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DolphinAttack: Wenn Youtube und Co. bei Amazon bestellen wollen

Eine Gruppe von Studenten der University of California, Berkeley und Georgetown University hat es bereits 2016 erfolgreich geschafft, mit auf Youtube über Lautsprecher abgespielte Sprachkommandos, versteckt in White-Noise-Sound, den Flugmodus am Smartphone zu aktivieren oder Webseiten zu öffnen. Nun geht man einen Schritt weiter.

Dass sich Apples Siri, Amazons Alexa und Googles Assistent nicht allzu viel Blöße bei der Sicherheit leisten dürfen, das machen ihnen Studenten und Forscher klar. Denn die Sprachassistenten verstehen sowohl gesprochene Sprache, aber reagieren auch auf Ultraschallsignale. Diese sind wiederum für Menschen in einem nicht hörbaren Frequenzbereich, und gerade deswegen missbräuchlich verwendbar.

Beim "DolphinAttack", bei dem chinesische Forscher schon letztes Jahr geschafft haben, über Lautsprecher für Menschen nicht wahrnehmbare Signale abzuspielen und so die sprachgesteuerten Assistenzsysteme zu überlisten, klappte nur dann, wenn das Eingabemikrofon nahe am jeweiligen System positioniert war. Doch nun schafften es Forscher von Berkeley, die Sprachkommandos direkt in Musik einzubinden. Während das menschliche Gehör die Musik wahrnimmt, filtert und wandelt ein Spracherkennungs-System die Kommandos heraus.

Dadurch könnten theoretisch Youtube-Videos mit versteckten Befehlen hochgeladen werden, die versuchen könnten, Einkäufe zu tätigen oder Geld zu überweisen. Selbstverständlich sind in der Praxis nutzerseitig noch weitere Bestätigungen notwendig, um Transaktionen vollständig durchzuführen. Dennoch stellen von Menschen nicht wahrnehmbare Sprachkommandos, mit denen ihre Sprachassistent-Geräte gesteuert werden könnten, ein Sicherheitsrisiko dar.

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Autor: Daniel Puschina, 12.05.2018 (Update: 12.05.2018)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.