Notebookcheck

Test Acer Aspire Switch 10E SW3-013 Convertible

Steve Chippy Paine, Tanja Hinum (übersetzt von Andreas Osthoff), 29.07.2015

2-in-1 Einsteiger. Acer hatte mit seinen 10 Zoll großen Switch-Geräten bisher einen guten Lauf. Im Mittelpunkt stand dabei immer ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, weshalb das neue Switch 10E nicht so recht ins Bild passt. Wir sehen uns das neue Acer Aspire Switch 10E daher einmal genauer an.

Auf den ersten Blick sieht das Acer Aspire 10E aus wie ein günstiger Einstieg in das Segment der 2-in-1-Geräte. Unser Testgerät trägt die Bezeichnung SW3-013-17UE und ist in Europa für unter 300 Euro erhältlich. Es handelt sich also nicht um ein besonders teures 2-in-1, aber bei dem Blick auf die verfügbaren Acer Switch-10-Modelle wundert man sich, welche Strategie dahintersteht, denn das originale Acer Switch 10 ist schon für weniger als 200 Euro erhältlich. Auch das HP Pavilion X2 10 und das Asus Transformer Book sind ebenfalls günstiger als das Switch 10E. Allerdings handelt es sich bei dem Switch 10E auch um ein neues Gerät, bei dem außerdem die Unterstützung für Windows 10 beworben wird. Es gibt ebenfalls Gerüchte über ein 10E mit dem neuen X5-Prozessor, unsere Windows-8.1-Version mit dem Z3000-Prozessor könnte also schon bald ersetzt werden. Falls wir dieses Modell testen können, werden wir den Test natürlich aktualisieren.

Acer Aspire Switch 10E SW3-013 (Aspire Switch Serie)
Hauptspeicher
1971 MB 
Bildschirm
10.1 Zoll 16:10, 1280 x 800 Pixel, 10 Touch-Punkte, AU Optronics AUO15D4, IPS, spiegelnd: ja
Massenspeicher
32 GB eMMC Flash, 32 GB 
, Hynix HBG4e, 15 GB verfügbar
Soundkarte
Intel SST Audio Device
Anschlüsse
2 USB 2.0, 1 HDMI, Audio Anschlüsse: Headset, Card Reader: MicroSD, Sensoren: Kionix KXCJ9
Netzwerk
Realtek RTL8723BS (b/g/n = Wi-Fi 4), Bluetooth 4.0
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 22.9 x 262 x 180
Akku
30 Wh Lithium-Polymer
Betriebssystem
Windows 8.1 (32 Bit) + Bing
Kamera
Webcam: 2 x 2.0 MP
Sonstiges
Lautsprecher: Stereo, Tastatur: Chiclet, Tastatur-Beleuchtung: nein
Gewicht
1.189 kg, Netzteil: 76 g
Preis
300 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Gehäuse

Die Qualität des Gehäuses entspricht dem geringen Preis. Das komplette Tablet und die Tastatureinheit bestehen aus hartem Kunststoff mit einem billig aussehenden Muster, was keinen sehr guten Eindruck hinterlässt. Vor allem die Rückseite der Tastatur fühlt sich ziemlich hohl an, allerdings ist das Gewicht dafür gering und einige Versionen sind vermutlich mit einer Festplatte erhältlich. Wir haben die Tastatur aber nicht geöffnet, um nach möglichen Anschlüssen zu suchen. Die Farbe unseres Exemplars ist "Shark-Grey", wie man in dem Bild weiter unten sieht, gibt es aber auch andere Farben.

Die Ergonomie profitiert von den abgerundeten Ecken sowie dem geringen Gewicht (630 Gramm). Eine leicht erhöhte Kante rund um den Bildschirm fühlt sich nicht besonders toll an, bietet aber guten Halt für die Hände.

Der Docking-Mechanismus hinterlässt einen besseren Eindruck als beim originalen Switch 10. Die starken Magnete halten den Bildschirm sicher in Position, egal ob er nach vorne oder nach hinten gerichtet ist. Das Gelenk lässt sich nicht um 360 Grad umklappen und das Gerät kann auch nicht flach auf dem Tisch liegen, aber der wichtige Stand-Modus ist verfügbar. Der Tent-Modus kann ebenfalls genutzt werden, allerdings kann das Gerät mit seinen harten Kunststoffkanten auf glatten Oberflächen leicht wegrutschen.

Wie schon beim originalen Switch 10 gibt es einen Punkt, ab dem das Gerät nach hinten umkippt. Das ist vor allem beim Betrieb auf dem Schoß spürbar, sollte bei Modellen mit einer integrierten Festplatte aber ein kleineres Problem darstellen. Es wäre zudem möglich, den Leerraum im Tastatur-Dock mit Material zu füllen, um den Schwerpunkt zu verändern.

Ausstattung

Die Anschlussausstattung entspricht dem Standard und unterscheidet sich nicht vom ursprünglichen Switch 10. Micro-USB (für Daten oder zum Laden, kein OTG-Adapter inklusive), Micro-HDMI, microSD, ein Headset-Anschluss sowie ein vollwertiger USB-2.0-Anschluss (kein USB 3.0 wie bei einigen Atom-X5- / Atom-X7-Modellen) hauen uns nicht vom Hocker. Es gibt auch kein AC-WLAN, sondern nur b/g/n. Acer sollte die Ausstattung in diesem Bereich verbessern, denn sie entspricht dem Standard des Jahres 2013. Das Tablet unterstützt Miracast (was mit Windows 10 vermutlich besser klappen sollte) sowie Bluetooth 4.0. Es gibt kein NFC (was für viele Nutzer kein Problem darstellen sollte) und kein GPS (was schon eher ein Problem sein dürfte, wenn man die neue Navigations-Software Maps von Windows 10 nutzen möchte).

Tastaturdock
Tastaturdock
Tablet linke Seite
Tablet linke Seite

Kommunikation

Bei dem WLAN-Modul handelt es sich um einen Realtek RTL8723BS-Adapter. Die Verbindung mit einem Hotspot stellte kein Problem dar, die Übertragungsrate lag jedoch nur bei 72 Mbit/s. Das Übertragen einer Datei von einem lokalen NAS erreichte lediglich 5 Mbit/s, was extrem wenig ist. Der identische Transfer mit einen Surface Pro 3 direkt im Anschluss zeigt eine zehnmal höhere Leistung. Ein Wechsel in den Single-Channel-Modus und zurück in den Dual-Channel-Modus verbesserte die Situation nicht, der Dual-Channel-Modus funktioniert also entweder nicht oder ist nicht kompatibel mit unserem WLAN-Router (Speedport W724V).

Sicherheit

Das eingebaute TPM-Modul erlaubt die Festplattenverschlüsselung via Bitlocker und hat nur einen geringen Einfluss auf die Leistung des eMMC-Moduls. Man muss sich allerdings mit einem Microsoft-Account anmelden (die Schlüssel werden online in dem Account gespeichert) und sicherstellen, dass SecureBoot aktiviert ist - was standardmäßig der Fall ist. Bitlocker ist entweder automatisch aktiviert oder man kann es in den Einstellungen aktivieren.

Eingabegeräte

Tastatur

Obwohl die Tastatur komplett aus Kunststoff gefertigt wurde, ist die Qualität ziemlich gut. Die Eingabe lässt sich nur minimal eindrücken und der Mechanismus ist recht präzise. Der Tastenhub ist ausreichend und keine der Tasten machte uns Probleme. Die deutsche Tastaturanordnung ist recht komfortabel und Acer nutzt den verfügbaren Platz gut aus. Flexing ist kaum vorhanden, die Tasten klappern nicht und das Tippen ist leise.

Für solch ein günstiges Gerät ist die Eingabe ziemlich gut, allerdings könnten Personen mit großen Fingern Probleme bekommen, da die Tasten etwas kleiner sind als üblich. Alles in allem handelt es sich um eine sehr gute Netbook-Tastatur.

Eine Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht, aber die weiße Beschriftung der schwarzen Tasten ergibt einen guten Kontrast. Zudem gibt es Sonderfunktionen für die Kontrolle der Lautstärke, der Helligkeit, des Touchpads und sogar einen Nummernblock in Verbindung mit der Fn-Taste. 

Touchpad

Acer konnte bei den Trackpads bisher nicht wirklich überzeugen. Wir hatten bereits Probleme mit dem Acer W510, dem Acer C720 sowie dem Acer E11. Zudem gibt es auch Berichte über Probleme bei dem ursprünglichen Switch 10. Während des Tests funktionierte der Mausersatz des Acer Switch 10E aber gut. Multitouch sowie Windows-8-Gesten funktionieren und auch das Scrollen sowie Zoomen klappt sofort und stufenlos, zumindest bei der Verwendung des Internet Explorers. Mit Chrome gestaltet es sich etwas schwieriger und die Seite muss im Browser zunächst vollständig geladen sein, bevor man flüssig scrollen kann. Das Zoomen klappt aber überhaupt nicht. Falls sich der neue Edge-Browser (in Windows 10) aber so verhält wie der Internet Explorer (und IE-Metro), dann sollte es für die meisten Nutzer keine Probleme geben.

Display

Die Erwartungen sind bei einem günstigen Convertible mit der nativen Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln nicht sehr hoch, aber das Acer macht seine Sache gut. Subjektiv ist die Helligkeit in Ordnung, was auch für die Blickwinkel sowie die Farbdarstellung gilt.

310
cd/m²
347
cd/m²
335
cd/m²
315
cd/m²
337
cd/m²
339
cd/m²
300
cd/m²
328
cd/m²
329
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
AU Optronics AUO15D4
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 347 cd/m² Durchschnitt: 326.7 cd/m²
Ausleuchtung: 86 %
Helligkeit Akku: 348 cd/m²
Kontrast: 963:1 (Schwarzwert: 0.35 cd/m²)
ΔE Color 6.24 | 0.6-29.43 Ø6.1
ΔE Greyscale 5.74 | 0.64-98 Ø6.3
67% sRGB (Argyll 3D) 43% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
Gamma: 2.26

Unser Eindruck wird durch die gemessene durchschnittliche Helligkeit von 326,7 cd/m² bestätigt. Auch der Schwarzwert ist gut, was zu einem Kontrastverhältnis von 963:1 führt. Das sind gute Ergebnisse. Die Genauigkeit der Farben und die Farbraumabdeckung können da nicht ganz mithalten, sind aber nichtsdestotrotz akzeptabel. Die durchschnittliche Abweichung vom Idealwert, auch DeltaE genannt, liegt bei 6,24, wobei Blau mit einem extrem hohen Wert von 15,66 heraussticht. Idealerweise würden die Werte alle unter 5 liegen. Die durchschnittliche Graustufenabweichung beträgt 5,74 (DeltaE-2000) und geht damit in Ordnung. Bei einer Farbtemperatur von 6.509 K hat der Weißpunkt eine leichte Tendenz ins Bläuliche.

Farbabdeckung: AdobeRGB 43 Prozent, sRGB 67 Prozent

CalMAN Graustufen
CalMAN Graustufen
CalMAN ColorChecker
CalMAN ColorChecker
CalMAN Sättigung
CalMAN Sättigung

Die recht hohe Helligkeit hilft bei der Lesbarkeit im Freien, allerdings nur, wenn man störende Reflexionen vermeiden kann. Die spiegelnde Oberfläche reflektiert helle und dunkle Hintergründe, was die Sichtbarkeit beeinträchtigen kann. Die nachfolgenden Bilder zeigen, dass ein ungünstiger Winkel sogar in Innenräumen zu Problemen führen kann. Die Bilder wurden an einem hellen aber bewölkten Tag geschossen.

Im Freien mit hellen Reflexionen
Im Freien mit hellen Reflexionen
Im Freien mit dunklen Reflexionen
Im Freien mit dunklen Reflexionen
In Innenräumen mit hellen und dunklen Reflexionen
In Innenräumen mit hellen und dunklen Reflexionen

Die Blickwinkel sind gut. Unsere Fotomontage (fixierte Blende/Verschlusszeit) stellt den Helligkeitsverlust etwas zu stark dar, denn für die Augen ist der Unterschied deutlich geringer. Subjektiv sind Winkel bis etwa 160-170 Grad möglich, idealerweise bleibt man aber im Bereich von 90 Grad.

Leistung

Der Intel Z3735F-Prozessor (Baytrail-T) kommt in vielen Windows-Tablets sowie Mini-PCs zum Einsatz und wir konnten ihn bereits in den Testberichten des Acer Aspire Switch 10 Full HD  (2014er-Modell) und erst kürzlich im Lenovo Miix 3 8 Tablet genauer unter die Lupe nehmen. In Low-Cost-Notebooks wie dem Asus EeeBook X205TA ist er ebenfalls zu finden; der direkte Rivale Asus Transformer Book T100TAM verwendet eine andere Variante des Chips.

Bei einer sauberen und stabilen Windows-Installation sowie der umsichtigen Verwendung von Anwendungen kann man das System ordentlich nutzen. Allerdings eignet sich der Prozessor nicht für extensives Multitasking und auch die 2 GB Arbeitsspeicher sind schnell voll. Die eMMC-SSD kann ebenfalls ein limitierender Faktor sein. Wir werden uns die einzelnen Komponenten in den nächsten Kapiteln genauer ansehen.

CPU-Z Übersicht
CPU-Z Übersicht
CPU-Z Mainboard
CPU-Z Mainboard
CPU-Z Cache
CPU-Z Cache
CPU-Z Memory
CPU-Z Memory
GPU-Z GPU-Informationen
GPU-Z GPU-Informationen
 

Prozessor

Der Intel Z3735F ist ein Quad-Core-Prozessor mit einer integrierten Grafikkarte sowie der Unterstützung für hardwarebasiertes Dekodieren/Enkodieren von Videos. Der Basistakt liegt bei 1,33 GHz, bewegt sich je nach Szenario aber zwischen 800 MHz bis zu 1,83 GHz. Die Turbo-Boost-Ausnutzung hängt von den thermischen Bedingungen ab. Kühlere Umgebungen und weniger anspruchsvolle Aufgaben ermöglichen also einen höheren Turbo Boost. 

Das Switch 10E schlägt sich so gut es geht und liegt auf dem Niveau des Miix 3 8 in den Single- und Multi-Core-Benchmarks. Wir haben das Microsoft Surface 3 für Vergleichszwecke in die nachfolgende Tabelle mitaufgenommen. Der Leistungsvorteil des Surface 3 liegt in mehreren CPU-Tests bei rund 50 Prozent. Allerdings kommt in diesem Gerät auch schon der neue High-End-Atom-Chip X7 aus Intels neuster mobilen CPU-Generation zum Einsatz, die in der zweiten Jahreshälfte in immer mehr Geräten zu finden sein sollte. Der Atom X5 ist dabei der eigentliche Nachfolger für den Z3735 im Switch 10E, zum jetzigen Zeitpunkt haben wir jedoch keine Benchmark-Ergebnisse für diesen Prozessor.

Die volle Prozessorleistung steht auch im Akkubetrieb zur Verfügung.

Cinebench R10 Rendering Single 32Bit
946
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 32Bit
2898
Cinebench R10 Shading 32Bit
1760
Cinebench R11.5 OpenGL 64Bit
5.84 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64Bit
1.07 Points
Cinebench R11.5 CPU Single 64Bit
0.31 Points
Hilfe
Cinebench R10
Rendering Single 32Bit (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
946 Points ∼9%
Asus Transformer Book T100TAL-DK021P
744 Points ∼7% -21%
Lenovo Miix 3 8
928 Points ∼9% -2%
Microsoft Surface 3
1225 Points ∼11% +29%
Dell Venue 11 Pro 5130-9356
1727 Points ∼16% +83%
Rendering Multiple CPUs 32Bit (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
2898 Points ∼6%
Asus Transformer Book T100TAL-DK021P
2514 Points ∼5% -13%
Lenovo Miix 3 8
2935 Points ∼6% +1%
Microsoft Surface 3
4356 Points ∼9% +50%

System Performance

Mit PCMark 7 überprüfen wir die allgemeine Systemleistung. Dabei werden sowohl die CPU, die GPU, die Festplatte sowie Leistung des Arbeitsspeichers in alltäglichen Situationen überprüft. Das Ergebnis ist mit 2.350 Punkten respektabel und beim genaueren Hinsehen zeigt sich eine ausgewogene Konfiguration. PCMark 7 profitiert deutlich von einer SSD, weshalb einige Ergebnisse sehr hoch ausfallen können. Auch hier hilft erneut ein Vergleich mit dem Lenovo Miix 3 8 und dem Surface 3, um die Leistung einzuordnen. Zusätzlich haben wir noch weitere vergleichbare Geräte aufgeführt. Unser Acer Switch 10E erzielt ein etwas geringeres Ergebnis als das letztjährige Switch 10, der Unterschied ist aber sehr gering.

PCMark 7 Score
2350 Punkte
Hilfe
PCMark 7 - Score (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
2350 Points ∼26%
Acer Aspire Switch 10 SW5-011-12VU
2530 Points ∼28% +8%
Lenovo Miix 3 8
2425 Points ∼26% +3%
Dell Venue 10 Pro 5055
2351 Points ∼26% 0%
Asus T100CHI-B1-BK
2705 Points ∼30% +15%
Microsoft Surface 3
3029 Points ∼33% +29%

Massenspeicher

Die 32 GB große eMMC kann nicht ausgetauscht werden und bietet ab Werk 21,8 GB Speicher, allerdings ohne Betriebssystem. Man kann mit etwa 15 GB freiem Speicher rechnen, nachdem man einige der vorinstallierten Anwendungen gelöscht hat. Gerade bei einem Gerät, das nur begrenzte Ressourcen aufweist, gibt es einige unnötige Programme. Das Upgrade auf Windows 10, das ab dem 29. Juli erhältlich ist, sollte eine saubere Installation ermöglichen. Da wir es aber noch nicht testen konnten, können wir auch keine Angaben zu dem verfügbaren Speicherplatz nach dem Upgrade machen. Nach der Installation unseres Testpaketes (ohne Spiele) waren noch etwa 5 GB frei, größere Programme lassen sich unter Umständen also nicht auf dem internen Speicher installieren. In diesem Fall kann ein USB-Laufwerk oder eine microSD-Karte helfen. Microsoft bietet eine Option, mit der die Speicherkapazität einer microSD-Karte in das System eingebunden werden kann.

Die Leistung der SSD ist zufriedenstellend. Die wichtige 4K-Schreibleistung liegt bei fast 10 MB/s. Die sequentiellen Transferraten beim Lesen und Schreiben sind höher, wenn Bitlocker deaktiviert ist, allerdings macht das nur bei dem Kopieren von großen Dateien einen Unterschied und sollte im Alltag kaum auffallen. Die Bitlocker-Verschlüsselung ist automatisch aktiviert, sobald man sich mit einem Microsoft-Account anmeldet.

Insgesamt schlägt sich die Festplatte sehr gut gegenüber allen anderen Windows-Tablets mit eMMCs. Das größte Problem für den Anwender wird die begrenzte Speicherkapazität sein.

Grafikkarte

An normale 3D-Desktop-Spiele braucht man mit dem Acer Switch 10E gar nicht denken. Die integrierte Intel Grafikkarte der 7. Generation ist einfach nicht schnell genug, selbst bei so einer geringen Bildschirmauflösung. Aus unserer Erfahrung mit diesen Plattformen können wir berichten, dass World of Warcraft mit sehr niedrigen Einstellungen läuft, wenn man es auf einer externen Festplatte installiert. Wir haben WoW über eine externe SSD am USB-2.0-Anschluss ausprobiert und obwohl wir 44 fps mit niedrigen Einstellungen erreicht haben, war die Ladezeit extrem lang und manchmal blieb das Bild einfach hängen. Vermutlich liegt es am Datendurchsatz der USB-Festplatte.

Spiele aus dem Windows-Store, die für mobile Geräte konzipiert wurden, laufen hingegen ohne Probleme und machen daher deutlich mehr Spaß.

Die integrierte Grafikkarte verfügt über einen Hardwaredecoder und kann ein 2K-H.264-Video (getestet mit einem 33-Mbit/s-Video) ohne große Mühen dekodieren (CPU-Auslastung bei 5 Prozent). H.264-Videos mit bis zu 100 Mbit/s sollten möglich sein und auch einige Anwendungen können davon profitieren. Wir haben ein 2K-Video auf 720p heruntergerechnet (was Speicherplatz spart und besser zur nativen Auflösung passt), was durchschnittlich mit 88 Bildern pro Sekunde erfolgte (Handbrake, Intel QSV-Profil mit High-Speed-Einstellungen).

Auch im Akkubetrieb steht die volle Leistung zur Verfügung.

3DMark 11 Performance
211 Punkte
Hilfe

Gaming Performance

Für einen besseren Eindruck von der Spieleleistung bei Titeln aus dem Windows Store haben wir dieses kleine Video aufgenommen. Es zeigt Beach Buggy Racing, Hill Climb Racing, Riptide GP2, Jetpack Joyride sowie Drift Mania Championship.

min. mittel hoch max.
World of Warcraft (2005) 44fps

Emissionen

Geräuschemissionen

Das Acer Switch 10E kommt ohne Lüfter aus und ist somit ein lautloser PC, der sich daher auch sehr gut als KODI-Mediencenter (ehemals XBMC) eignet.

Temperatur

In unseren Tests sind die Temperaturen nur geringfügig angestiegen. Der höchste Wert unter Last lag bei 42,5 °C bei einer Umgebungstemperatur von 23,1 °C, was immer noch komfortabel ist.

Max. Last
 40.5 °C33 °C27.2 °C 
 37 °C30.2 °C27.4 °C 
 35.9 °C35 °C29.6 °C 
Maximal: 40.5 °C
Durchschnitt: 32.9 °C
27.1 °C36.1 °C42.5 °C
27.6 °C32.7 °C38 °C
29.1 °C32.7 °C36.5 °C
Maximal: 42.5 °C
Durchschnitt: 33.6 °C
Netzteil (max.)  52.3 °C | Raumtemperatur 23.1 °C | Voltcraft IR-360
(±) Die Durchschnittstemperatur auf der Oberseite unter extremer Last ist 32.9 °C. Im Vergleich erhitzte sich der Durchschnitt der Geräteklasse Convertible v7 auf 30.3 °C.
(±) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 40.5 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 35.3 °C (von 21.8 bis 55.7 °C für die Klasse Convertible v7).
(±) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 42.5 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 36.5 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 25.3 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 30.3 °C.
(+) Die Handballen und der Touchpad-Bereich erreichen maximal 35.9 °C und damit die typische Hauttemperatur und fühlen sich daher nicht heiß an.
(-) Die durchschnittliche Handballen-Temperatur anderer getesteter Geräte war 29 °C (-6.9 °C).

Lautsprecher

Wie wir bereits in dem Video erwähnt haben, sind die beiden Stereolautsprecher auf der Vorderseite nicht schlecht. Konstruktionsbedingt ist der Bass eingeschränkt, aber für Spiele, Filme oder Hintergrundmusik eignen sie sich auch dank der Position gut. Wir vermuten, dass hier ein wenig digitale Verbesserung im Spiel ist, aber der Klang war nicht übermäßig komprimiert. Die Ausgabe von digitalem Sound ist via HDMI (nicht komprimiert), Miracast (komprimiert) sowie Bluetooth A2DP (stark komprimiert) möglich. Die analoge Ausgabe erfolgt über den Headset-Anschluss.

Webcams

Die Webcams mit dem festen Fokus eignen sich nicht für Fotografie. Beide haben einen 2,0-MP-Sensor (1.920 x 1.080) und die Aufnahmen waren unter künstlichem Licht sehr körnig. Für Videoaufnahmen scheint die Empfindlichkeit aber auszureichen und die Qualität ist für Videoanrufe in Ordnung.

Energieverwaltung

Energieaufnahme

Der Stromverbrauch am USB-Netzteil liegt innerhalb der Erwartungen. Es können auch andere USB-Adapter zum Laden des Acer Switch 10E verwendet werden, allerdings muss man mit sehr langen Ladezeiten rechnen. In einer Situation konnten wir das Gerät überhaupt nicht laden, da das Netzteil den Stromverbrauch nicht decken konnte.

Stromverbrauch
Aus / Standbydarklight 0 / 0.1 Watt
Idledarkmidlight 2.1 / 4.2 / 5.1 Watt
Last midlight 11 / 11.3 Watt
 color bar
Legende: min: dark, med: mid, max: light        Voltcraft VC 940

Akkulaufzeit

Die Prozessoren aus Intels Atom-Z-Reihe wurden im Jahr 2014 neu aufgelegt und verwenden nun weniger Komponenten, was zu einem extrem geringen Leerlaufverbrauch führt. Der Chip mit einer TDP von 2 Watt macht aber nur einen Teil des Verbrauches aus, denn auch das Display kann diesen Wert aufweisen. Der Unterschied zwischen der dunkelsten und der hellsten Einstellung lag bei 2 Watt. Unter Last genehmigt sich das Tablet bis zu 10 Watt. Nach fünf Ladevorgängen erreichte der 29,7-Wh-Akku eine Kapazität von 30,6 Wh, was für diese Preisklasse eine respektable Größe ist. Im Leerlauf führt das nach einem 10-minütigen Test zu einer Laufzeit von 943 Minuten bei der minimalen Helligkeit und dem aktivierten Flugzeugmodus. Unsere anderen Testergebnisse beinhalten den WLAN-Test (Verbrauch 4,7 Watt) sowie die Wiedergabe eines Videos mit dem Video-Player von Windows 8.1. In beiden Fällen war die Bildschirmhelligkeit auf 150 cd/m² bergenzt und der Flugzeugmodus war aktiviert. Der durchschnittliche Verbrauch lag nach 5 Minuten bei 3,09 Watt (in einem zweiten Test bei 2,9 Watt), was zu einer Laufzeit von 10 Stunden mit einem 1080p-H.264-Video führt, falls im Hintergrund nicht zu viele Prozesse laufen. Nach etwa 6 Monaten sollte man mit einer Laufzeit von etwa 8 Stunden beim Switch 10E rechnen können.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
15h 43min
NBC WiFi Websurfing Battery Test 1.3
6h 30min
Big Buck Bunny H.264 1080p
9h 53min
Videotest mit dem Video-Player von Windows 8.
Battery Runtime - WiFi Websurfing 1.3 (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
390 min ∼15%
Microsoft Surface 3
437 min ∼17% +12%
Asus Transformer Book T100TAL-DK021P
486 min ∼18% +25%
Akkulaufzeit
Idle (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
943 min ∼199%
Microsoft Surface 3
828 min ∼174%
Lenovo Miix 3 8
min ∼0%
Asus Transformer Book T100TAL-DK021P
min ∼0%
Acer Aspire Switch 10 SW5-011-12VU
475 min ∼100%
H.264 (nach Ergebnis sortieren)
Acer Aspire Switch 10E SW3-013
593 min ∼204%
Acer Aspire Switch 10 SW5-011-12VU
290 min ∼100%

Legende

 
Acer Aspire Switch 10E SW3-013 Intel Atom Z3735F, Intel HD Graphics (Bay Trail), 32 GB eMMC Flash
 
Microsoft Surface 3 Intel Atom x7-Z8700, Intel HD Graphics (Cherry Trail), 128 GB eMMC Flash
 
Lenovo Miix 3 8 Intel Atom Z3735F, Intel HD Graphics (Bay Trail), 32 GB eMMC Flash
 
Asus Transformer Book T100TAL-DK021P Intel Atom Z3735D, Intel HD Graphics (Bay Trail), 64 GB eMMC Flash
 
Acer Aspire Switch 10 SW5-011-12VU Intel Atom Z3745D, Intel HD Graphics (Bay Trail), Hynix HCG8E 64 GB

Pro

+ gute Ergebnisse bei der Leistung
+ Display ist für den Preis sehr gut
+ beeindruckende Akkulaufzeiten in unseren Tests

Contra

- kein USB-3.0
- billiger Plastik-Look
- "alter" Atom-Prozessor (2013-2014)
- langsames Laden via USB
- schlechte WLAN-Leistung

Fazit

Acer Aspire Switch 10E
Acer Aspire Switch 10E

Das Acer Aspire Switch 10E sieht billig aus und die WLAN-Leistung ist nicht sehr gut. Auch das langsame Laden via USB könnte einige Nutzer abschrecken, aber es gibt auch positive Aspekte: den guten Bildschirm, die ordentlichen Akkulaufzeiten, die guten Eingabegeräte und den stabilen Gelenk-Mechanismus. Als Tablet ist es leicht genug für die alltägliche Nutzung und selbst mit der Tastatur wiegt das Gerät nur 1,2 kg (1,3 kg mit Netzteil). 

"Guter Bildschirm" bedeutet nicht, dass die Auflösung hoch ist, aber wir benutzen lieber ein Display mit geringerer Auflösung und guten Werten für die Helligkeit, die Blickwinkel sowie die Farben anstatt einem schlechten Panel mit einer hohen Auflösung. Falls man allerdings an eine hohe DPI-Zahl gewöhnt ist, könnte dieser Bildschirm eine Enttäuschung sein.

Unser Eindruck des 10E ist nach dem Test besser als direkt nach dem Auspacken, was ein gutes Zeichen ist.

Für 299 Euro ist der Einstiegspreis in Ordnung, aber wir vermuten, dass Acer den Preis noch etwas drücken kann, womit das Gerät dann sehr konkurrenzfähig wäre. Das ist aber nur der Fall, wenn die Konkurrenz bzw. Acer selbst keine Version mit einem Intel-Atom-X5-Prozessor anbietet. Aufgrund der verbesserten Grafikleistung des X5 würde es unser Modell mit dem Atom Z3735 sehr schwer haben.

Das Acer Aspire Switch 10E eignet sich sehr gut als heimisches 2-in-1-Gerät. In dieser Umgebung ist die WLAN-Schwäche vielleicht kein Problem. Man bekommt ein leichtes und flexibles Tablet für einen fairen Preis, das sich im Stand-Modus gut für Filme eignet. Wir würden das 10E nicht für den Geschäftsbereich, zum Spielen oder für Lehrzwecke empfehlen, aber als Urlaubs-PC ist es optimal.

Das Switch 10E ist "Windows 10-Ready", aber das gilt auch für fast alle anderen PCs. Unsere Entertainment-Edition kam mit viel Software sowie Links, die für die meisten Nutzer allerdings uninteressant sein dürfen, vor allem bei einem Einstiegs-PC mit begrenzter Speicherkapazität. Das kostenlose Office 365 für ein Jahr inklusive 1 TB Online-Speicher ist hingegen ziemlich nützlich.

Zu den größten Konkurrenten in dieser Preisklasse zählen das HP Pavilion X2 10 (und bald das entsprechende Windows-10-Modell mit einem Atom X5) sowie das Asus Transformer Book T100.

Acer Aspire Switch 10E SW3-013 - 14.07.2015 v4(old)
Steve Chippy Paine

Gehäuse
61 / 98 → 62%
Tastatur
73%
Pointing Device
89%
Konnektivität
50 / 80 → 63%
Gewicht
73 / 35-78 → 88%
Akkulaufzeit
92%
Display
79%
Leistung Spiele
20 / 68 → 29%
Leistung Anwendungen
55 / 87 → 63%
Temperatur
90%
Lautstärke
100%
Audio
56 / 91 → 62%
Kamera
47 / 85 → 55%
Durchschnitt
68%
78%
Convertible - gewichteter Durchschnitt
Weitere Informationen über unsere Bewertung finden sie hier.

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Autor: Steve Chippy Paine (Update: 15.05.2018)
Andreas Osthoff
Andreas Osthoff - Senior Editor Business
Ich bin mit Computern und moderner Unterhaltungselektronik aufgewachsen. Seit meinem ersten Computer, einem Commodore C64, habe ich mich für die Technik interessiert und angefangen, meine eigenen Computer zu bauen. Bei Notebookcheck kümmere ich mich schwerpunktmäßig um die Business-Geräte sowie die mobilen Workstations, doch ich mache auch gerne Abstecher in den mobilen Bereich. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, neueste Geräte zu testen und miteinander zu vergleichen. Den passenden Ausgleich schafft der Sport, im Sommer vor allem mit dem Rad.