In Italien ist Deepseek bereits verboten, in Deutschland unternimmt nun die Berliner Datenschutzbehörde einen ersten, echten Vorstoß gegen die beliebte KI-App aus China. Wie der Spiegel berichtet, haben die Behörden Beschwerde bei Google und Apple eingelegt und sie offiziell dazu aufgefordert die Deepseek-App aus ihren Stores zu entfernen und so für deutsche Nutzer nicht mehr zugänglich zu machen.
Grund für das Vorgehen sind vermeintliche Datenschutzverstöße. Konkret geht es um die Übermittlung von Nutzerdaten aus Europa nach China. Das Unternehmen konnte nicht ausreichend nachweisen, dass die Nutzerdaten dort ähnlich gut geschützt sind wie in Europa, was laut DSGVO eine Grundvoraussetzung für die Übertragung von Nutzerdaten in EU-ferne Staaten ist. Damit sei nicht sichergestellt, dass nicht auch andere chinesische Unternehmen oder der chinesische Staat auf die europäischen Nutzerdaten zugreifen könnten.
Zumal die Chatbot-App eine ganze Reihe an potentiell sensiblen Daten über seine Nutzer sammelt, darunter Texteingaben, Chatverläufe, hochgeladene Daten sowie Standortdaten und Geräteinformationen. Auf all diese Daten hätten potentiell auch die chinesischen Behörden Zugriff, den sich der Staat bei allen heimischen Unternehmen zusichert.
Alternativ hätte die Berliner Datenschutzbehörde auch ein Bußgeld von bis zu 4 Prozent des weltweiten Unternehmensumsatzes verhängen können. Dies sei bei einem ausländischen Unternehmen jedoch schwer durchzusetzen, so die Behörden. Der Schritt kommt jedoch nicht ohne Ankündigung, bereits im Mai hatten die Berliner Datenschützer dem Unternehmen eine Frist gesetzt die Datenübermittlung nach China einzustellen. Die Deepseek-Macher ließen die Frist verstreichen, sodass nun die Sperraufforderung auf Grundlage des Digital Services Act erfolgte. Apple und Google müssen nun zeitnah über die Sperrung entscheiden. Über den Browser ist das Modell aber auch in Zukunft weiter verfügbar.


























