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Ex-Apple-Manager: Windows-Computer werden dem Beispiel von Apples ARM-Macs folgen müssen

Intel Lakefield konnte in unserem Test nicht so ganz überzeugen, ARM-Notebooks könnten die Zukunft sein. (Bild: Notebookcheck)
Intel Lakefield konnte in unserem Test nicht so ganz überzeugen, ARM-Notebooks könnten die Zukunft sein. (Bild: Notebookcheck)
Apple wird schon in zwei Jahren sämtliche Macs mit ARM-Chips ausliefern, Windows-PCs könnten gezwungen werden, diesem Beispiel zu folgen. Der ehemalige Chef der Entwicklungsabteilung von Apple zeichnet ein düsteres Bild für Intel, die Argumente die für einen solchen Umstieg sprechen lassen sich aber nur schwer von der Hand weisen.
Hannes Brecher,

Jean-Louis Gassée, der ehemalige Chef von Apples Entwicklungsabteilung, hat in einem Blogeintrag recht ausführlich argumentiert, dass in Zukunft auch PC-Hersteller auf ARM setzen werden müssen, denn Apples Umstieg könnte die ganze Branche zwingen, diesem Beispiel zu folgen.

Die Argumentation des Unternehmers stützt sich darauf, dass ARM-Macs "besser" sein werden als konkurrierende Geräte auf Basis eines Intel- oder AMD-Prozessors. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass ARM-SoCs Vorteile bieten, wie unser ausführlicher Test des Samsung Galaxy Book S wieder einmal klargestellt hat, denn der Umstieg von einem Qualcomm ARM-Chip auf Intel Lakefield hat die Akkulaufzeit des Notebooks in einigen Anwendungen knapp halbiert, die Leistung konnte dennoch kaum überzeugen.

Jean-Louis Gassée vergleicht dabei den Intel Core i7-Prozessor in seinem 13 Zoll MacBook Pro, der eine TDP von 28 Watt aufweist (und der unter Last deutlich mehr Energie verbrauchen kann), mit dem Apple A12Z Bionic SoC, der im iPad Pro (ab 879 Euro auf Amazon) zum Einsatz kommt. Dem Unternehmer zufolge erreicht der ARM-Chip trotz des deutlich geringeren Stromverbrauchs eine höhere Leistung als der Intel Core i7 – allerdings zieht der Blogeintrag Geekbench-Ergebnisse hinzu, um dieses Statement zu belegen, bei andauernder Last dürfte das etwas anders aussehen. Wenn Apple erst leistungsstärkere Versionen seiner SoCs entwickelt, die speziell für Macs optimiert sind, dürfte die Leistung tatsächlich interessant werden

Eine zumindest vergleichbare Leistung in einem dünneren, leiseren, lüfterlosen Notebook mit einer deutlich längeren Akkulaufzeit – wenn Apple dies gelingt, und Microsoft mit Geräten wie dem Surface Pro X nachzieht und Windows on ARM dazu weiter verbessert, dann könnte HP, Dell, Asus & co. nichts anderes übrig bleiben, als selbst ARM-basierte Computer auf den Markt zu bringen.

Falls es dazu kommt, bleibt vor allem Intel in einer Zwickmühle: Das Unternehmen hat bereits die Smartphone-Revolution verpasst und auch im Tablet-Markt kaum Fuß gefasst, die hauseigene ARM-Initiative wurde schnell aufgegeben. Jean-Louis Gassée gibt an, dass auch Intel und AMD gezwungen sein werden, ARM-Chips zu entwickeln, sodass sich der gesamte Markt in dieselbe Richtung bewegen wird, auch wenn es noch einige Jahre dauern dürfte, bis PCs wie wir sie heute kennen Vergangenheit werden.

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Autor: Hannes Brecher, 13.07.2020 (Update: 15.07.2020)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.