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Warum Huawei auf der IFA 2020 keinen neuen Kirin-Chip aber 50 neue Stores für Europa angekündigt hat

Viele neue Huawei Stores für Europa aber (noch) kein Kirin-Chip für das demnächst startende Mate 40.
Viele neue Huawei Stores für Europa aber (noch) kein Kirin-Chip für das demnächst startende Mate 40.
Huawei war zwar auf der gestern zu Ende gegangenen, verkürzten, Sonder-Edition der IFA 2020 präsent und verkündete dort auch eine Huawei Store-Offensive und ein Commitment zu Europa, der erwartete neue Kirin-Flaggschiff-SoC für das Mate 40 oder andere neue Produkte waren dagegen nicht zu sehen. Gegenüber chinesischen Medien gab Huawei Consumer-Boss Richard Yu eine Erklärung ab.
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Die Huawei-Tochter Honor brachte zwar durchaus neue Produkte nach Deutschland, etwa Smartwatches und einige bereits zuvor in China gelaunchte neue MagicBooks, die angeschlagene Konzernmutter fiel dagegen eher damit auf, was in diesem Jahr erstmals in der langen IFA-Tradition fehlte. Seit Jahren steht Huawei Consumer-CEO Richard Yu vor einer prall gefüllten Messehalle und demonstriert die Vorteile der neuen Kirin-Chip-Generation - etwa 2019 beim Kirin 990, der in der Mate 30- und P40-Familie (Huawei P40 bei Amazon ab 620 Euro) für gezwungenermaßen Google-freie Performance sorgt. 

Erstes IFA-Jahr ohne neuen Kirin-Flaggschiff-SoC

In diesem Jahr wurde eigentlich der Nachfolger erwartet, der unter immer noch nicht offiziell bestätigtem Namen in der Mate 40-Familie neue Höchstleistungen erreichen soll. Ob er nun Kirin 1000, Kirin 1020 oder sogar Kirin 9000 heißt, wie zuletzt vermehrt gemunkelt wurde - fix ist: Er wird, neben Apples A14-SoC, einer der ersten 5 nm-Chips aus den TSMC-Fabriken und da gäbe es für den Huawei-Boss wohl einiges zu erzählen. Doch es kam anders: Weder der CEO noch der neue Kirin waren auf der IFA zu finden und das kommentierte Richard nun in Statements gegenüber chinesischen Medien.

Huawei und TSMC aktuell massiv unter Zeitdruck

Sowohl die Webseite Soho als auch ITHome berichteten, dass sich Huawei und der taiwanesische Fertigungspartner TSMC im Endspurt der Kirin 9000-Fertigung befänden und rund um die Uhr neue Chips produzieren, denn die von den USA gesetzte Deadline am 15. September und die aktuell fehlenden Alternativ-Optionen, etwa durch MediaTek, sorgen für massiven Zeitdruck und übervolle Lager. Dennoch dürfte die künstliche Verknappung mittelfristig für Preisanstiege sorgen, etwa für Phones mit dem Kirin 820 und Kirin 990. Ganz klar auch die Lehre, die der Huawei-Boss aus den verschärften US-Sanktionen zieht: Man dürfe sich nicht auf die Globalisierung verlassen und müsse die heimische Chip-Fertigung massiv stärken.

50 neue Huawei-Stores in Europa bis Jahresende

Ob der neue Kirin-Chip nun auf der am 10. September startenden Huawei Entwicklerkonferenz HDC vorgestellt wird? Bestätigt ist das noch nicht, einige neue Huawei-Produkte stehen allerdings, neben dem EMUI 11-Launch, sehr wohl fix am Programm. Europa sei jedenfalls weiterhin ein wichtiger Markt für Huawei, betonten die Verantwortlichen im Rahmen einer Pressekonferenz wenngleich ein Trend weg von Android-Phones hin zu Laptops, Wearables und vermutlich weiteren Produktkategorien erkennbar ist. Diese sollen künftig auch in vielen neuen Huawei Flaggschiff- und Experience-Stores an Mann und Frau gebracht werden: Insgesamt 50 neue Stores sollen bis Jahresende in europäischen Städten, auch in Deutschland, aus dem Boden gestampft werden, die Marke Huawei bleibt in Europa also präsent.

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Autor: Alexander Fagot,  6.09.2020 (Update:  6.09.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.