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Das Lenovo ThinkPad X1 Nano ist eingetroffen: Gehäuse und 16:10-Display sind top, aber die Tastatur enttäuscht

ThinkPad X1 Nano
ThinkPad X1 Nano
Das brandneue ThinkPad X1 Nano ist frisch bei uns eingetroffen. Vor allem das Gehäuse von Lenovos 13-Zoll-Ultrabook überzeugt auf den ersten Blick und ist im Vergleich zum ThinkPad X1 Carbon deutlich kompakter. Allerdings enttäuscht uns die Tastatur, die mit ihrem geringen Tastenhub eher an ein die günstigere ThinkBook- oder IdeaPad-Baureihe von Lenovo erinnert.

Das brandneue Lenovo ThinkPad X1 Nano ist endlich bei uns angekommen. Es ist seit vielen Jahren das erste X1-Modell, welches zu einem 13 Zoll großen Display zurückkehrt und zudem eines der ersten ThinkPads, die wieder mit einem 16:10-Bildschirm ausgeliefert werden. Unser Testgerät trägt die Bezeichnung 20UN002UGE für rund 2.200 Euro (~1.900 Euro als Campus-Modell) und bietet einen stromsparenden Core-i7-Prozessor (UP4), 16 GB LPDDR4x-RAM, eine 512 GB große PCIe-SSD und das neue 16:10-IPS-Panel mit matter Oberfläche und einer Helligkeit von 450 Nits. Zudem bietet dieses Modell ein eingebautes LTE-Modem.

Gehäuse & Tastatur

In typischem Schwarz fügt sich das neue X1 Nano sehr gut in die bestehende ThinkPad-Familie ein. Mit einem Gewicht von gerade einmal 946 Gramm ist es extrem leicht, fühlt sich dabei aber keineswegs billig an. Auch die Stabilität ist extrem hoch. Die Baseunit hält Verwindungsversuchen ohne Knarzgeräuschen stand und wir können das gesamte Gerät sogar problemlos an einer der oberen Bildschirmecken festhalten.

Lenovo ThinkPad X1 Nano
Lenovo ThinkPad X1 Nano
Die Stabilität ist sehr hoch (der Helligkeitsunterschied auf dem Display ist eine Reflexion vom Hintergrund und kein Ergebnis des Haltens an der Ecke).
Die Stabilität ist sehr hoch (der Helligkeitsunterschied auf dem Display ist eine Reflexion vom Hintergrund und kein Ergebnis des Haltens an der Ecke).

Um sich ein besseres Bild von der Größe des neuen X1 Nano zu machen, haben wir es direkt mit dem ThinkPad X1 Carbon G7 verglichen, das für ein 14-Zoll-Notebook bereits ziemlich kompakt ist. Die eigentliche Bauhöhe der beiden Notebooks ist gar nicht so unterschiedlich, allerdings ist die Stellfläche vom X1 Nano deutlich kleiner.

X1 Nano (oben) vs. X1 Carbon G7 (unten)
X1 Nano (oben) vs. X1 Carbon G7 (unten)
X1 Nano (links) vs. X1 Carbon G7 (rechts)
X1 Nano (links) vs. X1 Carbon G7 (rechts)
X1 Nano (links) vs. X1 Carbon G7 (rechts)
X1 Nano (links) vs. X1 Carbon G7 (rechts)

Das kompaktere Gehäuse hat jedoch auch negative Auswirkungen, und zwar auf die Tastatur. Zunächst einmal ist die Tastatur etwas schmaler geworden, was man deutlich an einigen tasten im rechten Bereich erkennt. Daran kann man sich aber sicherlich gewöhnen. Problematisch ist allerdings der Tastenhub, der im Vergleich zum aktuellen X1 Carbon (welches ebenfalls schon einen reduzierten Hub von 1,5 mm aufweist) auf 1,35 mm reduziert. Das hört sich jetzt nach nicht besonders viel an, ist in der Praxis aber leider deutlich spürbar. Damit bietet das X1 Nano die schlechteste Tastatur innerhalb der ThinkPad-Modellreihe und erinnert uns eher an das günstigere ThinkBook. Hier geht die Entwicklung auf jeden Fall in die falsche Richtung.

Display & Leistung

Das neue 16:10-Display sieht subjektiv sehr gut aus. Inhalte werden scharf dargestellt und die Farben sind sehr knackig. Nach unseren ersten Messungen können wir die Helligkeitsangabe von 450 cd/m² in der Bildmitte bestätigen (der durchschnittliche Wert ist etwas geringer), zudem ist das Kontrastverhältnis mit über 1.700:1 sehr hoch. Der kleine sRGB-Farbraum wird vollständig abgedeckt.

Das ThinkPad X1 Nano ist das erste Gerät bei uns in der Redaktion, das den Tiger-Lake-Prozessor Core i7-1160G7 einsetzt. Es handelt sich hierbei um das sogenannte UP4-Package, bei dem die Leistungsaufnahme deutlich geringer ist (konfigurierbar zwischen 7-15 Watt), während die "normalen" UP3-Modelle offiziell zwischen 12-28 Watt liegen.

Dass diese Werte nicht wirklich aussagekräftig sind, wissen wir bereits, denn jeder Hersteller kann die Werte nach Belieben setzen. Beim neuen ThinkPad X1 Nano sind die Limits bei jeweils 40 Watt, was angesichts des dünnen Gerätes sehr optimistisch erscheint. Zumindest kann das Gerät dann bei kurzen Lastspitzen von hohen Takten bis zu 4,4 GHz profitieren.

Tatsächlich kann das X1 Nano die Leistung gut ausnutzen, denn in den ersten Benchmarks sehen wir für einen Kern stabil die vollen 4,4 GHz und in Multi-Tests rund 35 Watt (>30s) und damit den vollen Takt von 4x 3,6 GHz. Wir werden natürlich noch testen, wie sich die Leistung bei dauerhafter Belastung verhält, aber erst einmal sind wir positiv überrascht. Allerdings stellt sich nun die Frage, warum es unbedingt ein stromsparender UP4-Chip sein musste...

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist fast durchgehend positiv. Weder beim Gehäuse, dem Display oder auch der Leistung können wir nach den ersten Tests viel kritisieren. Das größte Problem ist die Tastatur, deren verkürzten Tastenhub man beim Tippen leider deutlich merkt. Für langjährige ThinkPad-Nutzer könnte das ein KO-Kriterium sein.

Der vollständige Test des ThinkPad X1 Nano wird in 2-3 Tagen erscheinen. Bis dahin können Sie uns gerne einen Kommentar hinterlassen, wenn Sie spezielle Fragen oder Wünsche für den Testbericht haben.

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Autor: Andreas Osthoff, 27.01.2021 (Update: 27.01.2021)
Andreas Osthoff
Andreas Osthoff - Managing Editor Business Notebooks - andreas_osthoff - 1238 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2013
Ich bin mit Computern und moderner Unterhaltungselektronik aufgewachsen. Seit meinem ersten Computer, einem Commodore C64, habe ich mich für die Technik interessiert und angefangen, meine eigenen Computer zu bauen. Bei Notebookcheck kümmere ich mich schwerpunktmäßig um die Business-Geräte sowie die mobilen Workstations, doch ich mache auch gerne Abstecher in den mobilen Bereich. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, neueste Geräte zu testen und miteinander zu vergleichen. Den passenden Ausgleich schafft der Sport, im Sommer vor allem mit dem Rad.