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Apple: Nutzer berichten über extremen SSD-Verschleiß bei Macs mit M1-SoC

Einige M1-Macs schreiben deutlich mehr Daten auf eine SSD als erforderlich. (Bild: Apple)
Einige M1-Macs schreiben deutlich mehr Daten auf eine SSD als erforderlich. (Bild: Apple)
(Update: Zusätzliche Daten und Einschätzung) Die Lebensdauer der fest verlöteten SSD von Apples aktuellen Macs auf Basis des M1-SoC könnte stark begrenzt sein. Neuen Nutzer-Berichten zufolge verschleißt das System die SSD unverhältnismäßig stark, die zu erwartenden Lebensdauer wäre bei einigen Nutzern schon nach 18 Monaten erreicht.
Hannes Brecher,

Sämtliche SSDs am Markt haben eine zu erwartende Lebensdauer. Normalerweise wird diese in einer bestimmten Datenmenge angegeben, die geschrieben werden kann, bevor mit einem Ausfall zu rechnen ist. Natürlich kann eine SSD auch deutlich länger funktionieren, irgendwann können die Speicherzellen aber nicht mehr beschrieben werden. Je größer die Kapazität der SSD, desto mehr Daten können insgesamt geschrieben werden.

Neuen Berichten auf Twitter und im MacRumors-Forum zufolge verschleißen einige Macs auf Basis des Apple M1 ihre SSD unverhältnismäßig schnell – das ist nicht zuletzt problematisch, weil Apple die Speicherzellen am Mainboard verlötet, sodass die SSD im Falle eines Defekts nicht vom Nutzer getauscht werden kann. In Extremfällen haben die SSDs der betroffenen Macs bereits 10 bis 13 Prozent ihrer voraussichtlichen Lebensspanne erreicht, obwohl sie erst wenige Monate im Einsatz sind.

Ein Nutzer einer SSD mit einer Kapazität von nur 250 GB hat nach nur 21 Tagen Nutzung festgestellt, dass insgesamt bereits 61,5 TB auf die Speicherzellen der SSD geschrieben wurden, womit rund 4 Prozent der voraussichtlichen Lebensdauer erreicht sind. Rechnet man dies hoch, so könnte diese SSD nach nur 18 Monaten defekt sein.

Generell scheinen Macs mit nur 8 GB Arbeitsspeicher stärker betroffen zu sein, vermutlich weil das System häufiger Daten vom RAM auf die SSD auslagern muss. Da das Problem bei einigen Nutzern derart extrem ausfällt und bei anderen wiederum überhaupt nicht auftritt dürfte es sich um einen Fehler handeln, und nicht um ein beabsichtigtes Verhalten des Systems. Wie weit das Problem verbreitet ist und ob es sich dabei um ein Hardware- oder ein Software-Problem handelt ist derzeit noch unklar.

Update 24.02.2021: Wir haben mittlerweile weitere Daten gesammelt um die Situation besser beurteilen zu können. Um Geräte mit unterschiedlicher Lebenszeit vergleichen zu können ziehen wir die geschriebenen TB pro Stunde Nutzung zum Vergleich heran, je niedriger dieser Wert, desto weniger stark wird die SSD belastet. Ein M1 MacBook Air kam dabei auf 0,06 TB/h, ein stärker genutztes MacBook Pro aus dem Jahr 2018 mit einem Intel-Prozessor auf 0,11 TB/h.

Das MacBook Pro im unten eingebetteten Tweet von @david_rysk kommt dagegen auf 0,35 TB/h, der oben angesprochene Nutzer im MacRumors-Forum kommt auf 0,21 TB/h. Auch andere Tweets sprechen von einer ähnlichen SSD-Belastung, während ein MacRumors-Nutzer sogar auf 0,56 TB/h kommt. Alles in allem scheinen diese Daten einen klaren Trend zu zeigen, ohne allerdings direkte Vergleichsdaten von Intel-basierten Macs mit identischer Nutzung zu haben lässt sich das Problem nur schwer einschätzen. Nutzer eines M1 Mac können ihren SSD-Status beispielsweise mit DriveDx im Auge behalten

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Autor: Hannes Brecher, 23.02.2021 (Update: 24.02.2021)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor - @HannesBrecher - 4904 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2018
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.