GTA 6‑Vorbestellung ohne Disc wirft Fragen nach Take‑Two‑Aussagen auf

Rockstar Games hat die Vorbestellungsoptionen und den Preis von GTA 6 offiziell bestätigt. Doch Käufer, die eine klassische Disc‑Version erwartet hatten, reagieren enttäuscht: Die Standard Edition für 79,99 Euro wird zwar im Handel erscheinen, enthält jedoch lediglich einen Download‑Code. Viele Spieler stellen nun die früheren Aussagen von Take‑Two‑CEO Strauss Zelnick infrage, insbesondere im Hinblick auf die Bemühungen, Leaks zu verhindern.
Hat Zelnick die Fans in die Irre geführt?
Lange wurde spekuliert, dass Rockstar und Take‑Two vollständig auf eine digitale Veröffentlichung setzen könnten. Der Verzicht auf physische Discs für Xbox und PS5 vor dem Release von GTA 6 würde potenziell Spoiler, Leaks und Piraterie erschweren. Als Zelnick im Februar gefragt wurde, ob aus diesem Grund eine Verzögerung der physischen Version geplant sei, antwortete er: „Das ist nicht der Plan.“
Im Mai deutete der CEO dann an, dass der Titel mit einer „umfangreichen physischen Komponente“ erscheinen werde. Rein technisch betrachtet stimmt das: Sowohl die Standard‑ als auch die Ultimate Edition werden mit einem Sammler‑Koffer ausgeliefert, der den Launch des Open‑World‑Blockbusters begleiten soll. Doch diese „physische Komponente“ hat nichts mit einer Blu‑ray‑Disc zu tun – und genau das sorgt nun für Kritik.
Viele Spieler zeigen sich enttäuscht darüber, dass der Einstiegspreis von GTA 6 tatsächlich – wie zuvor spekuliert – bei 80 Euro liegt. Nintendo hat diese 70‑Euro‑Grenze bereits bei ausgewählten First‑Party‑Titeln überschritten, und auch Microsoft folgte diesem Trend zeitweise, bevor das Unternehmen wieder zurückruderte. Dass Rockstar weder Discs noch Preisnachlässe für die digitale Version anbietet, verstärkt die Frustration zusätzlich.
Nachteile der rein digitalen Veröffentlichung
Wie schon bei früheren Teilen der Reihe dürfte auch das neue Grand Theft Auto Spieler wochen‑, monate‑ oder sogar noch länger fesseln. Die offene Spielwelt wirkt groß genug, um ausgedehnte Erkundungen abseits der Missionen zu ermöglichen. Allerdings gibt es bislang keine Bestätigung für einen Multiplayer‑Erweiterungspack, und Käufer können ihre digitale Version nach Abschluss der Einzelspieler‑Kampagne nicht weiterverkaufen.
Eine weitere Sorge betrifft die Preisentwicklung der Branche insgesamt: Wenn GTA 6 trotz seines hohen Preises Rekord‑Vorbestellungen erzielt, könnten andere Publisher versucht sein, den 80‑Euro‑Standard ebenfalls zu übernehmen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass weniger etablierte Spiele unter einem solchen Preisanstieg stärker leiden würden.
Ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass Rockstar zu einem späteren Zeitpunkt wieder physische Disc‑Versionen anbietet. Sobald der Veröffentlichungstermin verstrichen ist, sinkt die Gefahr von Leaks deutlich. Für den Moment jedoch sehen Befürworter digitaler Spiele die Entscheidung als einen wichtigen Sieg – auch wenn viele traditionelle Käufer sie kritisch betrachten.











