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Hackerangriff bei EA: Cyberkriminelle erbeuten 780GB interner Daten

Auch in der Gaming-Branche sind Cyberkriminelle auf dem Vormarsch, Bild: Unsplash
Auch in der Gaming-Branche sind Cyberkriminelle auf dem Vormarsch, Bild: Unsplash
Der kalifornische Spiele-Entwickler und Publisher ist Berichten zufolge Opfer eines erheblichen Hackerangriffs geworden. Die dabei erbeuteten Daten, darunter auch der Quellcode von FIFA 21, wurden von den Hackern online bereits zum Verkauf gestellt.

Hacker haben sich offenbar Zugang zu den Rechnern des großen Spiele-Entwicklers und Publishers Electronic Arts verschafft. Dabei erbeuteten sie laut übereinstimmenden Berichten etwa 780 Gigabyte interner Daten, inklusive dem Quellcode des jährlich-erscheinenden und überaus beliebten Fußball-Spiels FIFA 21. Auch der Quellcode der von EA entwickelten Frostbite Engine wurde gestohlen. Die Spiel-Engine wird von EA nicht nur bei der Entwicklung von FIFA, sondern einer Vielzahl anderer Titel verwendet, darunter auch die Ableger der bekannten Battlefield und Need for Speed Reihen.

Electronic Arts versicherte hingegen, dass es keinerlei Hinweise darauf gäbe, dass bei dem Angriff auch sensible Daten von Spielern erbeutet wurden. Die Privatsphäre seiner Kunden sei somit gesichert. Trotzdem arbeite man mit den Strafverfolgungsbehörden daran, die Täter ausfindig zu machen. Des Weiteren wurde die Sicherheitslücke in den Systemen von EA gefunden und bereits geschlossen.

Unterdessen wurden die gestohlenen Daten von den Hackern in zwielichtigen Internet-Foren im Dark Web zum Verkauf angeboten. Besonders brisant: Die Hacker behaupten, die vorliegenden Daten ermöglichen es, Sicherheitslücken in sämtlichen Diensten von EA ausfindig zu machen und auszunutzen. In Anbetracht der weitreichenden Verwendung der Frostbite Engine erscheint dies nicht unplausibel und lässt vermuten, dass Electronic Arts bereits an Sicherheitsupdates für die betroffenen Titel arbeitet.

Es handelt sich hierbei übrigens nicht um den ersten Hackerangriff auf einen großen Spiele-Entwickler in jüngster Zeit. Erst im Februar wurde das Netzwerk des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt RED kompromittiert, woraufhin nicht nur die Quellcodes von Cyberpunk 2077 und The Witcher 3, sondern auch vertrauliche Geschäftsdokumente gestohlen wurden. Der Hack sorgte damals dafür, dass sich die Arbeiten an den dringend benötigten Patches für Cyberpunk 2077 erheblich verzögerten. Es bleibt abzuwarten, ob und inwiefern der Hackerangriff auf EA Auswirkungen auf die Entwicklung aktueller und kommender Titel haben wird.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2021-06 > Hackerangriff bei EA: Cyberkriminelle erbeuten 780GB interner Daten
Autor: Enrico Frahn, 11.06.2021 (Update: 11.06.2021)