Steam Machine: Beworbene 4K-Leistung angepasst, Tests stellen Preis infrage

Als Valve seine Konsolen-Alternative angekündigt hat, hat das Versprechen von 4K-Gaming mit 60 FPS für Skepsis gesorgt. Neu veröffentlichte Tests der Steam Machine zeigen, dass die Hardware bei diesen Einstellungen mit vielen AAA-Spielen Probleme hat. Möglicherweise als Reaktion auf die Kritik hat das Unternehmen von Gabe Newell nun die Vermarktung des Mini-PCs überarbeitet.
Verschobene Zielvorgaben?
Auf der Store-Seite des Systems hat Valve ursprünglich mit "4K-Gaming bei 60 FPS" geworben. Inzwischen heißt es dort "Gaming mit bis zu 4K mit FSR 4.1", eine kleine, aber wichtige Anpassung.
Die Formulierung "bis zu" spiegelt die in Tests beschriebene Leistung der Steam Machine besser wider. Weniger anspruchsvolle oder ältere Titel könnten in 4K laufen, ohne dass es häufig zu Einbrüchen der Bildrate kommt. Vergleichbar mit einem Einsteiger-Gaming-PC ist 1080p bis 1440p dennoch ein realistischeres Ziel. PC-Nutzer akzeptieren 30 FPS in der Regel weniger bereitwillig als Konsolenspieler. Dass "60 FPS" gestrichen worden ist, senkt die Erwartungen zusätzlich.
Benchmarks haben zudem gezeigt, welche zentrale Rolle FSR auf dem Linux-basierten Würfel-PC spielt. Mithilfe von AMDs Technologie kann das System kompatible Spiele zunächst in einer niedrigeren nativen Auflösung rendern und anschließend auf 4K hochskalieren. Unklar ist, ob FSR 4.1 rechtzeitig zum Marktstart der Hardware bereitstehen wird, die Technologie liefert aber noch sauberere Bilder.
Valve hat ein Preis-Leistungs-Problem
Die Änderungen am Marketing dürften Kritiker des Preises oder der Leistung der Steam Machine kaum verstummen lassen. Ohne Controller kostet das 512GB-Modell 1.049 Euro. Für mehrere Hundert Euro weniger liefert die PS5 in Beispielen wie Forza Horizon 5 ähnliche oder bessere Bildraten.
Trotz einiger Nachteile sind Konsolen auf 4K-Fernseher optimiert, wie sie in vielen Wohnzimmern stehen. Allerdings könnte das Preis-Leistungs-Verhältnis der Mini-PC-Spezifikationen bald konkurrenzfähiger wirken. Die Speicherknappheit hat Microsoft dazu veranlasst, die Listenpreise seiner Konsolen erneut zu erhöhen, die Xbox Series X Digital Edition kostet in Deutschland derzeit 549 Euro, die Xbox Series X mit Laufwerk 599 Euro. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Sony mit einer weiteren Preiserhöhung nachzieht.
Valve hat leider eingeräumt, nicht gut genug aufgestellt gewesen zu sein, um größere Mengen RAM und Speicher vorzuhalten. Das Unternehmen hat sich gegen eine Dual-Channel-DDR5-Konfiguration entschieden, um leichter verfügbare 16GB-Module beschaffen zu können. Tests merken an, dass sich dieser Schritt leicht auf die Leistung der Steam Machine auswirkt, besonders bei CPU-lastigen Titeln.



















