Crimson Desert: Entwickler leaken, wie toxisches Arbeitsumfeld zu lückenhafter Story und sperriger Steuerung führte

In vielen Reviews zu Crimson Desert wird bemängelt, dass der Handlung die Kohärenz fehlt. Die Quests wirken oft willkürlich und losgelöst von einer zentralen Erzählung. Für die Entwickler von Pearl Abyss ist das keine Überraschung: Einer von ihnen erklärte, dass die Handlung erst kurz vor dem Veröffentlichungsdatum festgelegt wurde.
Auf der Website Blind enthüllten sie zudem, wie die Studioleitung jegliche Kritik zurückwies. Blind ist ein soziales Netzwerk, in dem Mitarbeiter Einblicke in ihre Unternehmen teilen. Obwohl Nutzer ihre Identität verifizieren müssen, ist es ratsam, die Kommentare der koreanischen Entwickler eher als Gerüchte denn als Fakten zu behandeln. Dennoch könnten sie klären, warum sich viele Elemente des Open-World-Spiels wie nachträglich hinzugefügt anfühlen.
Das gelöschte Skript von Crimson Desert
Der erste Bericht, der auf Reddit diskutiert wurde, stammt von einem ehemaligen Teammitglied, das jetzt bei Nexon arbeitet. Dem Entwickler zufolge drehte sich die ursprüngliche Geschichte von Crimson Desert um einen entthronten jungen König. Jemand, der als „Premierminister“ bezeichnet wurde, kam ihm zu Hilfe, verriet ihn dann aber. Der Rest des Dramas entfaltet sich, während der Protagonist versucht, den Verräter an der Machtübernahme zu hindern.
Bevor dieses Konzept umgesetzt werden konnte, fühlte sich ein Director gedrängt, seine Position zu verlassen. Der neue General Manager verwarf die Erzählung, agierte dabei jedoch als „gefügiger Untergebener“. Laut einem zweiten Entwickler auf Blind ist dies ein Muster im Unternehmen. Führungskräfte dominierten eine Struktur, die jeglichen Widerstand entmutigte.
Pearl Abyss ließ sich von Erfolgshit-Spielen inspirieren
Es wird behauptet, dass viele Personen erkannten, dass die Entwicklung „aus den Fugen geriet“. Anstatt einzigartiges Gameplay zu kreieren, wurde dazu ermutigt, Erfolge wie The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom zu imitieren. Jede vorgeschlagene originelle Geschichte musste hinter einer technischen Demonstration prachtvoller Grafik zurückstehen.
Der zweite Leaker dokumentiert, wie das Spiel zu einem „Sammelsurium zusammengepferchter Funktionen“ wurde. Rezensionen zu Crimson Desert heben die komplizierte Steuerung hervor, was der Entwickler als Folge dieses Ansatzes betrachtet. Der Mitarbeiter von Pearl Abyss ist der Meinung, dass es „unvermeidlich war, dass Crimson Desert zum Desaster werden würde“.
Die Kritik war besonders in Korea hart, wo die Erwartungen noch höher lagen. Die Aktie des Studios stürzte nach einem mittelmäßigen Metacritic-Score ab. Trotzdem wäre es wohl unfair, den Titel als globalen Misserfolg zu bezeichnen, da er sich innerhalb von 24 Stunden nach der Veröffentlichung 2 Millionen Mal verkaufte.

















