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Wie WhatsApp 2 Mio Konten sperrt, ohne Nachrichten lesen zu können

WhatsApp im Kampf gegen Spam
WhatsApp im Kampf gegen Spam
Wie können Spam-Nachrichten bei einer End-to-End-Verschlüsselung entdeckt werden? Hier bedient sich WhatsApp anderer Hilfsmittel und kann mithilfe der KI bereits 75 Prozent automatisiert aufspüren. Zwei Millionen WhatsApp-Konten werden dadurch monatlich gesperrt.

WhatsApp zählt 1,5 Milliarden User, die den weltweit beliebten Messenger-Dienst regelmäßig nutzen und täglich rund 65 Milliarden Nachrichten verschicken. Davon werden laut WhatsApp monatlich etwa 2 Millionen Konten gesperrt, der Grund dafür ist Spam. Spezielle Bots automatisieren das Verschicken von Spam-Nachrichten, rund drei Viertel davon soll der Algorithmus von WhatsApp selbst aufdecken können. 

Unter Spam fallen hier nicht nur die klassischen Werbe-Nachrichten, wie wir sie kennen, sondern auch die Verbreitung von Fehlinformationen, die vor allem in Indien zu Lynchmorden geführt haben. Um gegen gewaltauslösende Fake-News vorzugehen, hat WhatsApp bereits die Weiterleitung auf fünf Empfänger beschränkt. 

Das ist für WhatsApp aber nicht genug, denn das Hauptproblem sind die Bots, die auf speziell dafür eingerichteten Geräten von multiplen Konten ihr Werk verrichten. Da die Inhalte verschlüsselt sind, kann der Dienst nicht nach bestimmten Keywords Ausschau halten. Hier bedienen sie sich an anderen Methoden, wie beispielsweise den Metadaten. Laut dem hauseigenen Software-Ingenieur Matt Jones wird dabei unter anderem das Sendeverhalten genau unter die Lupe genommen. Weitere aufschlussreiche Informationen liefern sowohl Details über die erstmalige WhatsApp-Anmeldung, bei der Geräteinformationen, IP-Adresse und Daten des Netzbetreibers abgerufen werden, als auch Meldungen von anderen Usern über unerwünschte Nachrichten. 

So werden nach Angaben des Unternehmens selbst im ersten Schritt bei der Registrierung rund 20 Prozent gleich aus dem Verkehr gezogen, der Rest wird entweder durch weitere auffällige Merkmale durch die KI gefunden oder von anderen User gemeldet. Trotz der großen Fortschritte arbeitet der Messenger-Dienst aber weiterhin hart daran, die Automatismen zu verbessern.

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Autor: Daniel Puschina, 12.02.2019 (Update: 12.02.2019)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.