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War zu erwarten: MediaTek legt Pause bei High-End-Chips ein

Verkauft sich sehr schlecht: Der Helio-X30-Spitzenprozessor von MediaTek.
Verkauft sich sehr schlecht: Der Helio-X30-Spitzenprozessor von MediaTek.
MediaTek gibt, zumindest vorerst, sein Geschäft mit High-End Mobilprozessoren auf. Gegen Qualcomm, Samsung und Huawei einerseits und den günstigeren Midrange-Prozessoren andererseits hat MediaTek's X-Serie aktuell offenbar keine Chancen.

In einem Gespräch mit der Webseite Gearburn bestätigte Finbarr Moynihan, zuständig für den Verkauf bei MediaTek, was die Spatzen längst von den Dächern pfiffen: das aktuelle Flaggschiff-Produkt des Qualcomm-Konkurrenten aus Taiwan verkauft sich äußerst schlecht. Fakt ist, bis auf Meizu im Pro 7 und einem Elephone-Smartphone aus China kennen wir kein einziges Handy, das in diesem Jahr auf den Helio-X30 gesetzt hätte. Huawei verbaut traditionell seine eigenen Kirin-Chips, Samsung setzt auf Snapdragon 835 und seinen Exynos 8895, der breite Rest bedient sich ebenfalls bei Qualcomm.

Insbesondere beim Modem sieht Finbarr Aufholbedarf im Vergleich zum übermächtigen Konkurrenten aus den USA, obwohl der Helio X30 als 10 nm-Deca-Core-Chip mit Cortex-A73-Kernen in Bezug auf seine Performance durchaus konkurrenzfähig mit dem Snapdragon 835 wäre. Waren die beiden Top-SoCs des Jahres 2016 Helio X20 und Helio X25 durchaus noch weit verbreitet, hat sich das Blatt aber auch im Reich der Mitte dieses Jahr stark Richtung Midrange-Bereich gewendet, so Finbarr. Die meisten Smartphones aus China setzen weniger potente und dafür günstigere Mobilprozessoren der MediaTek P-Serie ein, beispielsweise den populären Helio P25 oder die neueren Modelle P23 oder P30

Der Helio-X30 ist also für die Bedürfnisse des chinesischen Marktes zu leistungsfähig und teuer, für die internationalen Kunden dagegen zu wenig attraktiv. Aus diesem Dilemma will sich MediaTek offenbar durch eine ein- bis zweijährige Schaffenspause im Top-Segment befreien, einen Helio-X35 oder -X40 sollten wir also in naher Zukunft nicht erwarten, stattdessen dürfte MediaTek sich auf den Midrange-Bereich fokussieren:

I think what you’ll see though is you’ll see us continue to push up from where we are today. How we brand it, to be honest, we haven’t decided. But probably… aiming for the bleeding edge of this stuff (sic), probably not in the next year or two.

Quelle(n)

gearburn.com/2017/11/mediatek-break-flagship-chips/

via: http://winfuture.de/news,100461.html

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Autor: Alexander Fagot,  9.11.2017 (Update:  9.11.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.