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Unfreiwillig: Huawei beim Mate 40 wie Samsung mit Dual-Chip-Strategie?

Huawei könnte bei der Mate 40-Serie gezwungen sein, eine Dual-Chip-Strategie im Stil von Samsung zu fahren.
Huawei könnte bei der Mate 40-Serie gezwungen sein, eine Dual-Chip-Strategie im Stil von Samsung zu fahren.
Huawei wird bald seiner Möglichkeit beraubt, beim Chip-Fertiger TSMC neue Kirin-Chips fertigen zu lassen. Ob man mit den bisher bestellten 8 Millionen Kirin 1000-SoCs das Auslangen für die Mate 40-Serie finden wird, ist fraglich, ein Samsung-ähnlicher Dual-Chip-Ansatz mit zugekauften Chips anderer Hersteller mittelfristig nicht unwahrscheinlich.
Alexander Fagot,

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, hat mittlerweile bestätigt, dass ab dem 14. September keine Lieferungen neuer Kirin-Chips mehr an Huawei gehen werden, ganz im Einklang mit den im Mai verschärften Sanktionen der USA gegen Huawei. Acht Millionen Stück der 5 nm Kirin 1000-Chipsätze, die Huawei für das im Oktober startende Mate 40 und Mate 40 Pro braucht, sind in trockenen Tüchern, da eingegangene Aufträge bis zum 15. Mai noch abgearbeitet werden, doch danach ist erstmal Schluss für die HiSilicon-Chip-Sparte der Chinesen.

Das fördert aktuell Spekulationen, dass Huawei bei der Mate 40-Serie gezwungenermaßen eine Dual-Chip-Strategie fahren wird, wie sie Samsung seit Jahren mit seinen Galaxy S- und Galaxy Note-Familien betreibt. Je nach Region verbaut Samsung hier entweder seine eigenen Exynos-Prozessoren oder zugekaufte Qualcomm Snapdragon-Chips, letztere ursprünglich aufgrund der Anforderungen der Mobilfunknetze nur für China und die USA, seit diesem Jahr allerdings auch in Südkorea, wohl weil die Effizienz und Performance des aktuellen Exynos 990 für Samsungs Heimatmarkt nicht mehr gut genug ist. Derlei Problematik könnte nun auch Huawei mit dem Mate 40 bevorstehen.

8 Millionen Stück des Kirin 1000 werden langfristig wohl nicht ausreichen, zumal Huawei offenbar mit 10 Millionen verkaufter Mate 40-Phones rechnet und so wird spekuliert, dass im Mate 40 vielleicht außerhalb Chinas andere Chips zum Einsatz kommen könnten, etwa von MediaTek oder sogar von Qualcomm, sofern diese eine entsprechende Lizenz seitens der US-Regierung erhalten. Richtig problematisch wird es für Huawei dann in 2021 wenn das P50 ansteht, denn da wird Huawei, sofern der Technologie-Bann nicht gelockert wird, auf den Zukauf von künftigen Chipsätzen der Konkurrenz angewiesen sein, weswegen nicht undenkbar ist, dass die P-Serie in 2021 mit dem Snapdragon 875 oder dem 5 nm-Pendent der Dimensity-Serie von MediaTek starten wird.

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Autor: Alexander Fagot, 18.07.2020 (Update: 18.07.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.