wolff
Cornelius Wolff - News Editor
Nachdem ich mit 8 meinen ersten PC geschenkt bekommen habe (damals noch mit einem AMD Athlon Single-Kern-Prozessor) und ich dieses Gerät auch gleich munter auseinander gebaut habe, hat mich die Technik nie wieder losgelassen. So kam es, dass ich schon mit jungen Jahren immer weiter in die Welt der Computer-Technik eingetaucht bin. Als ich dann 2015 zum ersten Mal auf die Seite Notebookcheck gestoßen bin, war ich begeistert von dem Umfang den diese Seite bietet. Nun arbeite ich seit meiner erfolgreichen Bewerbung im Jahr 2016 als freier Mitarbeiter bei Notebookcheck als News- und Hardware-Redakteur.