Test Lenovo ThinkPad Edge 11 (K345) Subnotebook

Sebastian Jentsch, 24.07.2011

Eck-Downgrade. Lenovo feilt an seinem günstigsten ThinkPad und verpasst dem Mini ein mattes Panel sowie einen neuen Athlon-Prozessor. Beim 32 Wattstunden Akku bleibt uns jedoch die Spucke weg. Kappt das Update die vorher sehr gute Mobilität?

Lenovo IBM ThinkPad Edge 11 mit Athlon II Neo X2 K345: Ist die günstige AMD-Variante eine echte Option für Sparfüchse?
Lenovo IBM ThinkPad Edge 11 mit Athlon II Neo X2 K345: Ist die günstige AMD-Variante eine echte Option für Sparfüchse?

Im November 2010 rackerte sich das erste ThinkPad Edge 11 mit Intel Core i3 380UM (1.33 GHz) durch unsere Tests. Wir erfreuten uns an der brauchbaren Anwendungsleistung, der hohen Bildschirmauflösung und der umfangreichen Kommunikationsausstattung (3G). Lediglich der Spiegelbildschirm rief keine Begeisterung hervor.

Ebenfalls im November 2010 folgte das Edge 11 mit AMD Athlon II Neo K325 (1.3 GHz), welches die Intel Version mit einer besseren Laufzeit übertrumpfte (Niedrig-Last). Der spiegelnde 11.6-Zoll Bildschirm fiel uns jedoch auch hier zur Last. 

Lenovo stellte das Glare-Type-Problem inzwischen ab und bietet sein Edge 11 in den Intel- und AMD-Konfigurationen mit entspiegeltem Display an. Neben der teuren Intel-Version (ab 536 Euro) tummeln sich die preisaggressiven AMD-Bestückungen mit Athlon II Neo. Unser Testgerät ist die Black Smooth Variante mit matten, schwarzen Oberflächen. Preis: ab 369 Euro.

Welche Stärken hat die neue CPU? Besteht die Leistungsdifferenz zum Core i3 380UM immer noch? Kann sich die Laufzeit von 5 Stunden halten? Taugt das matte Panel für den Einsatz in der Sonne? Alle Fragen beantwortet dieses Test-Update zum Edge 11.

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Handauflage und Deckel berühren sich
Handauflage und Deckel berühren sich
leicht samtig, sind aber glatt.
leicht samtig, sind aber glatt.

Das handliche Gehäuse ist nicht versucht, durch Zierlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Das Gewicht von 1.353 Gramm liegt auf dem Durchschnitt der 11.6-Zoller. Das Aspire One 722 wiegt bspw. 1.400 Gramm, ein Vaio YB1S1E/S bringt 1.431 Gramm auf die Waage. Das kantige Gehäuse mit den abgerundeten Ecken liegt wuchtig in der Hand und wir haben deutlich das Gefühl, hier ein ernsthaftes Arbeitsgerät in den Händen zu halten.

Wie beim 13.3-Zoller leuchtet der i-Punkt der beiden Thinkpad Logos mit einer kleinen roten LED (Betrieb dauerhaft / StandBy wechselnd). Unser Modell "Black Smooth" meint die haptisch griffigen aber dennoch glatten Oberflächen der Handauflage und des Deckels. Von samtig zu sprechen, wäre übertrieben. Vielmehr handelt es sich um eine dezente Gummierung, welche in der Lackierung enthalten ist. Das sorgt für Rutschfestigkeit und verhindert Fingerabdrücke weitestgehend. 

Zum Öffnen des Notebooks existiert ein schmaler Griff an der silbernen Umrandung des Bildschirmrahmes. Wer versucht, den Deckel in der Mitte zu greifen, der könnte versehentlich die Touchpad-Tasten mit nach Oben ziehen. Selbige schließen mit Displaydeckel und Basiseinheit bündig ab. Weil der Spalt zwischen den beweglichen Touchpadbuttons und der Basiseinheit größer ist als jener zwischen Displaydeckel und Basiseinheit, erscheint es so, als ob der Bildschirm hier nach Oben zu ziehen wäre. 

Das Kunststoffgehäuse bietet eine sehr gute Druckstabilität und die Verwindungsfestigkeit von Basiseinheit und Bildschirm ist für die Preisklasse exzellent. Kleines Manko ist der auf Druck nachgebende Bildschirmrahmen. Der Akku sitzt fest am Gehäuse. Er hinterlässt aber nach seinem Entfernen eine Aussparung oberhalb der Tastatur.

Die Scharniere sind ident mit dem 13.3-Zoller. Die kleinen Gelenke aus Metall sitzen fest am Gehäuse. Sie halten den Deckel straff, es kommt nicht zum Nachwippen. Ideal ist für solch ein kleines Gerät der weite Öffnungswinkel von 180 Grad. Das erlaubt das Ablesen der Anzeige bei engen Platzverhältnissen. Zum Öffnen oder Vergrößern des Öffnungswinkels werden aufgrund des geringen Gewichts der Basiseinheit beide Hände benötigt.

Einen Transportverschluss (Riegel) gibt es nicht. Da sich der Deckel auf den ersten Zentimetern leicht öffnet, könnten kleine Gegenstände hineinrutschen und das Panel beschädigen. Während ein solcher Riegel bei Consumer-Notebooks verschwunden ist, haben viele Business-Notebooks diesen noch.

Ausstattung

Wie wir testen - Gehäuse

Gegenüber den ersten Edge 11 Testgeräten (Intel und AMD Varianten) gibt es keine Veränderungen bei den Anschlüssen. VGA und HDMI sind immer noch an Bord und über einen fehlenden Docking-Port könnte sich mancher immer noch beschweren. Sogar das Innenleben blieb mit der Gigabit LAN Karte von Realtek (RTL8168D/8111D) und einer Draft-N WLAN-Karte von Lenovo (Thinkpad 1x1 11b/g/n Wireless LAN) gleich. Bluetooth 2.1 ist abermals an Bord. Ärgerlich ist wie gehabt, dass nur die Intel Version mit einem integrierten UMTS/HSDPA-Modul zu haben ist (ab 690 Euro).

Frontseite: keine Anschlüsse
Frontseite: keine Anschlüsse
Linke Seite: Kensington, HDMI, USB 2.0, RJ45 Ethernet, Kopfhörer/Mikrofon Kombination
Linke Seite: Kensington, HDMI, USB 2.0, RJ45 Ethernet, Kopfhörer/Mikrofon Kombination
Rückseite: AC, Akku, VGA
Rückseite: AC, Akku, VGA
Rechte Seite: CardReader, 2 x USB 2.0
Rechte Seite: CardReader, 2 x USB 2.0

Eingabegeräte

Wie wir testen - Eingabegeräte

Wo Verbesserungen nicht nötig sind, da bleibt auch alles beim Alten. Tasten, Trackpoint und Touchpad haben das erstklassige Feedback der großen (und teuren Business Geräte).

Display

Wie wir testen - Display

Die 11.6-Zoll (29.46 cm) Anzeige vom von LG-Phillips (Typ LP116WH1-TLP1) löst mit 1.366 x 768 Bildpunkten auf. Für einen 11.6-Zoller ist das eine sehr hohe Auflösung, mit der wir auch übersichtlich arbeiten können. Das TFT mit dem 16:9 Seitenverhältnis wurde entspiegelt. Damit kommt der Hersteller dem Wunsch viele Deutscher Kunden nach, die zurückhaltend bis verärgert auf die Glare-Type Version reagiert hatten. 

Beim gemessenen Kontrast von 115:1 kann nur von einer schwachen Kür gesprochen werden. Schwarze Farben sind nicht tiefschwarz, Buntes leuchtet nicht. Der Glare Type des ersten Edge 11 war in diesem Punkt nur unwesentlich besser: 198:1. Gute Kontraste mit leuchtenden Farben beginnen bei 400:1. 

Der Farbraum, den wir hier mit AdobeRGB, sRGB und dem Panel des Vaio SA2Z9E (transparent) vergleichen, ist sehr klein. Profi-Ansprüche werden bei weitem nicht bedient. Für den Edge ist das aber kein Problem, denn Profis werden wohl kaum an einem 11.6-Zoller Fotos bearbeiten oder Broschüren layouten. Der Vergleich mit dem Vaio SA2Z9E zeigt, dass auch ein Luxus-13-Zoller für 2.380 Euro nicht zwangsläufig einen deutlich besseren Farbraum haben muss.

ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs AdobeRGB(t)
ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs AdobeRGB(t)
ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs sRGB(t)
ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs sRGB(t)
ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs Vaio SA2Z9E WXGA++(t)
ICC Lenovo TP Edge 11 matt vs Vaio SA2Z9E WXGA++(t)
170
cd/m²
166
cd/m²
164
cd/m²
177
cd/m²
177
cd/m²
166
cd/m²
186
cd/m²
184
cd/m²
187
cd/m²
Infos
Gossen Mavo-Monitor
Maximal: 187 cd/m²
Durchschnitt: 175.2 cd/m²
Ausleuchtung: 88 %
Helligkeit Akku: 164 cd/m²
Schwarzwert: 1.54 cd/m²
Kontrast: 115:1
Ausleuchtung des Bildschirms

Die schwache Helligkeit der Displayanzeige von 175 cd/m² erinnert an die alten ThinkPad Zeiten, als die Laptops des Herstellers typischerweise mit düsteren 130 cd/m² Panels daher kamen. Ganz so schlimm ist es nicht, die Luminanz taugt bestens für Innenräume. Im Akkubetrieb drosselt das Edge die Helligkeit (Energie sparen) und wir messen mittig statt 177 nur noch 164 cd/m². Einzig was die Verteilung der Helligkeit betrifft, ist das LG-Phillips Panel sehr gut: 88% homogene Lichtverteilung.

Der warme Sommer kommt bestimmt noch dieses Jahr und der Nutzer will mit seinem neuen Edge-Zwerg in die Sonne. Das matte Panel passt zu diesem Szenario, doch die  gedrosselte Helligkeit macht einen Strich durch die Rechnung. Je nach Blickposition zur Sonne bleibt der Desktop düster. Am Besten klappt es noch, wenn die Sonne nicht direkt auf das Panel fällt (Bild 3).

Ansicht seitlich, Sonne direkt
Ansicht seitlich, Sonne direkt
Ansicht frontal, Reflexion
Ansicht frontal, Reflexion
Ansicht seitlich, Sonne v. Hinten
Ansicht seitlich, Sonne v. Hinten

Die horizontalen Blickwinkel sind brauchbar, doch wie bei so vielen Notebooks sehr klein. Bis etwa 45 Grad Abweichung von der zentralen Position erkennen wir Farben ohne Verfälschung. Erst danach invertieren sie leicht bis deutlich. Schrift kann aber noch bis 80 Grad abgelesen werden. Weicht der Blick nach unten ab, fallen die Blickwinkel knapper aus (Vertikal). Schrift ist dann nur bis 35 Grad gut ablesbar, Farben verfälschen ab zirka 20 Grad.

Blickwinkel Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)
Blickwinkel Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)

Unser Testgerät ist das neue Edge 11 AMD Standard-Gerät im Markt. Der Athlon II Neo X2 K345 (1.40 GHz, Champlain) löst den etwas niedriger taktenden K325 (1.3 GHz, Geneva) gleichen Typs ab. Der Unterschied zwischen den CPUs: Keiner außer der Taktung. Der Level 2 Cache bleibt mit 256 KB klein und der TDP ist mit 12 Watt weiterhin tauglich für Subnotebooks (45 nm Strukturbreite).

Die integrierte GPU AMD Radeon HD 4225 (bis 256 MB Shared Memory) bleibt erhalten und hat dieselben Taktungen wie die im K325-Edge (Kerntakt: 382 MHz, Speichertakt: 2775 MHz). Begleitet wird das System von 4096 MB DDR3 Speicher und einer langsam drehenden 320GB Festplatte von Western Digital (5400 U/Min).

Systeminfo CPUZ RAM
Systeminfo GPUZ Radeon HD 4225
DPC-Latenzen: Sporadische Ausreißer in den roten Bereich
DPC-Latenzen: WLANn OffOn, deutliche Ausreißer
Systeminfo CPUZ CPU
Systeminfo CPUZ Cache
Systeminformationen Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)

Der Umstieg von K325 auf K345 ist durch CPU-Benchmarks kaum messbar und daher für den Endkunden eigentlich irrelevant. Im Cinebench R11.5 CPU 64Bit liegen K325 (0.7 Punkte) und K345 (0.8) eng beieinander. Wprime 1024 zeigt, dass die Differenz fast nichtig ist (weniger Sekunden ist schneller): K325 (1.884s) und K345 (1.742s). Ein weiterer Test, der Cinebench R10, bestätigt das: K325 (2.518 Punkte) und K345 (2.787). Die Differenz liegt also bei 10-12%.

Die Intel-Alternative kommt durchweg schneller durch diese Tests. In den syntetischen CPU-Benchmarks agiert der i3-380UM (2 x 1.33 GHZ) bei 1.1 Punkten (R11.5), 1.329 Sekunden (Wprime) und 4.266 Punkten (R10). Der Geschwindigkeitsvorteil mit i3 liegt also bei 24 bis 41%. Es ist vor allem das Hyper Threading (Rechnen auf vier Threads bei zwei Kernen) welche bei Multi-Tasking Vorteile einfährt.

Cinebench R10 Rendering Single 32Bit
1191
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 32Bit
2395
Cinebench R10 Shading 32Bit
1509
Cinebench R10 Rendering Single CPUs 64Bit
1344 Points
Cinebench R10 Rendering Multiple CPUs 64Bit
2787 Points
Cinebench R10 Shading 64Bit
1532 Points
Cinebench R11.5 OpenGL 64Bit
2.85 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64Bit
0.76 Points
Hilfe
PCMark 7 & Sub-Scores: 1003 Punkte
PCMark 7 Scores: 1003 Punkte

Der PCMarkVantage Test kumuliert die Gesamtleistung und bewertet das Zusammenspiel von CPU, Radeon-Grafik, RAM und HDD. Die Grafikleistung spielt dabei eine untergeordnete Rolle, die Schnelligkeit der Festplatte hat aber ein hohes Gewicht. Das Edge erreicht einen Gesamtscore von 2.409 Punkten. Das Edge übertrifft damit ein Lenovo X100e (Athlon Neo MV-40, HD3200, 1.387 Punkte) mit älterer Hardware deutlich. Das K325-Edge liegt mit 2.486 Punkten gleichauf. Die Intel Version des Edge kann sich mit 3.619 Punkten deutlich davon absetzen

Sofern das ThinkPad Edge E125 (11-Zoll) bzw. X120e mit Fusion APU E-350 "Brazos" auf den deutschen Markt kommt, sollten Interessenten folgendes bedenken: Fusion wird mit der schnelleren Radeon HD 6310 (Vergleich zu HD 4225) bestimmte Anwendungen beschleunigen, die allgemeine Anwendungsleistung kann aber geringer sein. Ein HP Pavilion dm1-3180eg mit der APU erreicht z. B. nur 2.277 Punkte im PCMark Vantage. Erst der nagelneue PCMark 7 honoriert die HD 6310 etwas besser, wie das Lenovo ThinkPad X120e zeigt: 1.101 Punkte versus 1.003 Punkte unseres Edge 11 K345.

3.2
Windows 7 Leistungsindex
Prozessor
Berechnungen pro Sekunde
4.1
Speicher (RAM)
Speichervorgänge pro Sekunde
5.5
Grafik
Desktopleistung für Windows Aero
3.2
Grafik (Spiele)
3D-Business und Gaminggrafikleistung
4.8
Primäre Festplatte
Datentransferrate
5.9
PC Mark
PCMark Vantage2409 Punkte
PCMark 71003 Punkte
Hilfe

Im 3DMark2006 erreicht das Edge 11 980 Punkte. Damit liegt die Radeon HD 4225 deutlich unter einer HD 6310 (3.588, Acer Aspire 5253) der zukünftigen Edge-Notebooks mit Fusion APU E-350. Selbst die HD-Netbooks mit der C-50 APU haben teilweise mehr 3D-Power: Aspire One 521 (1.046 3DMarks06), Asus Eee PC 1015PN (1.155), Asus Eee PC 1015B (1.411) und Aspire One 722 (1.460). 3DMark 11 und Unigine Heaven konnte mangels DirectX 11 nicht ausgeführt werden.

Im OpenGL Test des Cinebench R11.5 schafft die verbaute HD 4225 nur 2.85 Punkte. Hier hatten alle bisherigen Fusion Notebooks mit 7.5 Punkten (E-350) bzw. 5.0 Punkten (C-50) die Nase deutlich vorn.

3D Mark
3DMark 052095 Punkte
3DMark 06
 1280x1024
980 Punkte
Hilfe

Als Massenspeicher setzt Lenovo nicht mehr auf Hitachi, sondern auf Western Digital. Die Kapazität bleibt aber nach wie vor bei 320 GB. Die HD-Tune-Werte der 5400U/Min HDD fallen den Erwartungen relativ gering aus. Der Durchsatz beim sequentiellen Lesen beträgt 70 MB/s. Crystal Disk Mark benutzt eine andere Routine und ermittelt ein ausführlicheres Bild über die Durchsätze beim Lesen/Schreiben von kleinen und großen Datenpaketen (92 MB/s).

Auffällig sind die kleinen Zahlen beim Lesen und Schreiben von verstreuten 4K Paketen (0.48 / 1.0 MB/s). Diese Langsamkeit ist aber typisch für rotierende HDDs, denn die Schreib/Leseköpfe müssen immer erst mechanisch an eine Position geführt werden. Das kostet viel Zeit und kann nur durch eine SSD abgestellt werden.

HD Tune 70 MB/s Lesen
HD Tune 70 MB/s Lesen
Crystal Disk Mark 92 MB/s Lesen/Schreiben
Crystal Disk Mark 92 MB/s Lesen/Schreiben
WDC Scorpio Blue WD3200BEVT
Minimale Transferrate: 26.1 MB/s
Maximale Transferrate: 91.1 MB/s
Durchschnittliche Transferrate: 70.1 MB/s
Zugriffszeit: 18.4 ms
Burst-Rate: 83.4 MB/s
CPU Benutzung: 1 %
Left4Dead: Gnadenlos niedrige 12fp in hohen Details
Left4Dead: Gnadenlos niedrige 12fp in hohen Details
Erst mit niedrigen Details in 640x480 bei 30fps flüssig.
Erst mit niedrigen Details in 640x480 bei 30fps flüssig.

Spiele: Kein Thema für das Edge 11

Zum Spielen gibt es bessere Einsteiger-Kerne als die HD 4225, was wir mit einer Stichprobe Left4Dead zeigen. Die Zombie-Jagd läuft auf dem Edge 11 sogar noch langsamer als auf dem 13.3-Zoll Edge mit höher taktendem K685. Flüssig geht es nur in der kleinstmöglichen Auflösung von 640x480 Pixeln (Details Low). Hier entsteht ein gerade noch flüssiges Gameplay von 29 fps (34 fps, Edge 13 K685). Bei 1.024x768 in Details High brechen die Frames ein: 12 fps (13 fps,  Edge 13 K685).

Kurz: Zum Spielen taugt das Edge 11 K345 nicht. Wer "ein wenig" mehr 3D in sein Arbeitsleben bringen möchte, der sollte sich die kommenden Edge Geräte mit Fusion E-350 ansehen (11.6-Zoll: Lenovo ThinkPad X120e / X121e, Edge E125).

Left 4 Dead
 AuflösungEinstellungenWert
 1024x768very high, 0xAA, 0xAF12 fps
 640x480min, 0xAA, 0xAF29.6 fps
min. mittelhoch max.
Left 4 Dead (2008) 29.612fps

Emissionen

Wie wir testen - Emissionen

Geräuschemissionen

Was nur 1.35 Kilogramm schwer und so klein ist wie das Edge 11, das sollte im Idealfall immer schön leise bleiben. Das Edge zeigt sich als Vorbild. Beim Surfen, Mailen und Tippen dreht der Lüfter höchstens mit einem Geräuschpegel von 33.2 dB(A). Leider  schaltet der Lüfter niemals komplett ab. Wenn der K345 nebst seiner HD 4225 durch unsere Prozessor-Benchmarks belastet war, steigt der Pegel seltsamerweise nicht an, sondern verharrt bei 33.2 dB(A) und dreht konstant. Bei singulärer CPU-Last (Prime95, Cinebench-Tests etc.) ist der Pegel identisch.

Lautstärkediagramm

Idle 33.1 / 33.1 / 33.1 dB(A)
HDD 31.9 dB(A)
Last 33.1 / 33.2 dB(A)
 
    30 dB
leise
40 dB
deutlich hörbar
50 dB
störend
 
min: , med: , max:    Voltcraft sl-320 (aus 15 cm gemessen)
Stresstest: kein Throttling
Stresstest: kein Throttling

Temperatur

Im Office-Betrieb wird die Arbeitsumgebung nicht wärmer als 33 Grad. Auch die Unterseite zeigt sich mit gleichmäßig verteilten, geringen Temperaturen von durchschnittlich 31 Grad. 

Unter Belastung (Stresstest) kehrt sich das Bild und sorgt für Minuspunkte. Über die ganze Fläche der Oberseite messen wir 39 Grad, punktuell stehen 43 Grad auf der Anzeige. Den 11.6-Zoller können wir jetzt nicht mehr bedenkenlos auf den Schoß nehmen, denn dort messen wir punktuell 46 und im Durchschnitt 43 Grad. Es entsteht der Eindruck, dass der langsam drehende (leise) Lüfter hier etwas mehr Abwärme aus dem Chassis führen könnte. Die Fan-Tables sind jedoch auf ein niedriges Betriebsgeräusch eingerichtet (33 dB(A)).

Es sei jedoch gesagt: Diese hohe Temperatur auf der Unterseite haben wir nur durch einen künstlichen, mehrstündigen Stresstest erzeugen können, bei dem CPU und GPU mit 100% Last laufen. Reale Tätigkeiten werden selten konstante 100 Prozent Last erzeugen.

Max. Last
 42.6 °C42.3 °C40 °C 
 40.5 °C41.2 °C38 °C 
 34.3 °C38 °C35.5 °C 
 
44.6 °C46.3 °C42.1 °C
44 °C42.2 °C41 °C
43.1 °C43.7 °C40.7 °C
Maximal: 42.6 °C
Durchschnitt: 39.2 °C
 Maximal: 46.3 °C
Durchschnitt: 43.1 °C
Netzteil (max.)  50.8 °C | Raumtemperatur 23.8 °C | Voltcraft IR-360

Lautsprecher

Der Klang der Stereo-Lautsprecher ist akzeptabel aber nicht besonders gut. Sie sitzen unter einem Loch-Gitter im vorderen Bereich der Bodenplatte und beschallen den Tisch. Das hört sich nicht besonders effektiv an, ist aber gewollt: Die Tischplatte reflektiert die Schallwellen und sorgt für eine gleichmäßige Ausbreitung. Der Sound ist mittenlastigTiefen gibt es mangels Subwoofer gar keine. Die Lautstärke kann recht hoch eingestellt werden, ohne dass die Speaker Klirren oder Scheppern.

Insgesamt ist der Klang für einen 11.6-Zoll Winzling ordentlich und Nebenbei-Musik wird nicht unmittelbar zur Qual für die Ohren. Über den kombinierten Mikrofon/Kopfhörer-Ausgang können externe Lautsprecher angeschlossen werden (kein optischer SPDIF).

Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Der hohe Idle-Stromverbrauch (14 bis 16 Watt) ist untypisch für ein kleines Subnotebook, zumindest wenn Intel- oder AMDs APU-Modelle verglichen werden. Dem Sony Vaio VPC-YA1V9E/B genügen 7.6 bis 10 Watt (Core i3 380UM). Das Vaio VPC-YB1S1E/S, der kleine Bruder, ist mit 8 bis 11 Watt dabei. Die Intel Version des Edge 11 genügt sich mit 9 bis 12.6 Watt. 

Wenn der 11.6-Zoller im Stresstest alles geben muss, so steigt die Wirkleistung auf bis zu 31.5 Watt an. Der Akku war bei den Messungen entnommen. Das 65 Watt Netzteil ist für den Strombedarf passend dimensioniert und handlich und leicht zugleich (244 Gramm).

Stromverbrauch

Aus / Standby 0.4 / 0.8 Watt
Idle 14.1 / 15.5 / 15.9 Watt
Last 24.9 / 31.5 Watt
 
Legende: min: , med: , max:         Voltcraft VC 960

Bei den Akkulaufzeiten kann das Edge 11 die Erwartungen an ein mobiles Subnotebook in keiner Weise erfüllen. Beim WLAN-Surfen und 100 cd/m² Helligkeit erreicht der 11.6-Zoller nur 2:51 Stunden (171 Minuten). Ohne Belastung, das heißt Idle mit inaktivem Funk und geringster Helligkeit, bleibt der Edge 11 lediglich 3:11 Stunden auf den Beinen (191 Minuten). Die Wertung ist ernüchternd, wo doch der Vorgänger Edge 11 K325 5:19 Stunden und die Intel Version (i3 380UM) 4:45 Stunden schafften (WLAN-Test). Hier ist aber nicht AMD schuld, sondern schlichtweg der schwache 32Wh, 2800mAh Akku. Zum Glück gibt es den 6-Zellen Ersatz Akku (4800mAh, überstehend) für überschaubare 50 Euro. Eine Frechheit bleibt dieser Spar-Akku trotzdem.

Wer eine konstante CPU-Last von 100 Prozent anlegt (BatteryEater Classic erzeugt, Energiemodus Höchstleistung), der entleert den Akku in kürzester Zeit. Im Falle des 11.6-Zollers heißt das 1:17 Stunden. Der K325-Vorgänger hielt hierbei 2:21 Stunden durch.

3-Zellen, 32Wh, 2800mAh
3-Zellen, 32Wh, 2800mAh
Laden 143min.
Laden 143min.
WLAN-Surfen 171min.
WLAN-Surfen 171min.
Leerlauf 191min.
Leerlauf 191min.
Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
3h 11min
Surfen über WLAN
2h 51min
Last (volle Helligkeit)
1h 17min

Fazit

Wie wir testen - Fazit

Das ThinkPad Edge 11 (665D830) wird preisaggressiv ab 369 Euro platziert. Der 11.6-Zoller fährt dafür eine schmale aber für einfache Büro- oder Webanwendungen ausreichende Leistung auf. Die teure Intel Version (i3 380UM) ist jedoch immer noch deutlich schneller, was durch den höheren Preis bezahlt werden muss (ab 536 Euro).  

Ein auf den ersten Blick erfreuliches Merkmal ist die matte WXGA Bildschirmanzeige. Leider leuchtet sie im Netzbetrieb (177 cd/m²) und unter Akku (164 cd/m²) sehr schwach. Das reicht fürs Büro, aber für die Sonne ist das zu dunkel. 

Bei den Eingabegeräten und der Stabilität gibt es wenig zu meckern. Das Chassis könnte verwindungsfester sein, dafür sind aber Scharniere und Deckel extrem steif. Die Lautstärke ist mit 33 dB(A) unter Last beachtlich gering und der Lüfter schaltet sich gern auch einmal aus (Idle). Dafür erhitzt sich das Chassis, speziell unter Last, deutlich.

Der Schlag in die Magengrube kommt jedoch mit dem schwachen Akku. Die 32 Wattstunden reichen gerade mal für 2:51 Stunden beim Surfen per WLAN mit wenig Last. Angesichts der über fünf stündigen Laufzeit des Vorgängers und jetzigen Auslaufmodells 2545-24G (K325) grenzt das schon an Frechheit. 

Summa Summarum verschlechtert sich der Käufer mit dem ThinkPad Edge 11 Black Smooth (Athlon K345), denn die Akkulaufzeit hat sich gegenüber dem Vorgänger (Athlon K325) halbiert. Dies liegt schlichtweg an der geringen Kapazität des Akkus. Freunde der Mobilität werden quasi gezwungen, den 4.800 mAh Ersatz-Akku für zirka 52 Euro zu kaufen (überstehend, Siehe Edge 11 K325).

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Im Test: Lenovo ThinkPad Edge 11 (AMD K345), zur Verfügung gestellt von:
Im Test:  Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)

Datenblatt

Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)

:: Prozessor
:: Mainboard
AMD M785
:: Speicher
4096 MB, PC3-10600 (667 MHz)
:: Grafikkarte
ATI Radeon HD 4225 - 256 MB, Kerntakt: 382 MHz, Speichertakt: 400 MHz, 8.753.0.0
:: Bildschirm
11.6 Zoll 16:9, 1366x768 Pixel, LP116WH1-TLP1, spiegelnd: nein
:: Festplatte
WDC Scorpio Blue WD3200BEVT, 320 GB 5400 U/Min
:: Soundkarte
ATI RS690 HDMI @ ATI SB800
:: Anschlüsse
3 USB 2.0, 1 VGA, 1 HDMI, 1 Kensington Lock, Audio Anschlüsse: kombinierte Kopfhörer-/Mikrofonbuchse, Card Reader: 4-in-1 Kartenleser,
:: Netzwerkverbindungen
Realtek RTL8168D/8111D Family PCI-E GBE NIC (10/100/1000MBit), Thinkpad 1x1 11b/g/n Wireless LAN PCI Express Half Mini Card Adapter (b g n ), 2.1 + EDR Bluetooth
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 30 x 284 x 211
:: Gewicht
1.353 kg Netzteil: 0.244 kg
:: Akku
32 Wh Lithium-Ion, 11.1V 2800mAh
:: Preis
399 Euro
:: Betriebssystem
FreeDos
:: Sonstiges
Webcam: 0.3MP 640x480, keine, 12 Monate Garantie

 

Das ThinkPad Edge 11 gibt es ohne Betriebssystem bereits ab 349 Euro.
Das ThinkPad Edge 11 gibt es ohne Betriebssystem bereits ab 349 Euro.
Zu wenig für ThinkPad Qualität? Richtig vermutet.
Zu wenig für ThinkPad Qualität? Richtig vermutet.
Bei der Stabilität, der Leistung und der Laufzeit gibt es Zugeständnisse an den Preis.
Bei der Stabilität, der Leistung und der Laufzeit gibt es Zugeständnisse an den Preis.
Fast schon eine Frechheit ist der schwache 32 Wattstunden Akku.
Fast schon eine Frechheit ist der schwache 32 Wattstunden Akku.
Der Akkumulator (3-Zellen) steht zwar nicht über, was manche sicher begrüßen.
Der Akkumulator (3-Zellen) steht zwar nicht über, was manche sicher begrüßen.
Jedoch reicht die Energie nur für mickrige 2:30 Stunden.
Jedoch reicht die Energie nur für mickrige 2:30 Stunden.
Der 6-Zellen Ersatz Akku ist zum Glück mit gut 50 Euro vglw. preiswert.
Der 6-Zellen Ersatz Akku ist zum Glück mit gut 50 Euro vglw. preiswert.
Die Tastatur und das Touchpad sind jedoch von hoher Qualität und bereiten Freude.
Die Tastatur und das Touchpad sind jedoch von hoher Qualität und bereiten Freude.
Der Titel „Black Smooth“ unseres Edge 11 meint die samtig, griffige Oberfläche.
Der Titel „Black Smooth“ unseres Edge 11 meint die samtig, griffige Oberfläche.
Damit sind der Deckel und die Handauflage bestückt.
Damit sind der Deckel und die Handauflage bestückt.
Das Edge 11 liegt dadurch griffig in der Hand, hinterlässt kaum Fingerabdrücke und macht einen alltagstauglichen Eindruck.
Das Edge 11 liegt dadurch griffig in der Hand, hinterlässt kaum Fingerabdrücke und macht einen alltagstauglichen Eindruck.
ThinkPad Edge 11: Die Eingabegeräte haben ein in dieser Preisklasse noch nicht erlebtes sehr gutes Feedback.
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ThinkPad Edge 11: Der Athlon II Neo X2 K345 bleibt hinter dem Core i3 380UM zurück.
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ThinkPad Edge 11: Der 32 Wattstunden Akku bringt nur 2:30 Stunden Laufzeit.
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ThinkPad Edge 11: So etwas darf keine Ausrüstung für ein mobiles Mini Notebook sein.
ThinkPad Edge 11: So etwas darf keine Ausrüstung für ein mobiles Mini Notebook sein.
ThinkPad Edge 11: Die Anzeige ist zwar entspiegelt, aber in der Sonne zu dunkel.
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Pricerunner n.a.

Pro

+Klein, leicht, unempfindlich
+Matte Anzeige
+Tastatur, Trackpoint
+Akzeptable Leistung
+Leise unter Belastung
+HDMI-Ausgang
 

Contra

-Kein Dockingport
-Knappe Akkulaufzeit
-Geringe TFT-Helligkeit
-Schwache Kontraste
-Stets laufender Lüfter

Shortcut

Was uns gefällt

Handlich, matt und Top-Eingabegeräte. 

Was wir vermissen

Einen starken Akku und ein helles TFT. 

Was uns verblüfft

Die Laufzeit des neuen Standard-Akkus ist eine Frechheit. Hier wird künstlich für einen Laufzeit-Nachteil gegenüber der Intel-Version gesorgt. 

Die Konkurrenz

Die einzige echte Business-Option für unter 400 Euro: Lenovo ThinkPad X120e bzw. X121e;

Fusion E-350 Optionen (Consumer): Lenovo IdeaPad S205 (FreeDOS) ab 260 Euro;  HP Pavilion dm1-3101egMSI Wind U270Sony Vaio VPC-YB1S1E/SAcer Aspire One 722 (Fusion C-50)

Sonstige Consumer: Lenovo IdeaPad U160: Pentium, Glare Type; Acer Aspire One 721: Single Core Neo K125

Bewertung

Lenovo ThinkPad Edge 11 (665D830)
22.07.2011 v2
Sebastian Jentsch

Gehäuse
85%
Tastatur
86%
Pointing Device
88%
Konnektivität
58%
Gewicht
93%
Akkulaufzeit
73%
Display
69%
Leistung Spiele
53%
Leistung Anwendungen
68%
Temperatur
78%
Lautstärke
88%
Auf- / Abwertung
80%
Durchschnitt
77%
81%
Subnotebook *
gewichteter Durchschnitt

Weitere Informationen über unsere Bewertung finden sie hier.

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Autor: Sebastian Jentsch (Update: 11.02.2014)