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Light L16: Dual-Cams sind so 2016, jetzt kommt die Macht von 16 Linsen

Brian Gilbert, für die Hardware-Entwicklung zuständig mit einem Prototyp des L16.
Brian Gilbert, für die Hardware-Entwicklung zuständig mit einem Prototyp des L16.
Angebliche DSLR-Qualität im Smartphone versprechen viele, einer will das künftig tatsächlich bieten. 16 Kamerasensoren in einem Smartphone-Formfaktor auf Android-Basis sollen ungeahnte Möglichkeiten und ausgesprochen hochwertige Aufnahmen liefern und das immer und überall dank eines kleinen wasserresistenten Gehäuses. Die ersten Geräte werden jetzt ausgeliefert, wer beim Vorverkauf nicht dabei war, muss allerdings noch warten.

Bereits Ende 2015 schaffte es Light's 16-Linsen-Kamera L16 erstmals in die Medien, damals startete der limitierte Vorverkauf um 1.300 US-Dollar mit dem Versprechen im Sommer 2016 das Resultat buchstäblich in der Hand zu halten. Jetzt, ein Jahr später als geplant ist das Endprodukt der vierjährigen Entwicklungsarbeit von Rajiv Laroia und seinem Team tatsächlich fertig und wird an die frühen Käufer ausgeliefert. Wer schon immer eine hochwertige DSLR statt der mickrigen Dual-Cam im Smartphone haben wollte, sich aber am unförmigen Äußeren und der eingeschränkten Widerstandsfähigkeit der meisten Modelle gegen Wasser und Staub gestört hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit großes Interesse an der kompletten Neuentwicklung haben, verspricht sie doch nichts anderes als eine DSLR dank hosentaschentauglichem 16,5 x 8,5 x 2,4 cm Gehäuse immer mit dabei zu haben, das Ganze auch noch wasser- und staubresistent (wobei in den technischen Daten keine IP-Zertifizierung angegeben ist)


Die "Immer mit dabei"-Kamera

Wie so oft beginnt die Geschichte der Kamera mit der Unzufriedenheit eines Technikers mit vorhandener Technologie. Der Fotograph Rajiv Laroia beschreibt im Video zur Entstehungsgeschichte, dass er schon vor Jahren vermehrt zu seinem Smartphone griff, weil dieses einfach permanent dabei war, während die hochwertige DSLR oft daheim in der sicheren Kameratasche zurückbleiben musste. Die Smartphone-Revolution hat schließlich dazu geführt, dass vermehrt kleine und qualitativ immer hochwertigere Linsen auf den Markt kamen, die Idee lag also nahe, mehrere dieser Linsen in einem handlichen Format miteinander zu kombinieren.


Was steckt drin?

Wie in einem Smartphone mit Dual-Cam kombiniert Light mehrere Linsen um damit sowohl den optischen Zoombereich eines unförmigen Zoomobjektivs zu bieten, als auch die Qualität der Aufnahmen und die kreativen Möglichkeiten zu erhöhen. Im L16 sind fünf 28 mm-Linsen mit F/2.0 Blende, fünf 70 mm-Linsen mit F/2.0 Blende sowie sechs 150 mm-Linsen mit F/2.4 Blende integriert. Die beiden letztgenannten mussten explizit für die L16 produziert werden, da am Markt derzeit nur 30 und 50 mm-Optiken im passenden Format zur Verfügung stehen. Auf Basis eines Snapdragon 820-SOC mit eigens entwickeltem Bildprozessor und proprietären Algorithmen werden mehrere der sechzehn 13 Megapixel-Optiken bei der Aufnahme parallel ausgelöst, das ermöglicht nicht nur 5 fachen optischen Zoom sondern auch hochwertige Aufnahmen mit Bokeh-Effekten und nachträglicher Anpassungen der Schärfe. Auch in Low-Light-Szenarien soll die Kamera punkten, wie dieses Video im Detail erklärt:


Auf Android-Basis aber kein Smartphone

Light's L16 basiert auf Android, ist allerdings bislang kein Smartphone, obwohl es mit seinem 5 Zoll Touchdisplay mit Full-HD-Auflösung, 256 GB Speicher sowie integriertem GPS, WLAN und Bluetooth die besten Voraussetzungen dafür hätte. Ein LTE-Modem fehlt allerdings offensichtlich laut Specsheet, vielleicht wird ja in Version 2.0 der Kamera auch ein Smartphone aus der Mini-DSLR. 4K-Videoaufnahmen sollen nach einem geplanten Software-Update ebenfalls ermöglicht werden, dabei wird allerdings nur jeweils eine Linse der drei Brennweitengruppen für die Aufnahme herangezogen, also entweder bei 28, 70 oder 150 mm Brennweite gefilmt. Das Metallgehäuse der L16 mit rutschfestem Gummi-Handgriff hat einen USB-C-Port sowie ein Lanyard-Loch zur bequemen Fixierung in der Hand, zudem kann die Kamera natürlich auf Stative geschraubt werden. 

Verfügbarkeit und Preis

Wer nicht beim Presale dabei war, muss noch bis Ende 2017 warten. Erst dann soll die L16 wieder zum Kauf angeboten werden, vorerst kann man sich auf der Homepage nur in einen Newsletter eintragen. Zum offiziellen Verkaufspreis schweigt sich Light in der gestrigen Pressemitteilung aus, 2015 wurde von 1.700 US-Dollar gesprochen, ob das auch Ende 2017 gilt, darf bezweifelt werden. In jedem Fall wird die Light L16 keine allzu günstige Lösung, zumal es vorerst noch kein Smartphone ersetzt. Professionelle Fotografen beziehungsweise gut betuchte Hobbyisten wird der Preis aber nicht abhalten, sofern die Qualität stimmt. Einige Beispielbilder sind weiter unten nach einem Werbespot zum L16 verlinkt, mehr davon gibt's auf der Light-Homepage in einer Gallerie zu sehen.

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Autor: Alexander Fagot, 16.07.2017 (Update: 16.07.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.